REICHMANNSHAUSEN

Gemeinde stellt Weichen für Glasfaser

Die Gemeinde Schonungen wird in weiten Teilen von Reichmannshausen auf eigene Kosten Leerrohre verlegen lassen, in die später einmal ohne viel Aufwand Glasfaserkabel „eingeschossen“ werden können. Die Gelegenheit dafür ist günstig, weil der Stromversorger Bayernwerk in dem Ortsteil gerade neue Leitungen verlegt – und deshalb die Straßen ohnehin aufgebuddelt werden.

Das Projekt ist eine Ergänzung zum Breitbandausbau durch die Firma FPS, die den Ort zwar mit Glasfaser anschließt, aber eben nur bis zum Verteilerkasten. Die Gemeinde kümmert sich nun darum, die sogenannte letzte Meile bis zum Grundstück für einen Betreiber attraktiv zu machen. Sowohl Telekom als auch FPS hatte in Reichmannshausen – anders als etwa in Rednershof – abgelehnt, auch das letzte Stück selbst auszubauen.

Laut einem Vertreter des Leerrohr-Herstellers Rehau, der im Gemeinderat für das Projekt warb, können dadurch die Baumaßnahme zum jetzigen Zeitpunkt beachtliche Synergieeffekte erzielt werden: Statt 200 Euro koste der laufende Meter aktuell nur 40 Euro. Das sei eine „einmalige Chance“ für den Ortsteil. Auch einige Reichmannshäuser waren zur Sitzung gekommen, sie sind für den Ausbau.

Allerdings werden nicht alle Häuser die Glasfaser-Vorbereitung bekommen, sondern nur die, wo Bayernwerk baut. Insgesamt macht der Stromversorger knapp drei Kilometer Straße auf, die Kosten für das Leerrohrsystem dürften also bei etwa 120 000 Euro liegen.

Die Leerrohre sind kleine Plastikröhrchen, die zusammengefasst einen dicken Kabelstrang ergeben. Für jedes Haus ein Röhrchen. Die Gemeinde wird bis zur Grundstücksgrenze verlegen. Das Glasfaserkabel wird dann zu einem späteren Zeitpunkt mit Druckluft ins Röhrchen getrieben.

Das Gremium entschied sich, wenn auch nach einigen kritischen Nachfragen, schließlich einstimmig für das Projekt. Die Hoffnung: Wenn die Leerrohre erst verlegt sind, kommt bald auch ein Netzbetreiber, der seine Glasfaserkabel dort hineinlegt. Derzeit gibt es aber noch keinen Provider, der in Reichmannshausen in den Startlöchern steht.

Der Rehau-Vertreter Andreas Weber meinte, das sei ein Klacks und dann könne die Gemeinde ihre Investition über Gebühren doch gut wieder reinholen. Gemeinderat Wolfgang Schuler hatte zuvor gesagt, dass er aus Gründen der Gleichbehandlung eigentlich dagegen stimmen müsse, weil sich die Gemeinde zum Beispiel in Rednershof nicht beteiligt, sondern alles vom Netzbetreiber FPS habe machen lassen – der jetzt fürs Internet saftige Preise verlange.

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