OBERSCHWARZACH

Hilfe bei psychischen und sozialen Problemen

Nur drei unbegleitete Minderjährige bekam der Landkreis Schweinfurt in den ersten vier Monaten des Jahres 2018 zugewiesen. 2015 und 2016 waren es noch 80 bis 180. Weil der Flüchtlingsstrom gegenwärtig generell abebbt, werden Einrichtungen für die Jugendlichen wieder aufgegeben. „Wenn da wieder eine neue Welle kommt, haben wir schlechte Chancen, wieder auf den alten Stand zu kommen“, befürchtet Udo Schmitt, der Leiter des Amts für Jugend und Familie am Landratsamt Schweinfurt. Im Erich-Kästner-Kinderdorf stellte er dem Ausschuss für Jugend und Familie den Jahresbericht 2017 seines Hauses vor.

Wie gerecht ist Jury für Jugendkulturpreis?

Den Jugendkulturpreis des Landkreises bekamen die Young Äction Stars aus Sömmersdorf mit ihrem Theaterstück „Nussknacker und Mausekönig“. Die Sommershäuser setzten sich gegen drei Mitbewerber durch. Ausschussmitglied Birgit Schmitt aus Werneck (Die Grünen) beklagte, die Bewertung der Jury sei doch sehr subjektiv gewesen. Jurymitglied Andreas Müller, Ex-Vorsitzender des Kreisjugendrings und berufenes Mitglied im Ausschuss, räumte ein, dass die Bewertung sehr eltern- und erwachsenenorientiert verläuft.

Zuständig ist Schmitts Jugendamt auch für die Aufsicht von Kindertageseinrichtungen. Davon gibt es im Landkreis 87 mit 5836 Plätzen. Obwohl die Zahl der belegten Plätze von Jahr zu Jahr steigt, sind noch fast genau 1000 Plätze frei. Das gilt aber nicht für alle Altersgruppen. Gefragt sind vor allem Plätze für Kinder unter drei Jahren und Schulkinder. Um für letztere genügend Platz zu haben, haben die Einrichtungsträger zusammen mit den Gemeinden 2017 an 45 Standorten An- und Umbauten durchgezogen oder auch Zwischenlösungen, etwa Container, geschaffen.

Väter zelten mit Söhnen

In der Jugendarbeit hat das Amt fünf Freizeitmaßnahmen angeboten und eine internationale Jugendbegegnung mit je zehn deutschen und französischen Jugendlichen organisiert. Ehrenamtliche Mitarbeiter erhielten Aus- und Weiterbildung. In der Jugendkulturarbeit gab es sieben Theaterworkshops, darüber hinaus geschlechtsspezifische Angebote wie Vater-Sohn-Zelten.

Das Karl-Beck-Haus in Reichmannshausen in seiner Doppelfunktion als Schullandheim und Jugendbegegnungsstätte ist, bedingt durch die Sanierung, nicht mehr ganz so stark belegt wie in den Vorjahren. 1329 Gäste waren dort. Eine Tendenz ist auch, dass die gemeldeten Gruppen kleiner werden.

Prävention gegen Mobbing und Drogen

Die Jugendsozialarbeit an den Schulen umfasste Mobbing-Prävention, soziale Kompetenztrainings, Projekte zur Drogenprävention und Elterninformationsabende, zum Beispiel über Internetkriminalität. Diese Hilfe richtet sich an junge Leute mit gravierenden sozialen und erzieherischen Problemen. Am meisten genutzt wurde sie an der Heideschule in Schwebheim mit 71 und an der Mittelschule Gerolzhofen mit 69 Fällen.

Eine Aufgabe des Amts für Jugend und Familien ist es auch, seelisch behinderte Kinder und Jugendliche bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu begleiten. Hilfen gibt es bei Autismus, Legasthenie oder Dyskalkulie. 14 junge Menschen bekamen die Unterstützung ambulant, 17 stationär. Das Amt beschäftigt haben ferner 192 familiengerichtliche Verfahren und fünf Adoptionen.

547 Strafanzeigen gegen Jugendliche

Von Amts wegen tätig wird die Jugendgerichtshilfe, wenn Strafanzeigen gegen Jugendliche eingehen. 547 Mal war das 2017 der Fall. Die Jugendgerichtshilfe ist die Schnittstelle zwischen Jugendstrafjustiz und Jugendhilfe.

„2017 war für das Jugendamt ein anstrengendes und forderndes Jahr“, bilanzierte Udo Schmitt seinen Jahresbericht. Der Ausschuss quittierte ihn ohne weitere Diskussion.

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