Altenmünster

„Ich lebe, leide und sterbe päpstlich-katholisch“

Bischof Franz Jung beim Einzug in die Pfarrkirche von Altenmünster.
Bischof Franz Jung beim Einzug in die Pfarrkirche von Altenmünster. Foto: Rita Steger-Frühwacht

"Hier in der Kirche hat er das Wichtigste getan: Das Evangelium verkündet und die Sakramente gefeiert in einer schwierigen Zeit." So der Würzburger Bischof Franz Jung bei der Eröffnung des Gottesdienstes in der katholischen Pfarrkirche von Altenmünster. Zum ersten Mal besuchte er den Wirkungsort des seligen Liborius Wagner. Nach dem Verkauf des diözesanen Pilgerhofs Altenmünster wurde die Heilige Messe zum Gedenktag des Seligen unter dem Beisein von mehr als einem Dutzend Priestern gefeiert. In der Messe wirkten Fabian Neubert als Kantor und Elfriede Memmel als Organistin mit.

Seit vielen Jahren wird das Gedenken des Märtyrerpriesters Liborius Wagner (1593 bis 1631) an dessen Todestag, am 9. Dezember, begangen. Liborius Wagner wirkte in der Pfarrei Altenmünster, zu der auch der Nachbarort Sulzdorf gehörte, von 1626 an. In den Wirren der Auseinandersetzung zwischen Katholiken und Protestanten versuchte er als Seelsorger, sich auch um die zumeist protestantisch gewordenen Einwohner Altenmünsters zu kümmern. Nach dem Einmarsch der Schweden ins Frankenland geriet er in deren Gefangenschaft und starb nach grausamen Misshandlungen auf Schloss Mainberg.

"Christen taten einander Schreckliches an", so der Diözesanbischof in seiner Predigt, umso deutlicher sei es daher, wie notwendig es sei, füreinander zu beten und einzutreten. Der Bischof ging damit auf die letzten Worte von Liborius Wagner ein, die er als dessen "Testament" bezeichnete: "Ich lebe, leide und sterbe päpstlich-katholisch." Bischof Jung legte diese Grundüberzeugung für die katholischen Christen und ihr Leben in der heutigen Zeit aus.

"Was bedeutet katholisch leben?", so seine Frage. Dahinter stehe die Überzeugung, dass die Kirche sicht- und greifbar in den Sakramenten sei. Die Kirche solle eine wirkliche Gemeinschaft sein, die sich um die sichtbare Einheit bemühe. "Katholisch leiden", so der zweite Punkt, beinhalte das stellvertretende Leiden für andere ohne Verbitterung. Da werde das Leid nicht mehr als blindes Schicksal gesehen, sondern als Mitleiden mit Christus. "Ich trage mit an der Sünde der Zeit und trage so bei zur Heilung und Erlösung", sagte der Würzburger Oberhirte. Der Gedanke an das Letzte Gericht solle Christen nicht in Angst versetzen, denn es sage, dass "mir letztlich einer Recht verschafft." "Katholisch sterben" benenne also den tröstlichen Gedanken, "dass wir auch im Sterben bei Gott geborgen sind."

Die Kollekte war für die Ausgestaltung eines "Liborius-Wagner-Weges" bestimmt. Dieser soll nach der Schließung des Pilgerhofs im Frühjahr das Gedächtnis an den seligen Liborius Wagner vor Ort bewahren. Im Rahmen der Dorferneuerung wird ein Besinnungsweg um die Pfarrkirche Altenmünster entstehen, präsentiert werden Informationen über das Leben und Wirken von Liborius Wagner. "Gleichzeitig sollen Stelen mit Impulsen zum Nachdenken einladen über die Botschaft des Seligen für unsere Zeit: Zur Überzeugung stehen und offen sein für den Standpunkt des anderen", betonte Eugen Daigeler, der Pfarrer von Stadtlauringen, zu dessen Pfarreiengemeinschaft Altenmünster gehört.

Auf dem Weg zur Kirche: Pfarrer Michael Kubatko (Bad Bocklet), Pfarrer i.R. Manfred Hauck, Bischof  Franz Jung und Pfarrer Eugen Daigeler. Im Hintergrund erhebt sich das Altenmünsterer Pfarrhaus, in dem der selige Liborius Wagner wohnte.
Auf dem Weg zur Kirche: Pfarrer Michael Kubatko (Bad Bocklet), Pfarrer i.R. Manfred Hauck, Bischof  Franz Jung und Pfarrer Eugen Daigeler. Im Hintergrund erhebt sich das Altenmünsterer Pfarrhaus, in dem der selige Liborius Wagner wohnte. Foto: Rita Steger-Frühwacht
Beim Gottesdienst in der Altenmünsterer Pfarrkirche: (von links) Diakon Christian Wohlfahrt, Bischof Franz Jung und Pfarrer Eugen Daigeler.
Beim Gottesdienst in der Altenmünsterer Pfarrkirche: (von links) Diakon Christian Wohlfahrt, Bischof Franz Jung und Pfarrer Eugen Daigeler. Foto: Rita Steger-Frühwacht

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