ETTLEBEN

Immer feste hämmern

Alle gucken, einer arbeitet: Das Team der Flurbereinigung mit (von links) Rainer Reuß (Ettleben), Michael Krapf (Sachverständiger, Frankenwinheim), Gerhard Dereser (Ettleben), Alfred Pauls (Sachverständiger, Aschfeld), Manfred Groll (BBV LandSiedlung), Michael Nieser (Ortsobmann Ettleben), Werner Ortloff (Sachverständiger, Ostheim v. d. Rhön), Josef Strohmenger (Ettleben), Florian Göbel (BBV LandSiedlung).
Alle gucken, einer arbeitet: Das Team der Flurbereinigung mit (von links) Rainer Reuß (Ettleben), Michael Krapf (Sachverständiger, Frankenwinheim), Gerhard Dereser (Ettleben), Alfred Pauls (Sachverständiger, Aschfeld), Manfred Groll (BBV LandSiedlung), Michael Nieser (Ortsobmann Ettleben), Werner Ortloff (Sachverständiger, Ostheim v. d. Rhön), Josef Strohmenger (Ettleben), Florian Göbel (BBV LandSiedlung). Foto: Holger Laschka

Rund zwei Drittel der Äcker auf Ettlebener Gemarkung bringen es auf eine Bodenwertzahl von 70 und mehr. 100 wäre das höchste der Gefühle und ertragreich wie der berühmte Schwarzerdeboden der Magdeburger Börde. Auf 90 kommen schon etliche der guten Lössböden hierzulande. Ideale Voraussetzungen also für Weizenanbau, gut aber auch für Zuckerrüben, Raps und Mais.

Dieser Tage waren die Bodenprüfer rund um Ettleben unterwegs, schlugen über 1000 Hohlstäbe rund 80 Zentimeter tief in die Äcker, analysierten gewissenhaft die hiermit entnommenen Bodenschichten. Hintergrund ist das laufende Flurbereinigungsverfahren, nötig geworden durch den Bau der Ortsumgehungsstraße für Werneck. Die zuständige Straßenbauverwaltung hatte im Vorfeld Ackerflächen von den örtlichen Landwirten gekauft, die nun gebündelt und auf die tatsächliche Wegtrasse umgelegt werden müssen. Die rund 150 Teilnehmer der Flurbereinigung nutzen die Gelegenheit, um – wo möglich – größere Flächen zu schaffen und so deren Bewirtschaftung zu erleichtern.

Dabei werden die Äcker nicht etwa verkauft, sondern untereinander getauscht. Und der Tauschwert ergibt sich aus der Fläche und eben der Bodenwertzahl, ermittelt durch den Bayerischen Bauernverband (BBV) LandSiedlung im Auftrag des Amtes für ländliche Entwicklung Unterfranken. 2010 lief das Verfahren in Waigolshausen, ein Jahr später in Zeuzleben und jetzt für die rund 650 Hektar auf der Gemarkung Ettleben.

In den 30er Jahren waren die landwirtschaftlich bewirtschafteten Böden erstmals deutschlandweit bewertet worden. Die damals festgelegten „Mustergrundlöcher“ – ein Kubikmeter große Ackerbodenstücke – dienen noch heute als Referenz für die Beurteilung der Qualität. Ihre Urdaten sind auf der Festplatte des Laptops gespeichert, das BBV-Mann Florian Göbel auf dem Acker mit sich herumträgt.

Neben einer Handvoll örtlicher Bauern, die bei den Bodenwertgutachten mitwirken und vor allem die aktiven Arbeiten, also das Eintreiben der Hohlstäbe in den Ackerboden mittels eines langen Kunststoffhammers übernehmen, sind auch Sachverständige aus dem weiteren Umland mit von der Partie. Erfahrene Landwirte wie Michael Krapf aus Frankenwinheim, der Aschfelder Alfred Pauls oder Werner Ortloff aus Ostheim vor der Rhön sichten und ertasten die Bodenschichten in den Stäben und fällen anschließend ihr Urteil.

Bei dieser Gelegenheit wird unter den Bauern auch gleich der eine oder andere Ratschlag eingeholt – heuer etwa zum Umgang mit der zu langen Trockenphase im April nach einem schneearmen Winter, der ohnedies schon wenig Feuchtigkeit in den Böden zurückließ. Beim Raps haben dies die Bauern in der Region bereits zu spüren bekommen – die Pflanzen sind klein, die Blüten kommen nur spärlich – es wird kein gutes Rapsjahr. Und auch so manches Weizenfeld ist von braunen Stellen durchzogen, weil das Saatgut nicht keimen wollte. Bleibt – aus Sicht der Bauern – zu hoffen, dass der Mai zumindest die aktuellen Aussaaten mit Regen und warmem „Wachswetter“ bedenkt.

Die Bodengutachten in Ettleben wurden Ende vergangener Woche abgeschlossen. Jetzt kann das Tauschen beginnen.

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