Heidenfeld

Generationswechsel in Heidenfelds Bücherei: Der neue Chef ist 18

Er ist der jüngste Bibliotheksleiter in der Diözese Würzburg und bringt mit seinem Team neuen Schwung in die KÖB. Was es dort neues gibt, erfahren die Nutzer auch via soziale Medien und eine WhatsApp-Gruppe
Ganz beruhigt legt Henriette Braum die Leitung der Heidenfelder Bücherei in junge Hände. Im Bild Henriette und Klaus Braum (hinten), vorne Noah und Nino Beck, der neue junge Büchereichef. Foto: Daniela Schneider

Seit 60 Jahren ist die Katholische Öffentliche Bücherei in Heidenfeld – kurz KÖB genannt – ein fester Treffpunkt im Ort. Seit 25 Jahren residiert sie hinter dem Pfarrheim. Das findet nicht gleich jeder und so werden demnächst rote Pfeile den Weg weisen, wie Nino Beck erläutert. Seit Anfang des Jahres hat er die Leitung der Bücherei übernommen. An sich nicht ungewöhnlich und doch etwas Besonderes: Der neue Bibliotheksleiter ist gerade mal 18 Jahre alt, gemeinsam mit seinem "ziemlich besten Freund" Noah Beck, Simon Janiella, Christian Klüpfel  und weiteren sieben Teamkollegen verwaltet er ehrenamtlich das Bibliotheksgut. Ganz neu  haben noch zwei Mädchen ihre Mithilfe angeboten.

"Ein Segen" sagt Henriette Braum, die selbst von 1982 bis Ende 2019 die Leitung inne hatte und nun ganz entspannt kürzer tritt. Die Übergabe ist von langer Hand vorbereitet, schon weil Braum findet, dass es nun im Alter von 70 Jahren mal Zeit wird, die "Jugend ranzulassen". Gemeinsam mit ihrem Mann Klaus bleibt sie dem Team aber weiterhin treu. "Zum Glück", sagt ihr Nachfolger lächelnd, schließlich weiß die erfahrene Ex-Leiterin bestens Bescheid, wer im Dorf was gerne liest.

"Das bereichert die Bücherei und ihr Angebot."
Henriette Braum, bisherige Leiterin der KÖB Heidenfeld

In der letzten Zeit hat sich einiges geändert, nicht nur die umgebauten Räumlichkeiten. Apps, Clouds, Facebook und Instagram, eine informative Homepage: Für die Jugend kein Problem und so ist die kleine, vor kurzem erst mit dem Goldenen Bücherei-Siegel ausgezeichnete Heidenfelder Bücherei gut gerüstet fürs digitale Zeitalter. "Das bereichert die Bücherei und ihr Angebot", findet Henriette Braum. Neuanschaffungen werden in den sozialen Netzwerken bekannt gemacht, für Teamabsprachen gibt es eine What's App-Gruppe, außerdem kann Nino Beck auch vom PC daheim für die Bücherei arbeiten.

Schon früh neue Wege eingeschlagen

Schon unter Henriette Braum wurden neue Wege beschritten: Es gibt die "Tonnies" und erstmals einen Bibliotheksführerschein für Vorschulkinder, dazu viele Angebote für junge Familien, die sich übrigens immer wieder erfolgreich neue Medien wünschen dürfen.  Angefangen hat für Nino Beck alles mit einem Firmpraktikum in der Bücherei. Das hat dann so viel Spaß gemacht hat, dass er dabei blieb. Fast zeitgleich belegte er dazu das Wahlfach "Schulbücherei" in der Schonunger Realschule und merkt schnell, wie viel er in Heidenfeld schon über Ordnungssysteme gelernt hat. Er hält dazu sogar in der Schule einen Vortrag zum Thema "Wie recherchiert man in der Bücherei".

In Würzburg absolviert Beck den Basis-12-Kurs, das Grundausbildungsprogramm für ehrenamtliche Mitarbeiter in Katholischen öffentlichen Büchereien. In zwölf Modulen lernt er in theoretischen und praktischen Übungen die vielfältigen Aufgaben der Bibliotheksarbeit kennen – Grundvoraussetzung für die Leitung einer KöB. 2017 stößt sein Freund Noah Beck dazu, auch er macht später den Kurs. Und während die Altersgenossen im besten Fall mal ein Buch ausleihen, verbringen die beiden (nicht verwandten) Becks einen Teil ihrer Freizeit – übrigens neben KJG und Feuerwehr, Pfarrbriefgestaltung und Lektorendienst – in der Bücherei. Beide lesen für ihr Leben gern, am liebsten Fantasy und gehen noch zur Schule.

Zwei, die sich ergänzen

2021 steht das Abi an und beide könnten sich grundsätzlich vorstellen, "was mit Büchern zu machen". Eigentlich haben sie sogar schon einen Plan: Nino schreibt ein Buch und Noah lektoriert, frei nach dem freundschaftlichen Motto, dass Nino augenzwinkernd verkündet: "Ich weiß alles, aber er weiß alles besser. Noah grinst und findet, "das stimmt". Die zwei ergänzen sich halt, auch im Heidenfelder Fasching, den sie als Becks-Bande mit anderen Jugendlichen aufmischen. In der Diözese Würzburg ist der Generationswechsel bestens aufgenommen worden, ganz besonders weil Nino mit Abstand der jüngste ehrenamtliche KöB-Bibliotheksleiter in der ganzen Diözese ist. Infos auch unter www.koeb.heidenfeld.de.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Heidenfeld
  • Daniela Schneider
  • Abitur
  • Bücher
  • Büchereien
  • Digitaltechnik
  • Facebook
  • Kinder und Jugendliche
  • Mädchen
  • Realschulen
  • Social Media
  • Soziale Netzwerke
  • Öffentlichkeit
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!