Oberwerrn

Grundschule wird ab Dezember zum "Haus des Kindes" umgebaut

Warten auf das Haus des Kindes: Am Falltor in Oberwerrn sollen im nächsten Jahr zwei Grundschulklassen und zwei Kindergartengruppen untergebracht werden. Foto: Uwe Eichler

Der Monatstreff der CSU Oberwerrn in der Gaststätte "Eisenbahn" war diesmal eine kleine Bürgerversammlung: Rund zwanzig Besucher kamen, als Bürgermeisterin Bettina Bärmann auf Einladung des CSU-Ortsverbandes die Verzögerung beim Umbau der Grundschule zum "Haus des Kindes" erläuterte. Die Freie Wählerin hatte die Pläne dabei und gab einen Rückblick.

Ursprünglich war im Gemeinderat die Komplett-Umwandlung des Schulgebäudes, Baujahr 1931, in einen Kindergarten favorisiert worden: angesichts steigender Kinderzahlen und Unterbringungsprobleme auch in der Werntal-Gemeinde. Dagegen regte sich 2018 heftiger Protest in der Elternschaft, mit Unterschriftenaktion. Nicht nur Oberwerrner, auch Niederwerrner Eltern wollten den beliebten Schulstandort erhalten. In Folge wurde eine Kombi-Lösung auf den Weg gebracht: Zwei Schulklassen sollen im Obergeschoss untergebracht werden, zwei Kindergarten-Gruppen im Erdgeschoss.

Als die Pläne im Herbst 2018 der Regierung vorgelegt wurden, habe diese nicht nachvollziehen können, dass die Schule Oberwerrn beibehalten werden solle, berichtete die Rathauschefin. Für einen zweiten Standort neben Niederwerrn, wo eine umfassende Sanierung oder sogar ein Teilneubau ansteht, dürfe die Gemeinde keine Fördermittel erwarten. Zuschüsse fließen allein in den Kindergarten-Bereich.

Im Dezember beginnen die Abbrucharbeiten

Die Umsetzung des Projekts innerhalb eines Jahres wäre ihr damals "sportlich, aber machbar" vorgekommen, meinte Bärmann. "So hat es mit der Architekt zugesichert." Allerdings habe es dann aufgrund der Kombilösung mehr Detailfragen zu klären gegeben, etwa bei der Raumverteilung oder dem Brand- und Schallschutz. Weitere Leistungsphasen zu vergeben, wäre für die Gemeinde förderschädlich gewesen. Nach intensiver Prüfung hat die Regierung nun die Baumaßnahmen freigegeben. Ein Teil der Ausschreibungen sei bereits draußen, so Bärmann, es gebe einen Zeitplan. Am 10. Oktober soll die Submission erfolgen. Im Dezember werden die Teil- Abbrucharbeiten beginnen, einschließlich Entfernung der Heizung und der Öltanks. In der zweiten Hälfte des laufenden Schuljahres soll das Gebäude fertig sein: "Für das Schuljahr 2020/21 ist der Einzug realistisch."

Aktuell rechnet die Gemeinde mit 2,58 Millionen Euro Gesamtkosten und rund 70 Prozent Förderung im Kindergartenbereich: ein Zuschuss von 900 000 Euro. Träger ist der St. Johannisverein, wie beim bestehenden Kindergarten. Die Unterbringung einer Krippe sei nicht möglich. Etwa 40 bis 50 Kinder werden in den beiden Regelgruppen untergebracht sein, schätzt Gemeinderat Michael Holzmann (CWVO).

Insgesamt erhalte man ein "hochwertig saniertes Gebäude", stellte die Bürgermeisterin fest. Im Keller soll es ein "grünes Klassenzimmer" geben mit erweiterten Nutzungsmöglichkeiten. Die Holztreppe wird durch eine Stahlkonstruktion ersetzt, im Außenbereich dienen Fluchtbalkone dem Brandschutz. Die Turnhalle soll weiterhin durch Vereine nutzbar sein. "Es ist jetzt wirklich eine optimale Lösung entstanden", so Bärmann. Statt mit Öl wird künftig mit Gas geheizt. Ob Photovoltaik aufs Dach kommt, muss noch beraten werden. Eine Lösung für den erhöhten Parkplatzbedarf ist ebenfalls angedacht. Noch offen ist die Gestaltung des Außenbereichs.  

Mehr Stirnrunzeln gab es bezüglich der Zukunft des "Kimmel-Hauses" neben Gemeindebackhaus, Kirche und neuem Friedhofsaufgang. Die Oberwerrner würden auch in diesem Fall gerne miteinbezogen werden, hieß es. Seitens der Niederwerrner CSU-Fraktion war Bärmann in der letzten Ratssitzung vorgeworfen worden, einen Abbruch-Beschluss nicht zusammen mit den Bauarbeiten am Friedhofs-Aufgang umgesetzt zu haben. "Wir hatten Handlungsbedarf bei der Mauer", sagte Bettina Bärmann. In der Bürgerschaft sei der Wunsch nach einem barrierefreien Zugang geäußert worden, im Rahmen der Dorferneuerung. Dafür gab es 150 000 Euro aus Europamitteln. Der Gemeinderat habe bei der Gemeinde beantragt, das Anwesen für den Abbruch zu kaufen. Das zugesicherte Wohnrecht für die Bewohnerin sei gemäß Vertrag aber erst im Juni 2019 abgelaufen. Man wolle das leerstehende Haus in jedem Fall abreißen, so Bärmann, die Nutzung des Geländes aber vorher klären. Das Amt für Ländliche Entwicklung könne sich eine Förderung vorstellen, denke aber an mehr als nur einen Parkplatz oder Grünfläche: "Man kann bestimmt einen Kompromiss herbeiführen", sagte Bettina Bärmann und kündigte eine Bürgerwerkstatt an.

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