SCHWEINFURT

Hat ein Feuerwehrmann Brände gelegt?

Sechsmal soll im Zeitraum Juni bis September 2013 der 24-jährige Feuerwehrmann aus einem Dorf im Landkreis Schweinfurt auf Feldern Stroh-Großballen angezündet haben. Am 6. Oktober 2013 wurde er festgenommen, sitzt seitdem in der JVA Schweinfurt in Untersuchungshaft. Brandstiftung wird ihm vor der Großen Strafkammer des Landgerichts vorgeworfen. Der Angeklagte schweigt zum Tatvorwurf. Wegen versuchter Brandstiftung ist er schon einmal rechtskräftig verurteilt worden – und durfte trotzdem bei der Feuerwehr bleiben.

Sechs Großrundballen Stroh soll der Mann am 3. Juni auf einem Acker bei Poppenhausen abgefackelt haben, darunter eine Werbefigur, die auf ein Dorfjubiläum hingewiesen habe; Schaden etwa 200 Euro. Im August sollen 30 Strohballen auf Wülfershäuser Gemarkung in Flammen aufgegangen sein – Schaden rund 1000 Euro. Auch für die Brandstiftungen an Strohballen bei Reiterswiesen, Stadtlauringen, Rannungen und Elfershausen im August und September letzten Jahres sieht die Staatsanwaltschaft Schweinfurt den 24-Jährigen verantwortlich. Der Sachschaden wird mit rund 2400 Euro angegeben.

Die Anklage stützt sich auf den Hinweis einer Bekannten des 24-Jährigen. Er sagt nichts zu den Vorwürfen, auch nicht auf den Hinweis des Vorsitzenden Richters, dass – so es etwas zu gestehen gäbe – ein Geständnis sich erheblich mildernd auf das Strafmaß auswirken würde.

Von Sommer bis Herbst 2013 hat der ermittelnde Polizeisachbearbeiter 14 Brandstiftungen an Strohballen im Raum nördlich von Schweinfurt, Bad Kissingen, Hammelburg, Bischofsheim aufgenommen. Acht Fälle seien aufgeklärt, die Täter geständig – diese sechs aber nicht. Auf den Angeklagten sei die Polizei auch aufmerksam geworden, weil dieser einige Brände gemeldet hatte. Die Handy-, Funkzellen- und Computerauswertung bezüglich des Angeklagten habe aber keine Hinweise auf eine Tatbeteiligung erbracht. Eine zweite Anklage liegt gegen den gelernten Spediteur und Freiwilligen Feuerwehrmann vor: Ende Juli 2012 soll er seine Freundin bei einer verbalen Auseinandersetzung plötzlich mehrere Haare ausgerissen, ihr einen Schlag gegen den Arm versetzt und sie zweimal mit beiden Händen gewürgt haben, so dass sie Würgemale davongetragen und mehrere Tage Schmerzen hatte. Er muss sich dafür wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Der Prozess wird am 2. Juni fortgesetzt.

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