Hänge- partie

Neujahrsempfang Die künftige Nutzung des Oberschwarzacher Schlosses war ein wichtiges Thema im Sebastianihaus.
Thema beim Neujahrsempfang: die künftige Nutzung des Oberschwarzacher Schlosses, das der Kirche gehört. Foto: Michael Mahr

Auch wenn Marktgemeinde und Pfarrgemeinde Oberschwarzach bereits zum 20. Mal zu einem gemeinsamen Neujahrsempfang geladen hatten, haben sie dennoch auch ein Thema, bei dem sie noch immer nicht einig sind. Es ist die Zukunft des Julius-Echter-Schlosses von Oberschwarzach. Pfarrer Stefan Mai sprach in seiner Neujahrsansprache im Sebastianihaus von einer „Hängepartie“.

Den Begriff aus dem Schachspiel wählte Mai als Synonym für Entscheidungen, die vertagt werden. Nach seiner Meinung befinden sich Markt- und Pfarrgemeinde trotz vieler Sitzungen und Beratungen, trotz Initiativen wie der Gründung des Schlossvereins und vieler weiterer Aktionen bis auf Weiteres in einer Situation, die noch ungewiss ist.

Auch für Bürgermeister Manfred Schötz war das Schloss ein Thema. Der Gemeinderat wünsche die Erstellung eines gemeinsames Nutzungskonzepts, bei dem sowohl Marktgemeinde, als auch Kirchenverwaltung ihre Ideen einbringen. Schötz bat Politik, die Kirche und Wirtschaft um Unterstützung dabei.

Beim Rückblick wie in der Vorschau könne nicht alles erwähnt werden, so Schötz, aber an dem zentralen Thema der großen Politik 2015 kommt man nicht vorbei: Den Flüchtlingen. Trotz vieler offener Fragen hofft er auf Lösungen, die allen Betroffenen gerecht werden und die von allen mitgetragen werden können. Im Bereich der nicht minder wichtigen Kommunalpolitik erinnerte Schötz an die Einweihung der Kreisstraßen in Schönaich und die Segnung der Kinderkrippe.

Zahlreiche Aktionen im Steigerwaldzentrum in Handthal, wie die Waldtage im Juni, hätten gezeigt, was eine funktionierende Dorfgemeinschaft zu leisten imstande ist, freute sich Schötz.

Für das Jahr 2016 stehe die Sanierung der Turnhalle und der sanitären Anlagen der Grundschule auf dem Plan. Seit Jahresanfang gelte das Förderprogramm für die Innenentwicklung. Der Gemeinderat werde in der ersten Sitzung des Jahres über den Antrag auf ein Gemeindeentwicklungskonzept beraten.

2016 sei die Gemeinde Gastgeber beim Siebenertag und mit dem „Weinweg der Erkenntnis“, der unterhalb der Stollburg die Geschichte des Weinbaus darstellen soll, werde in diesem Jahr im Rahmen der Initiative „Terroir f“ ein magischer Ort des fränkischen Weines seiner Bestimmung übergeben.

Bürgermeister Schötz hatte noch eine gute Nachricht für die Bürger zum Thema „Schnelles Internet“. Nach zahlreichen Hürden müsse jetzt nur noch der Antrag zum Bau der Glasfaserleitung gestellt werden. Nach der Auftragsvergabe sollte jeder Haushalt der Marktgemeinde nach spätestens zwölf Monaten potenziell Zugriff aufs schnelle Internet haben, versprach Schötz.

Über die Ergebnisse der Fragebogenaktion „Zu Hause daheim“ informierten Anneke Schilling und Lutz Saubert. Als wichtigste Themen hätten sich dabei Internet, öffentlicher Nahverkehr, Durchgangsverkehr und Radwege erwiesen. Um die Gemeinden lebendig, attraktiv und lebenswert zu erhalten, müssten die Bürger in den Dörfern aber auch bereit sein, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Sie müssten sich austauschen, offen sein für Ideen und Verantwortung übernehmen, so der Tenor des Vortrags.

Landrat Florian Töpper freute sich über den gemeinsamen Neujahrsempfang von politischer und kirchlicher Gemeinde, der die Kooperationsbereitschaft beider zeige. Auch wenn er persönlich zur Lösung der „Hängepartie“ Schloss leider nur wenig beitragen könne, hatte er doch einen Vorschlag parat. Positive Impulse zu einer Konfliktlösung könnten eventuell durch einen gemeinsamen Besuch des Stückes „Don Camillo“ gewonnen werden, das demnächst auf der Freilichtbühne in Sömmersdorf aufgeführt wird.

Die große Zahl an Flüchtlingen habe 2015 im Landkreis Schweinfurt viel Kraft gefordert, aber auch viel Kraft freigesetzt, so Töpper. Zum Glück habe die Unterstützung der vielen ehrenamtlichen Helfer bisher nicht nachgelassen, dankte Töpper. Gleichzeitig machte er aber auch klar, dass Integration keine Einbahnstraße sein dürfe. Die Anpassung an unsere Gesellschafts- und Rechtsstruktur sei für eine erfolgreiche Integration notwendig.

Der Landtagsabgeordnete Otto Hünnerkopf freute sich besonders über das geplante Gemeindeentwicklungskonzept der Marktgemeinde. Aus seiner früheren beruflichen Tätigkeit mit der Materie vertraut, empfahl er, während der Maßnahmen möglichst viele der angebotenen Hilfen zu nutzen. So könne die Marktgemeinde seiner Erfahrung nach einen großen Schub erhalten. Der VG-Vorsitzende, der Gerolzhöfer Bürgermeister Thorsten Wozniak, stellte fest dass im vergangenen Jahr viele Veranstaltungen von den Menschen vor Ort getragen wurden was zeigt, dass sie sich einbringen wollen. Wichtig sei aber, dass die Rahmenbedingungen für das Leben auf dem Land nicht schlechter sind als in der Stadt.

Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang von den Handthaler Volkssängern und der Steigerwaldkapelle Oberschwarzach. Foto: Michael Mahr

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