Grafenrheinfeld

Grafenrheinfeld: Drei Kandidaten und viele Gemeinsamkeiten

Wahlkampf ist auch ohne Streit spannend. In Grafenrheinfeld wollen Christian Keller, Michael Niklaus und Ursula Weidinger, dass alle Bürger gerne in der Gemeinde leben.
Warten auf den Auftritt. Die Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters in Grafenrheinfeld: Michael Niklaus (von links), Christian Keller und Ursula Weidinger. Foto: Gerd Landgraf

Als Bürgermeister wollen sie Motor und Moderator in und für Grafenrheinfeld sein, die Kandidaten Ursula Weidinger von den Aktiven Grafenrheinfelder Bürgern, Michael Niklaus von der Freien Bürgerliste und Christian Keller von der CSU. Und da auch alle drei bei der Vorstellungsrunde im Haus der Begegnung auf das Miteinander sowie auf Transparenz setzten, mussten die gut 250 Bürger im bestens besetzten Saal sowie an der Theke und auf der mit Lautsprechern ausgerüsteten Terrasse genau zuhören, um unterschiedliche Position herauszuhören. 

Thomas Weigand und Stefan Weidinger führten am Sonntagvormittag gekonnt durch zweieinhalb niemals langatmige Stunden und gaben den Kandidaten Zeit für kurze persönliche Vorstellungen, für  Antworten auf die auf Bierdeckeln notierten Fragen und zu Gesprächen mit den Bürgern an den runden Stehtischen.

Michael Niklaus

Per Los war Michael Niklaus der erste, der sich und seine Ziele vorstellte. Seit 15 Jahren arbeitet Niklaus im Grafenrheinfelder Rathaus und ist beim Gang durch die Ämter "groß geworden". Der Chef der Bau- und Hauptverwaltung will Spielplätze ertüchtigen, den Skaterplatz erweitern und eventuell das offene Angebot an die Jugend um einen "Bauwagen" ergänzen. In Sachen Ökologie sieht Niklaus die Gemeinde vor allem mit dem Sauerstücksee gut aufgestellt und Grafenrheinfeld zum Erhalt und zur Schaffung weiterer Biotope verpflichtet, "aber nicht hektarweise". Mehr Transparenz soll ins Rathaus mit einem vierteljährlichen Bürgersonntag einziehen. Ansonsten gelte: "Kommen Sie einfach auf mich zu."    

Ursula Weidinger

Ursula Weidinger hat die Vision von Wohnformen, die Gemeinschaft schaffen, den Ort beleben und die Ressourcen schonen. Als Allianzmanagerin zählt sie sich ebenfalls zu den Insidern der Kommunalpolitik und -verwaltung, allerdings mit "dem Blick über den Tellerrand hinaus". Weil parteilos will sie unabhängig Blickwinkel weiten und verändern, falls aus ihrer "Berufung" ihr Beruf wird. Für mehr Dialog mit den Bürgern soll ein Amtsblatt der Gemeinde den Grundstein legen. Doch auch das Amtsblatt sei nur ein Trittstein zu einem Grafenrheinfeld, in dem man weiterhin gerne lebe. Auf ihr Schild hat sich Weidinger die Förderung der Vereine und deren Jugendarbeit, bezahlbaren Wohnraum, kulturelle Angebote und eine verbesserte Infrastruktur geschrieben. Den Klimawandel stuft die Kandidatin als akute Herausforderung ein, der die sofortige Nutzung aller Handlungsspielräume und ein Gemeindeentwicklungskonzept erfordere.   

Christian Keller

Der "bodenständige" und langjährige Gemeinderat Christian Keller sieht bei sich neben der fachlichen Kompetenz ein "Gespür für den Menschen", das ihn hervorragend mit den Grafenrheinfeldern vernetzt habe. Sichern will Keller die Kinderbetreuung sowie die Flur und die Natur. Eine weitere Sand- und Kiesausbeute auf der Gemarkung kommt für ihn nicht in Frage, denn "Grafenrheinfeld ist keine Beute". Für Keller steht das Miteinander ganz oben auf der Handlungsliste eines Bürgermeisters, der sich in Grafenrheinfeld aber auch um die Themen Verkehr, Finanzen, altengerechtes Wohnen, den Naturschutz sowie die Kinder- und Jugendarbeit mit vollem Einsatz zu kümmern habe.   

Fragen aus dem Publikum

Bei den Antworten auf die auf Bierdeckeln notierten und dann aus einem Karton gezogenen Fragen mussten sich die Kandidaten mit zwei Minuten begnügen. Zu den Wohn- und Gewerbegebieten meinte Michael Niklaus, dass die Gemeinde auf eine gesunde wie auch starke Entwicklung stolz sein dürfe, dass der rare Grund nur mit Bedacht zu vergeben sei. Dem stimmten Weidinger und Keller zu.  

Eng ging es im Saal bei der Vorstellung der Kandidaten zu. Foto: Gerd Landgraf

Ähnlich übereinstimmend waren die Anmerkungen zur Verkehrsberuhigung. Bei Kreis- und Staatsstraßen könne man nur anregen und beantragen, jedoch nicht entscheiden, hieß es. Weidinger setzt auf eine Stärkung den ÖPNV und des Radverkehrs, Niklaus will erneut Tempo 30 beantragen, Keller hofft auf Verkehrsverlagerung und sieht wie seine Mitbewerber "keinen großen Wurf".

Der Hundehaufenwahnsinn

Nachhaltigkeit haben sich alle drei auf die Fahnen geschrieben, sowohl beim Bauen wie beim Wohnen, bei der Mobilität und auch im Wald. Beim Rückbau des Kernkraftwerks vertraut man auf die Sicherheitsbehörden, was jedoch nicht davon entbinde, sich stets auf dem Laufenden zu halten.  

Auf den "Hundehaufenwahnsinn" wollen die drei Kandidaten mit Appellen an die Tierhalter reagieren. Der Jugend ist in Aussicht gestellt, dass diese bei einem Jugendplenum (Weidinger), beim Bürgersonntag (Niklaus) oder immer (Keller) gehört wird.

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