GEROLZHOFEN

Gerolzhofen: Cookie-Hauptstadt Europas

Im Hiestand-Werk werden jährlich allein 100 Millionen Stück für die Sandwichkette Subway produziert
Tiefgekühlte Cookies für Subway: Über diesen Großauftrag für das Hiestand-Werk des Aryzta-Konzers in Gerolzhofen freuen sich Subway-Kundenbetreuerin Monika Rose und Werkleiter Gerhard Seufert. Neun Millionen Euro wurden in die neue Produktionslinie investiert. 50 Mitarbeiter sorg... Foto: Norbert Vollmann

Die Renner in Deutschland heißen White Chip Macadamia Nut, Chocolate Chip, Double Chocolate oder Rainbow. Mehr als 100 Millionen dieser amerikanischen Cookies in insgesamt sieben verschiedenen Geschmacksrichtungen laufen jährlich in Gerolzhofen für alle europäischen Restaurants der Sandwich- und Salatkette Subway vom Band. Hergestellt werden sie in dem zum Aryzta-Konzern gehörenden Werk der Firma Hiestand an der Albert-Einstein-Straße.

Die Kombination aus den hohen Lebensmittel- und Hygienestandards und die günstige geografische Lage haben Gerolzhofen in relativ kurzer Zeit zur Hauptstadt amerikanischer Cookies in Europa gemacht.

Mit der Verlagerung der Produktion von den USA über den großen Teich reagiert die Vertriebsgesellschaft der Subway-Franchisepartner auf die starke Expansion in Europa. Bis 2020 wird hier fast eine Verdoppelung der Restaurants von zurzeit 4500 auf 8000 erwartet. 600 Filialen sind es aktuell in Deutschland.

Die neue Produktionslinie auf einer Fläche von 600 Quadratmetern am Standort Gerolzhofen befindet sich in einem in den Werkkomplex integrierten Anbau. Neun Millionen Euro nahm der international tätige Schweizer Tiefkühlbackwaren-Gigant dafür in die Hand. Die Kapazität liegt bei 75 000 Stück pro Stunde. 50 Menschen sind alleine mit der Herstellung der Tiefkühl-Cookies beschäftigt.

Zu den 100 Millionen Cookies für Subway kommen derzeit bereits rund 30 Millionen Stück für weitere große Hersteller wie den für seine Cookies und Muffins bekannten Aryzta-Bruder Otis Spunkmeyer. Die Tendenz ist steigend und spricht für die noch junge Abteilung. Aryzta-Pressesprecher Günther Lindinger: „Gerolzhofen ist in Sachen Cookies für die Großen der Welt unterwegs.“

In Gerolzhofen ist man mächtig stolz darauf, den Zuschlag für die Cookie-Herstellung in Europa bekommen zu haben und das Rennen unter 23 Aryzta-Produktionsstätten und damit 23 Möglichkeiten im Mutterkonzern gemacht zu haben. Das sei schon ein Signal an die Mitarbeiter und übertrage sich auf ihre Motivation, „wenn sich ein börsenorientiertes Unternehmen wie Aryzta für Gerolzhofen entscheidet“, findet Günther Lindinger.

Und schließlich sei Subway nicht irgendwer.

Der Gerolzhöfer Werkleiter Gerhard Seufert unterstreicht: „Wir sind in Gerolzhofen bekannt für unsere Qualität und zum Beispiel, was wenig bekannt ist, auch einer der größten Fleisch- und Wurstverarbeiter im Umkreis.“ Der Pressesprecher bekräftigt: „Es ist irre, wie hoch die ständig kontrollierten und zertifizierten Standards sind.“ Dazu schauen sich die Kunden ständig im Werk um.

Die Cookie-Technologie sei aber sehr komplex, so Betriebsleiter Gerhard Seufert. Deshalb sei es auch für das Werk in Gerolzhofen eine große Herausforderung gewesen, die original amerikanischen Rezepturen in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Kollegen aus den Staaten nachzubauen. So seien die Rohstoffe in Amerika und Deutschland nicht identisch, am Ende müsse aber der unverwechselbare Geschmack der nicht mit europäischen Cookie-Keksen vergleichbaren amerikanischen Cookies bei Subway und den anderen Kunden herauskommen.

„Wo es möglich ist, setzen wir regionale Rohstoffe“, betont Werkleiter Gerhard Seufert. Das Wasser komme so aus dem Steigerwald, das Mehl aus Pommersfelden. Allerdings gebe es auch buchstäbliche Grenzen. Gerhard Seufert: „Der Kakao wächst leider noch nicht in Unterfranken.“

Und es wurden auch Zutaten umgestellt. So werden jetzt nur noch Eier von freilaufenden Hühnern verwendet, wie es seit Jahren bei Hiestand Standard ist. In den USA sieht es da noch anders aus.

Bisher waren die Cookies acht Wochen mit dem Schiff unterwegs, bevor sie in Europa ankamen und vom Hafen aus auf die Subway-Restaurants in den verschiedenen Ländern verteilt wurden, berichtete Monika Rose. Sie ist die für Subway zuständige Kundenbetreuerin bei Aryzta.

Jetzt kommen die Cookies aus Gerolzhofen. Die Stadt ist als Produktionsstandort ideal. Die Qualität ist die eine Seite, die zentrale Lage im Herzen Europas die andere. Sie garantiert eine schnelle und effiziente Lieferkette. Dadurch, dass weniger Kilometer zurückgelegt werden müssen, lassen sich Transportwege und Transportkosten einsparen. Das schont Umwelt und Geldbeutel.

Die Zusammenarbeit zwischen Subway und Aryzta als einem der weltweit größten auf Backwaren spezialisierten Unternehmen ist erprobt. Sie währt schon seit über 20 Jahren. In dem eigenen Forschungs- und Entwicklungscenter von Hiestand auf dem Produktionsgelände in Gerolzhofen können außerdem gemeinsam neue Cookie-Rezepturen kreiert werden. In Thüringen produziert Aryzta übrigens auch das Brot für die Subway-Restaurants in Europa, so Monika Rose.

Insgesamt sind derzeit 350 Mitarbeiter im Hiestand-Werk in Gerolzhofen als einem der größten Arbeitgeber im hiesigen Raum beschäftigt. Den Schwerpunkt bildet nach wie vor die Herstellung von Tiefkühlteiglingen für Plunder und Croissants in allen Variationen.

Die Produktionsfläche im Hiestand-Werk in Gerolzhofen beträgt insgesamt 10 000 Quadratmeter. 600 entfallen davon auf die Fertigung der Tiefkühl-Cookies. Diese sind nicht vorgebacken, sondern werden erst an Ort und Stelle wie den Subway-Restaurants in den Ofen geschoben. So kommen sie mehrmals täglich frisch vom Blech.

Willkommen in Europas Hauptstadt der Cookies: In dem zum Schweizer Aryzta-Konzert gehörenden Werk der Firma Hiestand in ... Foto: Norbert Vollmann

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