MICHELAU

Gift und Galle im Hause Kniesebeck

Zwei erfolglose Auftragskiller, Carlos (Michel Wolf) und Tamara (Eva-Maria Kaiser), wollen sich erst gegenseitig umbringen, arbeiten dann aber stattdessen Hand in Hand.
Zwei erfolglose Auftragskiller, Carlos (Michel Wolf) und Tamara (Eva-Maria Kaiser), wollen sich erst gegenseitig umbringen, arbeiten dann aber stattdessen Hand in Hand. Foto: Guido Chulek

Ein Ehepaar, das sich auf den Tod nicht ausstehen kann. Ein Butler, der vor Sarkasmus und gestelztem Geschwafel nur so sprüht. Eine schwatzhafte Freundin der Ehefrau, die es auf diesen Butler abgesehen hat. Eine mannstolle Tochter, die vom Papa ein Cabriolet erbetteln will. Eine Geliebte des Ehemannes, die es mehr auf das Geld, als auf den Mann abgesehen hat. Zwei Auftragsmörder, die nicht die hellsten Kerzen auf der Torte sind. Und der Unfähigste aller Haustechniker, von dessen Fähigkeiten nur er allein überzeugt ist.

Das sind die Zutaten, aus denen die Kriminalkomödie „Stirb schneller Liebling“ von Hans Schimmel gemixt ist. Die Theatergruppe Michelau bringt diese Komödie in der Schulturnhalle Michelau auf die Bühne, und bei der Premiere am Ostersonntag war kein regulärer Sitzplatz mehr zu bekommen.

Die Rollen sind mit glaubwürdigen Schauspielern sehr gut besetzt. Allein schon die vor Hass nur so funkelnden Blicke zwischen dem Ehepaar Kurt (Thomas Sessler) und Paula Kniesebeck (Alexandra Kaiser) bringen diese Beziehung auf den Punkt. Lieber gestern als heute würden sie einander das Lebenslicht auspusten lassen.

Bei der Wahl der Killer zeigen sie sich aber nicht sonderlich glücklich, setzen sie doch auf blutige Amateure. Carlos (Michael Wolf) braucht nach einem Schnitt in den Daumen eine psychologische Therapie, und Tamara (Eva-Maria Kaiser) kann gar kein Blut sehen.

Bernd Nebenführ ist in die Rolle des Haustechnikers Ali geschlüpft, der wohl besser Schmied geblieben wäre. Das zeigte sich nirgends besser als in der Szene, in der er seiner Chefin beichten muss, dass der Geschirrspüler im Keller ihr gutes chinesisches Porzellan zertrümmert hat. Wobei im Keller nicht der Geschirrspüler, sondern die von Ali zu reparierende Waschmaschine stand.

In der Rolle der Luise Koschnick spielt Silke Hartmann eine schon in die Jahre gekommene Freundin von Paula, und sie platzt immer dann rein, wenn sie am wenigsten gebraucht wird. Die Blicke, mit denen sie den Butler (Alexander Wolf) taxiert, sorgen bei dem für Unbehagen. Was um so witziger wirkt, weil Wolf im wirklichen Leben der Sohn seiner nervigen Verehrerin sein könnte.

Noch klischeehafter, und daher bei einem Laientheater unbedingt erforderlich, kommt Stefanie Herbig-Scheller in der Rolle von Kurts Sekretärin und Geliebter Susanne daher. In Sekundenbruchteilen wird aus der heulenden Geliebten, die nicht die nächste Ehefrau werden wird, eine nach einem Juwelenring lechzende und berechnende Frau.

Und als mannstolle Tochter Caroline will Rebecca Kaiser bei den Theater-Eltern vermitteln, bearbeitet allerdings unermüdlich den Papa ob des noch immer nicht spendierten Cabriolets.

Gut dreieinhalb Stunden dauert die mit 130 Zuschauern ausverkaufte Premiere. Versöhnt sich das zutiefst zerstrittene Ehepaar am Ende doch noch? Oder können die Auftragskiller versehentlich ihr Werk doch zu Ende führen? Widersteht der Butler der schmachtenden Verehrerin? Was repariert der Haustechniker noch alles kaputt? Wer stirbt, und warum? Auflösung in den Vorstellungen am Freitag und Samstag in der Schulturnhalle Michelau.

„Stirb schneller Liebling“, eine Kriminalkomödie in drei Akten, aufgeführt von der Theatergruppe Michelau, ist in der Michelauer Schulturnhalle am Freitag, 1. April, und am Samstag, 2. April, jeweils ab 19.30 Uhr zu sehen. Kartenvorverkauf: VR-Bank Michelau

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