GRAFENRHEINFELD

Grüne wollen Resolution zum KKG-Rückbau

Die Grünen im Landkreis Schweinfurt wollen, dass der Kreistag eine Resolution zum Rückbau des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld (KKG) verabschiedet. Zentraler Punkt dabei: die ergebnisoffene Prüfung, ob das KKG entweder möglichst schnell zurückgebaut, die radioaktiv belasteten Anlagen dauerhaft eingeschlossen oder das Reaktorgebäude zwecks Reparaturmöglichkeiten für defekte Castoren erhalten werden soll.

Kraftwerksbetreiber E.ON plant derzeit den zügigen Rückbau, sobald die Brennstäbe im Reaktor so weit abgeklungen sind, dass sie ins benachbarte Zwischenlager gebracht werden können. Die Grünen fordern von den Genehmigungsbehörden – der Staats- und der Bundesregierung – jedoch eine ordentliche Prüfung der Alternativen. Gesetzlich ist das nicht vorgeschrieben.

Unterstützt werden sie dabei von der BA-BI (Bürgeraktion Umwelt- und Lebensschutz/Bürgerinitiative gegen Atomanlagen), dem Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft und dem Bund Naturschutz. Den Antrag zur Resolution wird die Fraktion in der nächsten Kreistagssitzung einbringen, die am 17. Dezember stattfindet.

Im Resolutionsantrag fordern die Grünen neben einer Prüfung ohne Scheuklappen auch eine umfassende Sicherheitsüberprüfung für das Zwischenlager. Besonders im Hinblick auf eine mögliche Sabotage, einen Terroranschlag oder einen Flugzeugabsturz. In dem für 88 Castoren ausgelegten Zwischenlager, das aktuell bis zum Jahr 2046 genehmigt ist, sollen die Sicherheitsstandards so verbessert werden, dass sie den Kriterien eines „sicheren Einschlusses“ genügen. Auch brauche es die Möglichkeit, vor Ort defekte Castoren zu reparieren.

Ein weiterer Punkt sind die Genehmigungsverfahren. Im Resolutionsantrag fordern die Grünen, dass die Verfahren für Reaktor-Rückbau und das Zwischenlager zusammengeführt werden. Derzeit sind die Verfahren unabhängig. Die Resolution fordert gleichzeitig auch eine Beteiligung der Öffentlichkeit.

Und dann soll sich der Kreistag noch für den Abriss der Kühltürme aussprechen, sobald sie für die Sicherheit des KKG nicht mehr gebraucht werden. Damit wollen die Atomkraftgegner sichergehen, dass das KKG nachhaltig abgeschaltet bleibt. Derzeit sei es de facto ein Kraftwerk im „Stand-by-Modus“, das theoretisch jederzeit wieder hochgefahren werden könnte.

Der Antrag schließt mit der Mahnung, dass es hier um eine langfristige Weichenstellung gehe. Kein Mitglied des Kreistages werde angesichts der langfristigen Verfahren das endgültige Ende des Atomstandorts erleben. Es gehe vielmehr um die Sicherheit der Kinder, Enkel und Urenkel.

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