Sennfeld

Hornissen: Die Bernhardiner unter den Wespen

Die Lebenshilfe baute 20 neue Umsatzkästen für die Hornissen im Landkreis Schweinfurt.
Die Hornissen sind die größte in Mitteleuropa lebende Wespenart, im Bild beim Bau ihres Nestes. Foto: Ursula Lux

Es war 1989, als der Naturschutzwächter Lothar Schwarz, erstmals Pläne für einen Umsatzkasten für Hornissen entwarf. Diesen baute dann Heinz Jakob, damals Bauhofleiter in Schwebheim und gelernter Schreiner. In den letzten 30 Jahren wurden  mit diesem Kasten und einigen Nachfolgern rund 1000 Hornissen und Wespenvölker umgesetzt.

Die Hornissen, Europas größte Wespenart, sind streng geschützt und unterliegen der Artenschutzverordnung. Jede Umsetzung bedarf einer Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde. Obwohl Hornissen eigentlich friedliche Mitbewohner sind, fürchten sich die meisten Menschen vor ihnen, und in Bereichen, wo Kinder unterwegs sind, haben sie auch nichts verloren. Deshalb werden sie auf öffentliche Flur- und Waldflächen im Landkreis umgesetzt.

Dies aber darf nur ein Sachverständiger tun. Schwarz, Angehöriger der Naturschutzwacht und vom Landkreis hierzu beauftragt, hat dies schon oft erledigt. Dabei gehe es nicht in erster Linie um die Umsetzung, betont er. Für ihn stehe die Beratung hilfesuchender Bürger und die Aufklärung der Bevölkerung im Vordergrund. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Arten- und Naturschutz in Schwebheim, wurden bereits über 5000 Beratungen, Schulungen und Aufklärungsaktionen zur Sensibilisierung der Bevölkerung durchgeführt.

Mit 2000 Euro unterstützt die Sparkassenstiftung den Bau neuer Hornissenumsetzkästen, so wie ihn der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Peter Schleich (Mitte), in der Hand hält. Naturschutzwächter Lothar Schwarz (links) zeigt das Gitter, das den Kasten teilt, und Landrat Florian Töpper (rechts) hält ein altes Hornissennest in den Händen. Foto: Ursula Lux

Und Schwarz holte auch Landrat Florian Töpper mit ins Boot. Auf Anregung des Landrats bekamen die Werkstätten der Lebenshilfe den Auftrag diese neuen Kästen zu bauen. Die 2000 Euro, die die 20 neuen Kästen gekostet haben, sponserte die Sparkassenstiftung, vertreten durch den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, Peter Schleich, und den Landrat, der Stiftungsvorsitzender ist.  

Manchmal genügt es, die Königin umzusetzen

Manchmal muss gar kein ganzes Volk umgesetzt werden, da genügt die Königin. Begattete Jungköniginnen überwintern in Holzstapeln oder Nistkästen, in der Rinde von Bäumen oder im Boden. Da sie eine Glykol ähnliche Substanz im Körper haben, kann der Frost ihnen nicht schaden. Im Frühjahr sind sie dann in der Lage, ohne Hilfe von Arbeitern mit dem Nestbau zu beginnen und ein neues Volk zu schaffen. Nach dem Schlupf der Arbeiterinnen beteiligt sich die Königin nicht mehr an der Versorgung der Brut. Sie wird dann auch selbst von den Arbeiterinnen ernährt und beschränkt sich aufs Eierlegen. Im Herbst, wenn die neuen Jungköniginnen begattet sind, endet die Lebenszeit der alten Königin.

Sind die Hornissennester an Stellen, wo sie nicht geduldet werden können, dann kommt Schwarz oder ein anderer Sachverständiger in der Nacht. So ist gewährleistet, dass die Hornissen, während das Nest eingepackt wird, nicht davonfliegen. Das Nest wird vorsichtig abgenommen, in den Kasten, der in der Mitte einen Gitterboden hat, eingesetzt und in die Flur gefahren. Dort wird der Kasten wieder aufgehängt und unten geöffnet. Die Hornissen bauen im Kasten ihr Nest weiter. Erst im Herbst wenn das Volk gestorben ist, holen die Naturschutzwächter die Kästen wieder ab.

In den Umsatzkästen der Naturschutzwacht fühlen sich die Hornissenvölker scheinbar wohl. So sehen ihre Nester nach wenigen Monaten aus. Foto: Ursula Lux

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