GEROLZHOFEN

Herausforderungen für die Schulpsychologen

Weichen gestellt. Der Vorstand des Landesverbands Bayerischer Schulpsychologen tagte im „Tor zum Steigerwald“ in Gerolzhofen. Im Bild (von links): Hildegard Berke, Leiterin des Landesvorstandsbüros (Kehlheim), Landesvorstandsmitglied Herbert Kimmel (Gerolzhofen), der Vorsitzende des Landesvorstands, Hans Röthlein (München), der Pressesprecher und Regionalbeauftragte des Landesvorstands für Oberfranken, Uwe Schuckert (Bamberg) und die Regionalbeauftragte des Landesvorstands für Unterfranken, Anja Pschirrer (Würzburg). Foto: Norbert Vollmann

Die Umsetzung der Inklusion, sprich Integration von Kindern mit besonderem pädagogischen Bedarf im Schulalltag, sowie die Transparenz schulpsychologischer Arbeit und die Ausstattung der Schulpsychologen in den unterschiedlichen Schularten waren Arbeitsschwerpunkte einer erweiterten Vorstandssitzung, zu der der Vorstand des Landesverbandes Bayerischer Schulpsychologen (LBSP) sowie Regionalvertreter Nordbayerns in Gerolzhofen zusammenkamen.

Parallel dazu tagte der Arbeitskreis Organisationsstrukturen des LBSP, um der Satzung für die Gründung eines gemeinnützigen Vereins zur Förderung der Psychologie in der Schule den letzten Schliff zu geben. Dessen Aufgabe soll es sein, die Psychologie in der Schule auf Feldern wie Lehren und Lernen oder Schulentwicklung zu fördern.

Ein zunehmender Beratungsbedarf in allen Schularten liege nach Aussage der befragten aktiven Kolleginnen und Kollegen auf der Hand, so der LBSP. Zum einen seien es die neuen Herausforderungen im Rahmen der Inklusion von Schülern, die Hilfe und Begleitung bräuchten, um in den Regelschulen gut gefördert werden zu können und einen erfolgreichen Weg zu finden.

Forderung nach mehr Stunden

Zum anderen sei es die Auseinandersetzung mit allen Faktoren, welche das Lernen in und neben der Schule beeinträchtigen, die die zur Verfügung stehende Arbeitszeit der Schulpsychologen völlig ausfülle. Deshalb sei es eine ständige, unabdingbare Forderung des LBSP, die Anteile der Arbeitszeit für die Beratungstätigkeit bayerischer Schulpsychologen zu erhöhen.

Dabei dürfe nicht übersehen werden, dass zwar die Zahl tätiger Schulpsychologen steige (etwa am Gymnasium), nicht aber die Stundenausstattung insgesamt. Eine ganze Reihe hervorragend ausgebildeter Schulpsychologen könne momentan nur einen kleinen Teil ihrer Arbeitszeit – weniger als ein Fünftel der Gesamtarbeitszeit – für die schulpsychologische Beratung verwenden.

Diese Art der Beratungstätigkeit für Schüler und Eltern, aber auch Lehrerkollegen und schulische Gremien, betreffe aber eben Belastungen und Bereiche, die nur durch qualitätsvolle schulpsychologische Begleitung nachhaltig bearbeitet werden können. Jeder bayerische Schulpsychologe habe ein vollwertiges Studium der Psychologie abgeschlossen. Zudem sei es im Berufsethos bayerischer Schulpsychologen selbstverständlich verankert, dass sie sich fortbilden und weiterqualifizieren. Somit schließe sich der Kreis zum geplanten Förderverein, der sich besonders um qualitative Weiterbildungsangebote kümmern möchte.

Neben dem steigenden Beratungsbedarf im Schulalltag dürfe allerdings die laufende Arbeit der bayerischen Schulpsychologen nicht vergessen werden. In allen Schularten seien Schulpsychologen geschätzte Beraterinnen und Berater, die von zahlreichen Schülern und Eltern ganz selbstverständlich aufgesucht würden. Die Arbeit umfasse die Beratung und Hilfe bei Lern- und Lehrproblemen gleichermaßen wie die Fortbildung von Lehrerinnen, Schulleitern und Mitarbeitern in Schulleitungen oder die Mitarbeit bei der Weiterentwicklung der Schule.

Ziel sei es, zu Persönlichkeitsentwicklung, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden in der Schule als wichtigem gesellschaftlichem System beizutragen. Eine besonders hilfreiche Komponente stelle dabei die gesetzlich verankerte Schweigepflicht dar. Sie mache die bayerischen Schulpsychologen zu zuverlässigen Partnern ihrer Klientinnen und Klienten.

Der LBSP, in dem etwa zwei Drittel der bayerischen Schulpsychologen organisiert sind, kämpfe seit über 25 Jahren stetig für Verbesserungen der Rahmenbedingungen der schulpsychologischen Arbeit in Bayern, wurde weiter betont.

Der Landesverband Bayerischer Schulpsychologen setzt sich auch in diesem Schuljahr dafür ein, dass die Lernbedingungen für Schüler und die Arbeitsbedingungen für Lehrer in all ihren Arbeitsbereichen verbessert werden. Aktuell besonders brisant ist, dass die individuelle Förderung auf dem Feld der politisch beschlossenen Inklusion erfolgreich umgesetzt wird. Daneben gilt es, die erforderliche Beratungstätigkeit möglichst unverzüglich anbieten zu können und auch in Krisensituationen schnell eingreifen zu können.

Damit dies gelingt, sucht der LBSP auch immer wieder den Austausch mit den Elternverbänden, hält Kontakt zu den politischen Kräften aller Parteien und arbeitet an der Formulierung von Gesetzesnovellierungen im schulischen Bereich mit.

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