GRAFENRHEINFELD

Grafenrheinfeld-Rückbau kostet 1,2 Milliarden

Atomkraftwerk Grafenrheinfeld
Schlüsselblumen blühen vor den dampfenden Kühltürmen des Kernkraftwerks bei Sonnenaufgang in Grafenrheinfeld. Foto: Daniel Peter

Für Betreiber E.ON gibt es kein Zurück mehr: In der Nacht des Samstags, 27. Juni, wird das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG, Lkr. Schweinfurt) endgültig abgeschaltet. „Der 27. Juni ist definitiv“, sagte E.ON-Kernkraft-Geschäftsführer Erwin Fischer am Freitag vor Medienvertretern. Ursprünglich wollte das Unternehmen den Atommeiler schon am 31. Mai vom Netz nehmen, ließ ihn aber weiterlaufen, um die vorhandenen Brennelemente möglichst lange auszunutzen.

 

Am 27. Juni um Mitternacht geht das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz. Hier ein Video von der Pressekonferenz von Anand Anders.

Posted by Schweinfurter Tagblatt on Freitag, 19. Juni 2015

Werksleiter Reinhold Scheuring und Fischer erläuterten den geplanten Rückbau der Anlage, mit dem nach Abschluss der Genehmigungsverfahren Ende 2017 begonnen werden soll. Noch während die letzten Brennelemente im Nasslager des Reaktorgebäudes abkühlen, soll bereits der Ausbau von nicht mehr benötigten Teilen beginnen. 2020 soll dann der letzte Brennstoff ins Zwischenlager umziehen. Nach bisherigem Plan sind die letzten Gebäude 2030 verschwunden.

Pressesprecherin Petra Uhlmann taxierte die Kosten auf 1,2 Milliarden Euro: „Damit kommen wir aus.“ Die Mittel, so Geschäftsführer Fischer, seien in den Rückstellungen vorhanden. Insgesamt verfüge E.ON über 16 Milliarden Euro für Rückbau und Entsorgung.

Inzwischen hat das Unternehmen ermittelt, dass beim Abriss des AKW eine halbe Million Tonnen Material anfallen. Das Allermeiste sei konventioneller Bauschutt oder Recyclingmaterial. Wie Scheuring sagte, könnten fünf Prozent nach der Dekontamination entsorgt werden. Der Anteil an schwach- und mittelradioaktivem Müll betrage etwa ein Prozent – geschätzte 3500 Tonnen. Offen ließen die E.ON-Vertreter, ob sie die Option ziehen, für den mittelradioaktiven Müll eine sogenannte „Bereitstellungshalle“ zu bauen, um ihn dort zu parken. Damit sollen Verzögerungen beim Rückbau vermieden werden, denn das für schwach- und mittelradioaktive Teile vorgesehene Endlager Schacht Konrad ist noch nicht fertig.

Sicherheit geht weiter vor

Geschäftsführer Fischer zog eine Woche vor Betriebsende eine ausführliche Bilanz der 33 Jahre währenden Stromproduktion. Mit den gelieferten 333 Milliarden Kilowattstunden hätte man ganz Bayern versorgen können. Das KKG gehöre zu den Anlagen mit dem weltweit höchsten Sicherheitsniveau: Von den 234 gemeldeten Ereignissen sei nur eines auf der niedrigsten Stufe der internationalen Skala INES eingruppiert worden. Der sichere Zustand des KKG sei nur mit einer exzellenten Mannschaft zu erreichen. Deren Motto „Sicher bis zum letzten Tag“ gelte auch für die weiteren Jahre.

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