Gochsheim

Gemeinderat über Planungsänderung nicht informiert

Die "Uhlandstraßenhäuser" sollen ein Vorzeigeprojekt sozialen Wohnraums werden. Die drei in Gemeindebesitz befindlichen Häuser waren in die Jahre gekommen. Daher hatte sich der Gemeinderat zum Handeln gezwungen gesehen. Das Ergebnis: ein Sechsfamilienhaus saniert und schon wieder bewohnt.

Die beiden anderen werden abgerissen. Stattdessen soll ein Komplex mit 13 Sozialwohnungen in zwei Gebäudeteilen entstehen. Der Clou: Durch die geschickte Planung ist auf dem Grundstück noch Platz, um später ein weiteres Gebäude nachzuschieben. Aber schon jetzt wurde eine Wohnung mehr gewonnen.

In der Gemeinderatsitzung vom 12. März wurde eine ganze Reihe von Gewerken in Auftrag gegeben, und die Bagger können anrollen (wir berichteten). Ein großer Posten wurde allerdings von der Tagesordnung genommen. Die Gemeinderäte konnten sich nicht damit zufrieden geben, dass das niedrigste Angebot für die Fensterarbeiten mit fast 195 000 Euro um über 80 000 Euro höher war als die Kostenberechnung.

Der in der Sitzung anwesende Vertreter des Planungsbüros konnte hierfür keine Erklärung abgeben. Jetzt stand das Gewerk erneut auf der Tagesordnung. Bauamtsleiter Manfred Scholl erklärte, wie es zur Kostenexplosion gekommen war: Es seien nachträglich Feuerschutztüren erforderlich geworden, die mit rund 36 000 Euro zu Buche schlagen. Die richtige Kostenberechnung belaufe sich also auf etwa 150 000 Euro.

Auf der anderen Seite könne man durch die Ausführung der Wohnungseingangstüren in Kunststoff statt in Aluminium knapp 31 000 Euro sparen. So komme am Ende eine Auftragssumme von knapp 164 000 Euro zusammen. "Ich halte diese Differenz von neun Prozent für realistisch", resümierte er.

Treppenhaus statt Laubengang

Hans-Jürgen Schwartling gab sich damit nicht zufrieden. Ursprünglich sei ein offener Laubengang zu den Wohnungen geplant gewesen. Die Feuerschutztüren seien erforderlich, weil jetzt ein geschlossenes Treppenhaus im Plan stehe. "Das wurde dem Gemeinderat nicht gesagt", ärgerte er sich. Daher stimme die Gesamtkostenberechnung für den Gebäudekomplex nicht.

Auch Dirk Hachtel befand, dass der Gemeinderat jetzt dadurch "36 000 Euro irgendwie untergeschoben" bekomme. Edwin Hußlein pläderte dafür, den Tagesordnungspunkt erneut zu verschieben. Er verlangte eine "ordentliche Beschlussvorlage". Die Feuerschutztüren hätten in diesem Gewerk nichts zu suchen. Manfred Deppert bestärkte Hußlein: "Wir sollen abstimmen und wissen nicht, dass das Gebäude ganz anders aussieht!"

"Auf emahl is ä Stock mehr drauf, und mir wissen äs nidd", schob er in breitem Fränkisch gar nicht gut gelaunt nach. Auf Vorschlag von Bürgermeisterin Helga Fleischer beschied das Gremium, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. Außerdem wird der Planer in den Rat geladen, um das Objekt noch einmal im Detail zu erläutern.

"Es ist schlimm, dass der Gemeinderat dieses Fiasko herausarbeiten muss. Das ist eindeutig Sache der Verwaltung", wurde Jürgen Sander noch eine geharnischte Kritik zu diesem Thema los.

Straßenbaulast übernommen

Keine Misstöne gab es bei der Auftragsvergabe für die Modernisierung des Pumpwerks am Rückhaltebecken in Weyer. Den Zuschlag erhielt eine Firma aus Steinach mit einer Angebotssumme von gut 32 000 Euro.

Mit der Widmung der Frühlingsstraße als verkehrsberuhigte Ortsstraße und der Verbindung von der Frühlingstraße zur Mönchsgasse als Grünzug, Spielplatz und Fußwegs im Baugebiet "Grüne Mitte" auf dem Gelände einer ehemaligen Konservenfabrik übernahm der Gemeinderat jetzt die Straßenbaulast für diese Bereiche. Die Stichstraßen zu den einzelnen Häuserreihen seien Eigentum der Bewohner und fielen nicht unter die Verantwortlichkeit der Gemeinde, stellte die Bürgermeisterin klar.

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