Schweinfurt

Grüne wollen mehr Artenvielfalt und weniger Asphalt

Ab Juli soll in der Ledward Kaserne die Carus Allee gebaut werden. Nun haben auch die Grünen einen Antrag gestellt. Warum die Fraktion ein großes Einsparpotenzial sieht.
Eine der Planskizzen der Carus Allee in der Ledward Kaserne, wie sie die Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH ab 1. Juli umsetzen möchte. Foto: Repro Planskizze Oliver Schikora

Die Planungen zum Bau der Carus Allee hatte das Büro Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH im März im Bauausschuss vorgestellt. Spatenstich für die 610 Meter lange und 37 Meter breite hainartige Ost-West-Verbindung in der früheren Ledward Kaserne ist am 1. Juli. Das mit vier Millionen Euro vom Bundesbauministerium geförderte Sechs-Millionen-Projekt soll schon 2020 fertig sein.

In den vergangenen Wochen gab es zahlreiche Anträge zur Carus Allee. Zum einen hatte die CSU beantragt, dass die ursprünglich aus Kostengründen nicht zur sofortigen Gestaltung vorgesehene Fläche vor dem neuen Fachhochschul-Gebäude doch schnellstmöglich mitgeplant und gebaut wird. Dies wird nun auch ermöglicht mit Hilfe des Stadtumbaus.

Außerdem hatte FDP-Stadtrat Georg Wiederer beantragt, japanische Kirschbäume zu pflanzen, um durch ein japanisches Kirschblütenfest wie zum Beispiel in Bonn auch einen touristischen Mehrwert zu schaffen. Der Bund Naturschutz hatte sich aus ökologischen Gründen gegen diese Idee gewandt. Nun meldeten sich auch die Stadtrats-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen mit einem Antrag zu Wort. 

Pflanzen und Bäume in Hinblick auf heimische Artenvielfalt

Der Fraktionsvorsitzende Reginhard von Hirschhausen beantragt zum einen, dass "bei der Auswahl insbesondere von Bäumen, aber auch Pflanzen aller Art, vornehmlich auf deren Eignung für den Standort Carus Allee und deren Beitrag zur heimischen Artenvielfalt zu achten". Außerdem solle sich die Asphaltierung weitgehend auf die beiden begrenzenden Fahrstreifen der Carus Allee erstrecken, und im zentralen landschaftsähnlichen Teil solle nur dort asphaltiert werden, wo es zwingend nötig sei.

Hier wird sie entlang laufen: Baureferent Ralf Brettin deutet in der Ledward Kaserne auf den Bereich, in dem die neue Carus Allee geplant ist. Foto: Oliver Schikora

Von Hirschhausen erinnert an das Gesetz gewordene Volksbegehren "Artenschutz", das unter anderem ein flächendeckendes Netz von Biotopen im Freistaat vorsieht. Auch wenn japanische Kirschblüten ihren Reiz hätten  und Besucher anzögen, seien die "Notwendigkeiten des heimischen Artenschutzes" wichtiger, was aber nicht heiße, die Schönheit der Natur nicht gestalterisch einsetzen zu können.

Von Hirschhausen erklärt weiterhin, nach den ihm vorliegenden Informationen sollen 12 000 der 22 700 Quadratmeter Fläche der Carus Allee asphaltiert werden. "Dies erscheint uns ökologisch, ökonomisch und auch aus dem Gesichtspunkt der Schönheit der Anlage nicht sinnvoll", so die Grünen. Stattdessen fordert man, dass im Landschaftspark "wassergebundene Oberflächen überall dort eingesetzt werden, wo Asphaltierung nicht zwingend notwendig ist".

Die Grünen-Fraktion sieht gerade beim Thema Asphaltierung weiteres erhebliches Sparpotenzial, das man auf gut 400 000 Euro gegenüber der jetzigen Berechnung beziffert. Erfahrungswerte bei der Landesgartenschau in Würzburg hätten Kosten von 100 Euro pro Quadratmeter beim Einbau von Asphalt auf schmalen, kurvenreichen und nicht ebenen Wegen, wie im Mittelteil der Carus Allee vorgesehen, ergeben. Diese Fläche schätzen die Grünen mit 8000 Quadratmetern. Stattdessen eine wassergebundene Decke einzubauen, koste nur die Hälfte.

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