GEROLZHOFEN

Im Herbst 1971 erlahmt der Widerstand

Im Herbst 1971 erlahmt der Widerstand

Dass der Landkreis Gerolzhofen nicht mehr zu retten ist, wird Mitte 1971 klar. Jetzt geht es nur noch ums Wohin.

Nur rund 100 Bürger kommen am 1. August 1971 zum kommunalpolitischen Frühschoppen, zu dem die Stadt eingeladen hat. Ob diese Zahl ein Zeichen von Resignation oder Interesselosigkeit war, lässt sich heute nicht mehr sagen.

Kein Bürger stimmt jedoch für eine Zuordnung des Raums Gerolzhofen zu Haßfurt. Fast alle sind für Schweinfurt. Es gibt nur sieben Enthaltungen.

Spätestens jetzt kämpft der Nahbereich Gerolzhofen nur noch für sich. Die Bürgermeister aus diesem Raum unter Führung von Franz Kreppel (Gerolzhofen), Adam Eirich (Donnersdorf) und Sepp Böhm (Michelau) wollen wenigstens erreichen, dass Schweinfurt die neue Kreisstadt wird.

Im Anhörungsverfahren der bayerischen Staatsregierung kann sich der Kreistag schließlich doch zu dem Hinweis durchringen, dass der Landkreis gerade in einer Zeit beginnenden wirtschaftlichen Aufschwungs nicht zerrissen werden dürfe. Das ist aber eher ein schwaches Lippenbekenntnis als ernst gemeinter Widerstand.

Die Staatsregierung legt Anfang Oktober 1971 aufgrund zahlreicher Proteste aus allen Landesteilen einen zweiten Vorschlag zur Reform auf den Tisch, der sich stark vom ersten unterscheidet und der den heute gültigen Gegebenheiten sehr nahe kommt. Danach soll der Landkreis Gerolzhofen gevierteilt werden. Nach der Reform sollen sich die 77 Landkreisgemeinden wie folgt wiederfinden:

Landkreis Würzburg: Ober- und Untereisenheim

Landkreis Haßberge: Geusfeld, Wustviel, Wohnau

Landkreis Kitzingen: Abtswind, Altenschönbach, Astheim, Atzhausen, Bimbach, Brünnau, Castell, Dimbach Düllstadt, Ebersbrunn, Eichfeld, Escherndorf, Fahr, Feuerbach, Gaibach, Geesdorf, Greuth, Järkendorf, Kirchschönbach, Köhler, Krautheim, Laub, Neudorf, Neuses am Sand, Nordheim, Obervolkach, Prichsenstadt, Rehweiler, Rimbach, Reupelsdorf, Rüdenhausen, Sommerach, Volkach, Wiesentheid und Wüstenfelden.

Nach Kitzingen sollte auch das südlich der B 22 gelegene Siegendorf, das aber als einzige Änderung zum zweiten Regierungsentwurf doch zum Kreis Schweinfurt kam, weil es zum Pfarr- und Schulverband Oberschwarzach gehörte.

Kreis Schweinfurt: Alitzheim, Altmannsdorf, Bischwind, Breitbach, Brünnstadt, Dingolshausen, Donnersdorf, Falkenstein, Frankenwinheim, Gernach, Gerolzhofen, Handthal, Herlheim, Hundelshausen, Kleinrheinfeld, Kolitzheim, Lindach, Lülsfeld, Michelau, Mönchstockheim, Oberschwarzach, Oberspiesheim, Pusselsheim, Rügshofen, Schallfeld, Stammheim, Sulzheim, Traustadt, Unterspiesheim, Vögnitz, Wiebelsberg, Zeilitzheim sowie die gemeindefreien Gebiete Gemeinsamer Bürgerwald Gerolzhofen-Dingolshausen-Rügshofen, Geiersberg, Staatsforst Hundelshausen, Nonnenkloster, Stollberger Forst, Vollburg und Wustvieler Forst.

Nicht Rechnung getragen hat dieses Konzept den im Anhörungsverfahren geäußerten Wünschen der Gemeinden Geusfeld und Wustviel, die nach Schweinfurt wollten, ebenso wie Järkendorf und Neudorf. Volkach wollte nach Würzburg, kam aber nach Kitzingen.

Versuche, wenigstens noch einen Rest an Zentralität in Gerolzhofen zu bewahren, und das Testament des alten Landkreises sind Themen die die nächste Folge dieser Serie behandeln wird.

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