Schwebheim

Gemeinderat Schwebheim: Beeinflussen Funkwellen die Bienenvölker?

Der geplante Funksendemast "Am Klößberg" in Schwebheim hatte in der vorangegangenen Gemeinderatssitzung Fragen aufgeworfen. Deshalb lud Bürgermeister Volker Karb Dietmar Reinholdt in die Gemeinderatssitzung ein. Er ist bei der Deutschen Funkturm, Region Süd, in Nürnberg für die Bereiche Baurecht, Funk und Umwelt zuständig.

Unterstützt von einer Power-Point-Präsentation zeigte Reinholdt, wie die Deutsche Telekom, in deren Auftrag die Masten gebaut werden, den Standort für Funkmasten ermittelt. Hierzu wird die Anzahl der Versorgungslücken gezählt und dann dem Radius entsprechend und mit Blick auf weitere Masten der Standort gewählt.

Dieser Mast würde Schwebheim Süd komplett abdecken, seine Reichweite erstreckt sich im Osten bis an das Solarfeld, im Süden bis an die Unterführung unter die B 286 und im Westen bis fast an die Ortsgrenze von Röthlein. Die Masthöhe von insgesamt 34 Metern Höhe errechne sich aus der umliegenden Bebauung, so Reinholdt. Generell gelte, je höher der Mast desto besser die Funkversorgung.

Existenziell für Kräuteranbau

Frank Böhm fragte nach, ob man die Reichweite des Mastes einschränken oder bestimmte Bereiche aus der Funkabdeckung herausnehmen könne. Er sah hier eine mögliche Gefährdung der Insekten, denn seit Einführung des UMTS-Standards habe das Insektensterben zugenommen. Da Bienen für den Kräuteranbau aber existenziell wichtig sind, wollte er auf Nummer sicher gehen und den Funkbereich einschränken.

Technisch sei es grundsätzlich möglich, bestimmte Frequenzbereiche auszublenden, erklärte Reinholdt. Dafür aber müsste sich die Gemeinde dann direkt an die Telekom wenden, da die Deutsche Funkturm GmbH nur für die Bereitstellung des Bauwerkes zuständig ist.

Ihm sei bisher aber kein wissenschaftlicher Beleg bekannt, dass Funkwellen tatsächlich zu einer Gefährdung von Insekten führten. Auch Lothar Schwarz, dessen Bienenvölker zum Teil im Bereich von Funkmasten stehen, konnte dies nicht bestätigen.

Dauer des Aufbaus

Christian Stahn wies darauf hin, dass der Turm laut der Präsentation von Reinhardt zur Netzabdeckung des südlichen Teils von Schwebheim tatsächlich gebraucht wird, unabhängig von der gerade stattfindenden Diskussion um den Zusammenhang von Funkwellen und Insekten. Er erkundigte sich daraufhin nach dem Zeitplan.

Reinhardt rechnet damit, dass es ungefähr ein halbes Jahr dauern wird, bis der Mast steht und weitere vier bis sechs Monate, bis die Technik in Betrieb genommen werden kann.

5G sei der Zukunftsstandard und momentan vor allem in Ballungsgebieten notwendig, erklärte Reinholdt.  Die Telekom würde in Schwebheim LTE-Technik mit einer Datenrate von bis zu 50 Mbit installieren. Damit meinte er, seien die Gemeinde und vor allem das Gewerbegebiet, für längere Zeit auch sehr gut versorgt.

Vorbehaltlich der Prüfung durch das Landratsamt Schweinfurt stimmte der Gemeinderat schließlich dem Antrag auf die Errichtung dieses Funkmastes mit zwei Gegenstimmen zu.  Gleichzeitig bat der Rat die Untere Naturschutzbehörde die Auswirkungen von Funkwellen auf Bienen und Insekten zu prüfen.

Schlagworte

  • Schwebheim
  • Ursula Lux
  • Baurecht
  • Deutsche Telekom AG
  • Funktürme und Sendetürme
  • Insekten
  • Insektensterben
  • Masten
  • Stadträte und Gemeinderäte
  • Standorte
  • Umwelt
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte vorher an.

Anmelden

Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich hier registrieren.