Schweinfurt

Glosse: Was hast Du zu Weihnachten bekommen? Einen Schnupfen

Über Apothekennotdienste an Feiertagen und einen Vater, der sich an Heilig Abend aus dem Haus schleichen wollte. Was war da los? Die Glosse "Zeug gibt's" verrät's.
Wenn's an Weihnachten weh tut: In der Apotheke wird einem auch an den Feiertagen geholfen (Symbolbild). Foto: Christoph Soeder

Nochmals danke, liebes Christkind! Soviel hätte es doch gar nicht gebraucht. Da wachst du am Morgen des Heilig Abend auf und die Nase ist komplett zu. Schöne Beschwerung. Was ein Schnupfen. Das Weihnachtsessen wird aufgetischt, greift zu, nehmt reichlich! Die Köchin fragt: Schmeckt's denn? Sie muss sich mit einem Schulterzucken begnügen. Die Geschmacksnerven liegen blank. "Also, die Konsistenz ist gut." Aber zum Glück sitzen auch unverschnupfte Gäste am Tisch, die Lob kundtun, die rätseln, wie man denn die Soße nur so sämig und feinwürzig hinbekommen könne. Der Abend ist gerettet. Der Schnupfen bleibt. Auch am nächsten Morgen.

Schniefen und Triefen. Ist ja an sich nicht weiter schlimm, das Üble daran - jeder kennt es - sind die geschwollenen Nasenschleimhäute: Der Zinken scheint luftdicht verschlossen, jedoch nicht wasserdicht, man braucht Unmengen an Taschentüchern und kriegt einen trockenen Mund, weil da die ganze Atemluft durch muss.

Warteschlange beim Notdienst-Apotheker in der Schweinfurter Innenstadt

Da hilft nur Nasenspray. Am zweiten Weihnachtsfeiertag ist der letzte Rest aus dem Sprühfläschchen raus. Ab zur Apotheke, in der Schweinfurter Innenstadt öffnet sich eine Schiebetür zum Pharmahimmel. Da merkt man: Das Christkind hat an viele Menschen gedacht, Schnupfen, Husten, Augenschmerzen, es stehen etwa 15 Leute in der Schlange. Aber es ist Weihnachten, nette Worte werden ausgetauscht, Genesungswünsche inklusive. Ein Mann bekommt nach zehn Minuten seine Medikamente gereicht, darunter ein Nasenspray. Der verschnupfte Reporter weiß: Das Zeug wirkt Wunder und freut sich für den Leidensgenossen, der sein (er)lösendes Medikament bereits hinausträgt  – und es prompt auf der Türschwelle fallen lässt. Hebt's wieder auf, eilt hinaus. Doch da war's schon geschehen, aus der Packung rinnt das Nasenspray heraus, am Auto ist das Fläschchen leer. Der Mann erkennt den Verlust, kommt zurück in die Apotheke, dort stehen mittlerweile 20 Leute an, und reiht sich hinten ein. "Du kannst hier vorkommen, ich brauche auch Nasenspray, da kaufe ich halt zwei", sagt der Reporter. Freudig rutscht der Mann auf. Der Kunde davor kriegt's mit und sagt: "Geh her, du kriegst meinen Platz, dann bist du gleich dran." Da ist der Mann ganz fröhlich und alle in der Apotheke freuen sich mit ihm und wünschen frohes Fest und gute Besserung.

Top, die Ausrede gilt - nicht

Zurück zum Heilig Abend, da ist es ja oft so, dass man Zeit mit der Familie verbringt und alte Freunde und Bekannte wieder trifft, die man bisweilen das ganze Jahr über nicht gesehen hat. So ist man also in der Heimat und trifft sich zu Glühwein und Bier. Ein alter Kumpel und Nachbar gegenüber dem Elternhaus hat zwei kleine, süße Kinder, die noch ans Christkind glauben, und eine liebevolle Frau. Im Gespräch mit dem Kumpel wächst die Idee, nach dem Essen und der Bescherung noch gemeinsam ein oder fünf Bier zu trinken. Die Frau hört's und mahnt höflich an, dass jetzt erstmal die Familie dran sei. Da sagt der Kumpel: "Frau, ich muss doch später nochmal nach den Wachteln schauen." Das war viel zu auffällig. Aus dem späten Bier wurde nichts.

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