SCHWEINFURT

Heroes: Junge Männer machen sich für Gleichberechtigung stark

Starke Männer für die Rechte von Frauen: Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (Bildmitte) besuchte die Teilnehmer des Schweinfurter „Heroes“-Projekts. Foto: Cornelia Herzog

Die jungen Männer des „Heroes“-Projekts waren ein bisschen aufgeregt: Im Rahmen des unterfränkischen Sozialtags hat sie Bayerns Sozialministerin Emilia Müller besucht.

Hinter „Heroes“ der Gesellschaft zur beruflichen und sozialen Integration (gfi) verbergen sich Männer zwischen 16 und 21 Jahren, die sich gemeinsam mit ihren Gruppenleitern zum Thema Ehre und Ehrenkulturen ausbilden. Anschließend gehen sie zusammen mit einem Gruppenleiter an Schulen und in Jugendeinrichtungen, um in Rollenspielen mit den Schülern diese Themen zu behandeln.

Wie die gfi mitteilt, ist der Ausgangspunkt des Projekts das Bewusstmachen, dass die auf der Ehrenunterdrückung von Frauen basierte Männerrolle mit den Wertvorstellungen der hiesigen Gesellschaft nicht übereinstimmt. Die Jugendlichen sollen sich mit dem Verständnis der Ehre und der Menschenrechte auseinandersetzen. Ziel ist es, gegen die Unterdrückung im Namen der Ehre und für das Recht der Frauen auf Gleichberechtigung Stellung zu beziehen.

„Es ist erstaunlich, wie gut unser Angebot angenommen wird“, sagte gfi-Leiter Stephan Zeller auf Müllers Frage. Projektleiterin Claudia Federspiel betonte, dass hierdurch Vertrauen geschaffen wird, welches wichtig ist, um derart heikle Themen offen besprechen zu können. Die Tatsache, dass die Gruppenleiter selbst über einen Migrationshintergrund verfügen und die Muttersprache der „Jungs“ beherrschen, baue Hemmungen ab und schaffe Zusammenhalt in der Gruppe, erklärte sie.

„Wir haben lange und hart für die Gleichberechtigung gekämpft, auch in Deutschland war das nicht immer so. Wir wollen nicht zurück“, sagte die Ministerin den „Heroes“. Alihan Doskoev aus Weißrussland, der am Projekt teilnimmt, sagte, dass er „nebenbei“ auch sein Deutsch verbessern könne. „Mich hat die Idee fasziniert, Themen in einer Gruppe besprechen zu können, über die man sonst nicht so redet“, sagte Tamerlan Schadykov (16) aus Tschetschenien.

Dass Männer aus so genannten Ehrenkulturen als Multiplikatoren für die Gleichberechtigung der Frauen einstehen, sei ein wichtiges Element für den Dialog zwischen den Kulturen, sagte die Ministerin die im Gegenzug zu ihrem Besuch die „Heroes“ beim Sozialempfang des Regierungsbezirks in Veitshöchheim empfing.

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