SCHWEINFURT

Glas und Holz für die Marke Kulturforum

Das geplante Kulturforum am Martin-Luther-Platz. Die blau eingezeichneten Flächen werden abgerissen. Foto: Lang/Stadt Schweinfurt

Eine eigene Wirkung entfalten, aber den historischen Gebäuden am Martin-Luther-Platz nicht die Geltung nehmen: Auf diese kurze Formel bringt Oberbürgermeister Sebastian Remelé die Erwartungen, die das neue Kulturforum, das Stadtschreiberhaus, Altes Gymnasium und Reichsvogtei verbinden soll. Selbstbewusst, aber bescheiden, soll das neue Ensemble wirken.

30 Einreichungen

Ein kultureller Treffpunkt, ein Veranstaltungsort soll hier im Herzen der Stadt entstehen, so Remelé bei der Bekanntgabe der Preisträger des Planungswettbewerbes. Sehr, sehr gute Vorschläge seien unter den 30 Einreichungen. „Wir hatten die Qual der Wahl.“ Eineinhalb Tage tagte das Preisgericht. „Wir haben gerungen“, so Remelé. Der Entwurf, der in die Tat umgesetzt werden soll, stammt vom Kölner Büro Heinle, Wischer und Partner. Die Entscheidung für den Siegerentwurf fiel einstimmig.

Entwürfe liegen aus

Sich Gedanken über das geplante Kulturforum zu machen, sei für die Planer keine leichte Aufgabe gewesen, so Baureferent Ralf Brettin, der die vier preisgekrönten Entwürfe (außer einem ersten und zweiten Preis wurden zwei dritte Preise verliehen) bei einem Rundgang durch das evangelische Gemeindehaus kurz vorstellte . Dort sind die Entwürfe bis Freitag von 10 bis 16 Uhr ausgestellt. Eine Herausforderung war zum Beispiel, einen Veranstaltungsraum zu konzipieren und einen Weg zu finden, das Ensemble in den Platz einzubinden. Der Bau soll auch die Marke Kulturforum definieren, so Brettin. Deswegen wollte man nicht einen guten, sondern den besten Entwurf.

Glastreppe als Element

Im Siegerentwurf gefielen der Jury die klaren Linien, die Verbindung von innen und außen. Altes Gymnasium, Stadtschreiberhaus und Reichsvogtei verbindet ein Kernriegel. Es gibt einen großen Platz, die Johanniskirche wird mit einbezogen. Es gibt ein schön geschnittenes Foyer, der Veranstaltungsraum ist im Untergeschoss, über eine „großartige Treppe“ zu erreichen. Im Modell fällt eine verglaste Treppe auf, die den Abschluss des ehemaligen freistehenden Verbindungsflügels zur Reichsvogtei bildet.

Laterne nennen die Planer dieses Element, das bei der Jury und auch bei den Besuchern des Pressetermins gut ankam. Die klaren Linien des Entwurfs gefielen der Jury, so Brettin. Der Verbindungsbau wirke zeitgemäß und selbstbewusst, zumal der neue Bau ein Flachdach hat. Viel Glas und Holz schaffen Atmosphäre, die auch nach Außen wirkt. Brettin spricht von Schaufenster-Effekten.

Gut gefiel auch das Nutzungskonzept: Das Geschichtliche wird in der Vogtei zu sehen sein, Aktionsräume sind im Gymnasium, Wechselausstellungsräume kommen in den Neubau, die Verwaltung sitzt im Stadtschreiberhaus. Mit einem kompakten und gut organisierten Entwurf haben die Verfasser es souverän geschafft, die gestellte, anspruchsvolle Aufgabe mit einfachen Mitteln zu lösen und mit einem klaren architektonischen Ausdruck zu versehen, heißt es in der Bewertung des Preisgerichtes.

Katharina Christ, die Leiterin des neuen Kulturforums, kann sich offenbar gut vorstellen, wie das alles einmal werden wird. Die Aufteilung gefällt ihr: Da könne man viel draus machen. Und das Forum wirke einladend, niederschwellig: „Es soll selbsterklärend sein, wo man hinläuft“.

Bodenarchäologie ein Thema

Wie geht es jetzt weiter? Der Wettbewerb ist nur ein Teil des Projektes. Es braucht eine Baugenehmigung, ein Wettbewerb für die Innengestaltung wird ausgeschrieben werden. 2021 könnte das Forum fertig sein, wenn alles läuft, wie geplant, so Brettin. Die Stadt geht davon aus, dass bei den Bauarbeiten auch die Bodenarchäologie eine Rolle spielen wird. „Es ist zu erwarten, dass wir hier etwas finden“, so Brettin.

Die prämierten Entwürfe: Platz eins Heinle, Wischer und Partner (Köln). Platz zwei: Bruno Fioretti Marquez (Berlin) , Platz drei: Schlicht, Lamprecht (Schweinfurt), Tusker, Ströhle (Stuttgart).

Der Siegerentwurf für das geplante Kulturforum. Foto: Anand Anders
Der Martin-Luther-Platz soll zu einem neuen Zentrum im Herzen der Stadt werden. Foto: Anand Anders

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