OBERSCHWARZACH

Ideen für die Zukunft des Schlosses

Neugegründetes Schloss-Team lud Vereine und Bevölkerung zum gemeinsamen Brainstorming ein
Der Keller der von zwei Seiten begehbar ist, bietet sich als Kleinkunstbühne geradezu an. Zumindest fanden das einige bei der Besichtigung des Echter-Schlosses von Oberschwarzach. Foto: Gudrun Theuerer

Ein neues Kapitel wird aufgeschlagen in der Geschichte des Oberschwarzacher Echter-Schlosses.

Zumindest dann, wenn die mündlich zugesagten Fördergelder vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der Städtebauförderung und dem Kulturfonds auch per Bescheid schriftlich zugesichert werden. In diesem Fall kauft die Marktgemeinde Oberschwarzach das Schloss von der Kirchenstiftung und ist somit zum ersten Mal in der Geschichte des Gebäudes sein Eigentümer.

Damit die Förderung möglich ist, müssen nun tragbare Konzepte für die zukünftige Nutzung des Anwesens vorgelegt werden. Deshalb wurde das Schloss-Team ins Leben gerufen das aus Vertretern des Gemeinderats, der Kirchenverwaltung und dem Förderverein Schloss Oberschwarzach besteht. Seine Aufgabe ist es, das Projekt „Schloss“ zu unterstützen und voranzubringen.

„Das Schloss bewegt“

Daher lud Bürgermeister Manfred Schötz im Namen des Schloss-Teams alle Vereine sowie interessierte Bürger dazu ein, nach einer Besichtigung des Gebäudes inklusive Dach, Keller, Nebengebäude und Außenareal, gemeinsam Ideen für die zukünftige Nutzung zu sammeln.

Nicht nur Erfreuliches bot die Besichtigung. Die Wasserschäden im Südflügel des Echter-Schlosses sind nicht zu übersehe... Foto: Gudrun Theuerer

„Das Schloss bewegt“ stellte Schötz in seiner kurzen Begrüßung fest und freute sich, dass rund 100 Bürger den Weg in den Schlosshof gefunden hatten. Er bat um freie Ideenentfaltung, nichts sei vorgegeben, alle Visionen erlaubt. Nur eine Einschränkung gab er zu bedenken. Für den ersten Stock des Schlosses gibt es schon eine Planung. Hier sollen Gemeinde und Pfarrgemeinde untergebracht werden.

Im zweiten Stockwerk des Echter-Schlosses befanden sich bisher Mietwohnungen. Auch für die Zukunft wäre wieder eine solc... Foto: Gudrun Theuerer

Doch nicht nur zum Schloss sollten sich die Besucher Gedanken machen, auch zur nahe gelegenen alten Schule und dem Kirchplatz waren Anregungen gefragt, so dass zusätzlich Ideen im Zusammenhang mit dem Umfeld des Schlosses entwickelt werden können.

Willi Groha vom Förderverein appellierte an die Vereine der Marktgemeinde beim Projekt Schloss mitzumachen. So stehe in diesem Jahr der Tag des offenen Denkmals passend unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“.

Viele Interessierte waren in den Schlosshof gekommen, um gemeinsam Ideen für die zukünftige Nutzung des Schlosses zu ent... Foto: Gudrun Theuerer

Zu den angesprochenen Themenbereichen stand jeweils ein Tisch mit Karten bereit auf denen Ideen notiert werden konnten. Und diese wurden nicht nur auf den Kärtchen formuliert, sondern auch während der Besichtigungen entstanden lebhafte und engagierte Diskussionen zu den verschiedenen Visionen der Nutzung. Manch einem entfuhr auch eine gewisse Skepsis hinsichtlich der notwendigen Arbeiten, vor allem bei der Besichtigung der Räume mit den Wasserschäden.

Nutzung als „Erlebnisschloss?“

Am Ende der Veranstaltung fanden sich auf allen Tischen zahlreiche Ideen. Für das Schloss selbst gab es unter anderem den Vorschlag für die Nutzung als Erlebnisschloss, die Einrichtung einer Kleinkunstbühne im Keller, Begegnungsräume für Vereine, einer Bibliothek und Mietwohnungen bis hin zu einem Cafe und einem Heimatmuseum.

Für die Schlossscheune wurde vorgeschlagen, sie für Jugendzeltlager zu nutzen oder eine Kulturscheune für diverse Veranstaltungen zu errichten. Auch Mittelaltermärkte wären denkbar. Die Scheune als E-Mobil-Station war eine weitere Idee.

Rund um den Schlossgarten könnten sich einige Besucher einen Kräutergarten, einen Spielplatz sowie einen Grillplatz gut vorstellen. Außerdem sollte der Garten als Ruhezone mit Bänken öffentlich zugänglich sein.

Ein Kneipp-Becken war eine Idee für den Kirchplatz. Einen Brunnen aus dem alten Taufbecken könnte sich ein anderer dort gut vorstellen. Auch eine Fahrradverleihstation auf dem Kirchplatz wäre eine Option.

Für die alte Schule wurde die Einrichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums oder einer Praxis für Physiotherapie vorgeschlagen. Außerdem wäre das Gebäude als Jugendhaus mit Beherbergung denkbar. Andere schlugen es als Wohnmöglichkeit für betreutes Wohnen vor.

Bürger werden informiert

Die Ideen werden nun ausgewertet um festzustellen, welche Konzepte eine breitere Mehrheit finden und weiter verfolgt werden sollten. Die Bürger werden anschließend über Presse, Amtsblatt und Pfarrbrief über das Ergebnis und die weiteren Schritte informiert.

Außerdem sollen die gewonnen Erkenntnisse mit nach Klosterlangheim genommen werden, wo Vertreter der Gemeinde Ende Juli 2016 das Startseminar für das Gemeindeentwicklungskonzept besuchen.

 

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