Werneck

Gemeinderat: Ferienausschuss in Werneck trifft dringende Entscheidungen

Kurzfristig war wegen der Ausbreitung des Coronavirus die für den 24. März vorgesehene Gemeinderatssitzung in Werneck abgesagt worden. Eine Woche später tagte der Ferienausschuss, der trotz kleinerer Besetzung die gleichen Entscheidungsbefugnisse hat.

Zugestimmt hätten dem, in der Satzung bisher nicht vorgesehen, Ferienausschuss die 24 Gemeinderäte in einem Umlaufbeschluss, erklärte Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl. Dem Ferienausschuss gehören neben ihr auch acht Gemeinderäte an. Diese Besetzung sei in Absprache mit den Fraktionssprechern erfolgt.

Nur dringende Entscheidungen auf der Tagesordnung

Auf der gekürzten Tagesordnung standen "nur dringende Entscheidungen". Den Anfang machte die Aufhebung der Ausschreibung für die Tiefbauarbeiten im Rahmen der Sanierung des Schleeriether Friedhofs.

Der Ausschuss sprach sich einstimmig dafür aus. Grund für die Aufhebung waren die sehr hohen Preise der beiden erhaltenen Angebote. Mit 388 000 Euro lag das günstigere bereits um 76 Prozent über der Kostenschätzung von 220 000 Euro.

Das mit der Planung beauftragte Architekturbüro Ledermann empfahl deshalb, die Arbeiten jetzt freihändig an Firmen zu vergeben und so eventuell unter den Angebotspreisen zu bleiben. Wegen der beengten Verhältnisse und den sehr speziellen Arbeiten sei bei einer erneuten Ausschreibung nicht mit besseren Ergebnissen zu rechnen.

Trafo für neuen Mobilfunkmast bei Eckartshausen

Zugestimmt hatte der Gemeinderat im Januar vergangenen Jahres dem geplanten Neubau eines Mobilfunkmastes in 600 Meter Entfernung von Eckartshausen. Für die Stromversorgung beantragte die Unterfränkische Überlandzentrale (ÜZ) jetzt die Aufstellung einer Trafostation in Fertigbauweise und die Verlegung einer 20-Kilovolt-Anschlussleitung

Auch dem stimmte der Ferienausschuss einstimmig zu. Bei der Turmstation handelt es sich lediglich um einen leistungsfähigeren Ersatzneubau, allerdings an einem neuen Standort. Geprüft werden soll nach einer Anregung aus dem Gremium, ob die Trafostation mit dem geplanten Buswartehäuschen kombiniert werden könne.

Wasserversorgung schreibt 2018 einen Verlust

Einen Verlust von rund 49 000 Euro wies der Jahresabschluss 2018 für die Wasserversorgung des Marktes aus. Das erläuterte Kämmerer Michael Hetterich bei der Vorstellung der Gewinn- und Verlustrechnung. Der Gemeinderat stimmte einem Verlustausgleich zu.

Bei der zum 1. Januar 2022 anstehenden Neukalkulation des Wasserpreises würden die Verluste wieder zurückgerechnet, sagte Hetterich. Der seit sieben Jahren bei 1,70 Euro liegende Kubikmeterpreis sei dann aber wohl nicht mehr zu halten.

In Eigenregie versorgt der Markt acht Gemeindeteile und kaufte dafür 216 581 Kubikmeter Wasser bei der Kaistener Gruppe und der Rhön-Maintal-Gruppe ein. Der Verlust ergab sich aus der Wasserpreis-Erhöhung und aus höheren Personalkosten (19 000 Euro).

Leck im Hochbehälter und mehrere Wasserrohrbrüche

Der rechnerische Wasserverlust in den Gemeindeteilen lag 2018 bei 6,49 Prozent und ist insbesondere durch ein Leck im Hochbehälter Eckartshausen und mehrere Wasserrohrbrüche in Egenhausen entstanden. In den vergangenen Jahren lag der Wasserverlust durchschnittlich bei fünf Prozent, sagte der Kämmerer.

Bestätigt hat der Gemeinderat die Wahl der Kommandanten bei der Wernecker Feuerwehr. Neuer Kommandant ist Christian Kullick. Seine beiden gleichberechtigten Stellvertreter sind Florian Hart und Andreas Schneider.

Findet die nächste Sitzung in der Turnhalle oder Aula statt?

"Wenn es irgendwie geht" soll zum Ende dieser Legislaturperiode in der letzten Aprilwoche noch eine Gemeinderatsitzung mit dem vollen Gremium und die Verabschiedung des Haushaltes erfolgen, sagte Baumgartl am Ende der Sitzung auf Nachfrage.

Das sei auch der Wunsch vieler Gemeinderäte, die sich mit dem Ferienausschuss nur als einmalige Lösung einverstanden gezeigt hätten. Eventuell werde diese Sitzung in die Turnhalle oder in die Aula der Mittelschule verlegt.

Im Hinblick auf dringend benötigte Erntehelfer gab Peter Kamm den "Wunsch vieler Landwirte" weiter, im Nachrichtenblatt der Gemeinde einen entsprechenden Aufruf an die Bevölkerung zu starten. Interessenten solle ermöglicht werden, sich bei der Gemeinde zu melden.

Da der Landkreis bereits seine Praktikumsbörse dahingehend erweitert habe, werde die Verwaltung kurzfristig klären, ob ein solcher Aufruf in Konkurrenz dazu stehe, sagte Baumgartl. Der Wunsch sei angekommen und werde gegebenenfalls umgesetzt.

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