GEROLZHOFEN

Gespräche zwischen Stadt und Turnverein sind ausgesetzt

Ungewisse Zukunft: Stadt und TV können sich nicht einigen, was mit der Stadthalle und dem TV-Gelände wird. Foto: Finster

(fi) Eine genaue Chronologie der Verhandlungen zwischen Stadt und Turnverein (TV) über die Zukunft der Stadthalle und die Hallenmietproblematik – aus Sicht des Turnvereins – hat der stellvertretende TV-Vorsitzende Thomas Linder in der Redaktion eingereicht. Wichtig dabei: Die Initiative für einen Grundstückstausch für die Stadthalle ging nicht von der Stadt, sondern vom Vereinsausschuss des Turnvereins aus.

20. August 2008: Der TV richtet eine erste Anfrage wegen Förderung aufgrund der gestiegenen Hallenkosten der Zweifachturnhalle am Lülsfelder Weg an die Stadt. Die Anfrage bleibt ergebnislos.

20. April 2010: Der TV macht mit Unterschriftenlisten auf seine finanziellen Probleme wegen der gestiegenen Mieten in der Dreifachhalle aufmerksam. Innerhalb von einer Woche werden fast 300 Unterschriften gesammelt. An die Stadt Gerolzhofen ergeht der Antrag auf Erlass der Hallenkosten. Die Stadträte Thomas Vizl (geo-net) und Burkhard Wächter (CSU) treffen sich daraufhin unabhängig voneinander mit Vertretern des Turnvereins zu Gesprächen.

11. Mai 2010: In einem Treffen zwischen vier Vertretern des TV und neun Vertretern der Stadt findet ein Vorschlag von Bernhard Krapf zunächst großen Anklang. Ausgangspunkt ist, dass der TV-Platz und die Stadthalle im Eigentum des Turnvereins stehen, im Wege des Erbbaurechts aber an die Stadt übergeben sind. Der Vorschlag Krapfs: Das Erbbaurecht zwischen Stadt und TV wird aufgehoben. Der Sportplatz bleibt beim TV, das Gelände wird als Neubaugebiet im Erbbaurecht ausgewiesen und die Einnahmen aus dem Erbbauzins werden für die Hallenmieten genutzt. Die Stadthalle geht an die Stadt Gerolzhofen. Als Gegenleistung dafür kann sich Bernhard Krapf Ermäßigungen bei den Hallenmietkosten oder freie Trainingsstunden über einen zu vereinbarenden Zeitraum vorstellen. Bürgermeisterin Irmgard Krammer kann sich „Abschlagszahlungen“ vorstellen. Über die Unterbringung der Korbballerinnen und eine Alternative zum dann nicht mehr vorhandenen Vereinszimmer wollen sich beide Parteien Gedanken machen. Die Stadtvertreter deuten an, dass bei einer Einigung über Platz und Stadthalle dann auch Fördermöglichkeiten für die Jugendmannschaften des TV bestehen.

20. Mai 2010: Dem Vereinsausschuss werden die Verhandlungsergebnisse vom 11. Mai präsentiert. Dort findet sich aber keine klare Mehrheit für den Vorschlag von Bernhard Krapf. Statt die Stadthalle gegen „Ablösezahlungen“ an die Stadt zu übergeben, hätten viele Mitglieder lieber einen Ersatz für die Stadthalle in Form eines anderen Grundstücks.

23. Juni 2010: Die Forderung nach so einem Grundstückstausch wird Stadträten vom TV-Vorsitzenden Burkhard Dietz und dessen Stellvertreter Thomas Linder unterbreitet. Nachdem ein Grundstückstausch von der Stadt zunächst kategorisch abgelehnt wird, einigt man sich am Ende dann doch darauf, dass ein Tausch in gleicher Größe wie das Gelände der Stadthalle zumindest dem Stadtrat vorgeschlagen werden soll. Die Stadtvertretung bringt dafür ein städtisches Grundstück südlich des FC-Stadions ins Gespräch.

Auf Nachfrage wird außerdem erläutert, dass bereits unter Bürgermeister Hartmut Bräuer ein Zuschuss für die Nutzung der Zweifachturnhalle am Lülsfelder Weg beschlossen worden war. Der Zuschuss sei jedoch noch nicht ausgezahlt worden. Man wolle zunächst die Stadthallenproblematik klären. Die TV-Delegation erfährt zudem, für Bernhard Krapfs Vorschlag sei auch im Stadtrat keine Mehrheit zu bekommen gewesen.

8. Juli 2010: In der Ausschuss-Sitzung des TV werden die Ergebnisse der Unterredung vom 23. Juni mit Erstaunen aufgenommen. Der ursprüngliche Kern der Anfrage, nämlich die Förderung der Jugendmannschaften des TV durch die Stadt, scheint von Seiten des Stadtrates völlig vom Tisch zu sein.

28. Juli 2010: Bürgermeisterin Krammer beharrt bei einem erneuten Treffen mit Vertretern des TV weitgehend auf dem Tauschvorschlag des vorangegangenen Treffens. Zusätzlich fordert sie jetzt eine Wertermittlung für Stadthalle und TV-Platz durch einen unabhängigen Schätzer. Die Kosten für das Gutachten sollen sich Stadt und TV je zur Hälfte teilen.

Alternativ schlägt die Bürgermeisterin vor, alles beim Alten zu lassen. Der TV soll jedoch sein Vereinszimmer verlegen und eventuell auch mit den Korbballerinnen umziehen. Konkrete Angebote hierfür gibt es jedoch keine. Eine Gegenleistung wird – außer den ohnehin schon lange zugesagten Zuschüssen – nicht geboten. Die anwesenden Vereinsmitglieder sind sich einig, dass unter diesen Voraussetzungen keine weiteren Gespräche mehr sinnvoll sind, und teilen das auch den Stadtvertretern mit.

16. September 2010: Der Vereinsausschuss bestätigt die Aussetzung der Gespräche zwischen Turnverein und Stadt Gerolzhofen.

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