Schweinfurt

Grundstücke-Stückeln am Geheegberg und ein Rollstuhl-Problem

Zwischen 1300 und 2800 Quadratmeter groß sind die freien Baugrundstücke entlang der Straßen "Am Geheegberg" und Lindenbrunnenweg in Schweinfurt. Zeitgemäß ist das nicht.
Für einen Rollstuhl sind die Gehsteige "Am Geheegberg" ebenso zu schmal wie für Kinderwägen.  Foto: Gerd Landgraf

Bauplätze in Schweinfurt sind knapp. Umso wichtiger ist es, freie Areale sinnvoll zu nutzen. Und die gibt es tatsächlich. Drei Flurstücke "Am Geheegberg" und Lindenbrunnenweg sind noch unbebaut und riesengroß – zwischen 1300 und 2800 Quadratmeter. In den 1970er-Jahren, als der Bebauungsplan das Gebiet aufgeteilt hat, war das üblich. 2019 ist es alles andere als zeitgemäß, so Markus Sauer, zuständig für die Stadtentwicklung in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung. Weshalb der Bebauungsplan geändert werden soll. Aus drei werden dann sieben neue Grundstücke mit einer Größe zwischen 500 und 800 Quadratmetern. Soweit so gut, der Stadtrat gab die Planungsänderung im Februar in Auftrag.

Alles lief wie geplant, der Plan wurde ausgelegt, Behörden und Institutionen konnten Stellung nehmen oder Einwände erheben. Dann allerdings das böse Erwachen, das Planungsbüro hatte einen Fehler gemacht, eine private Stichstraße falsch eingezeichnet. Der Fehler wurde korrigiert, doch nun muss die Bebauungsplanänderung wieder ausgelegt, müssen wieder Stellungnahmen eingeholt werden.

Spielstraße oder nicht – entscheiden muss eine andere Behörde

Die Bebauungsplanänderung allerdings habe nichts mit den Einwänden eines Anwohners zu tun, betonte Sauer. Die Bauleitplanung könne das Problem mit dem für Rollstuhlfahrer zu schmalen Gehweg nicht lösen. Der Grund: Der Straßenraum ist an sich sehr eng, so die Verwaltung. Eine Lösung hatte der Behindertenbeirat in seiner jüngsten Sitzung vorgeschlagen, ergänzte Reginhard von Hirschhausen: Würde man die Straße zur Spielstraße erklären, dürften Autos nicht schneller als 10 km/h fahren – und Rollstuhlfahrer die komplette Straße nutzen.

Das allerdings könne die Stadt nicht tun. Über die Ausweisung einer Spielstraße müsse das Straßenbauamt entscheiden, so Ordnungsreferent Jan von Lackum. Er selbst sehe das nicht als Lösung des Problems. Dann sei in dem Bereich das Parken nicht mehr erlaubt, auch daran müsse man denken. Und: Die Stadt könne nicht jeden Bedarf, den ein Einzelner anmelde – auch wenn er nachvollziehbar sei – stillen. In Schweinfurt würde sich das Problem sicher hundertfach stellen, an allen möglichen Orten. Lösen könne man es nicht immer. Thomas End (SPD) sieht das Ganze pragmatisch. Die Neigung der Straße sei so stark, dass man nur schwer mit einem Rollstuhl dort fahren oder ihn schieben könnte.

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