SCHWEINFURT

Immer mehr Flüchtlinge finden Arbeit

Flüchtlinge in der Schweinfurter Erstaufnahme im September 2015. Immer mehr Anerkannte, die arbeitslos gemeldet sind, finden nun Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt. Foto: Martina Müller

Auf dem regionalen Arbeitsmarkt sind „gute Voraussetzungen gegeben, um geflüchtete Menschen an den Arbeitsmarkt heranzuführen“, heißt es in einer Mitteilung der Schweinfurter Arbeitsagentur. Demnach haben 521 der im Agenturbezirk arbeitslos gemeldeten Geflüchteten (Bayern: 12 128) im Zeitraum September 2017 bis August 2018 eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum September 2016 bis August 2017 habe es nur 232 Arbeitsaufnahmen (Bayern: 6407) gegeben. Im Bezirk Schweinfurt entspricht dies einem Plus von 289 Beschäftigungen (Bayern: plus 5721) oder einer Steigerung um 124,9 Prozent (Bayern: 89,3 Prozent).

Ein Viertel in Zeitarbeit

Knapp ein Viertel dieser Menschen fand in unserer Region laut Arbeitsagentur Arbeit im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit), knapp ein Fünftel wurde im Bereich wirtschaftliche Dienstleistungen eingestellt. Im verarbeitenden Gewerbe konnte ein Achtel von ihnen sowie im Gastgewerbe ein Zehntel eine Anstellung finden. Weitere Beschäftigungsverhältnisse verteilten sich auf das Baugewerbe mit knapp einem Zehntel sowie übrige Wirtschaftszweige mit einem Viertel.

„Ein Arbeitsplatz ist nicht nur wichtig um sich eine Existenz aufzubauen, er ist auch ein wichtiger Schritt für die gesellschaftliche Integration“, sagt der Schweinfurter Arbeitsagenturchef Thomas Stelzer. Wichtig seien deshalb, Förderung, Ausbildung und Weiterbildung. Der hiesige Arbeitsmarkt benötige in fast allen Branchen dringend Arbeitskräfte. Zwischen November 2017 und Oktober 2018 seien in der Region Main-Rhön im Schnitt 627 arbeitslose Flüchtlinge gezählt worden – 71 weniger als im Vorjahreszeitraum.

41 Prozent ohne Schulabschluss

„Der leichte Rückgang an arbeitslos gemeldeten Menschen mit Fluchthintergrund in der Region Main-Rhön ist ein erfreuliches Signal“, so Stelzer weiter. Neben einer Integration in den ersten Arbeitsmarkt sei das Ziel, durch Qualifizierung Beschäftigungsverhältnisse zu sichern. Aktuell kämen die meisten arbeitslosen Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan. Knapp zwei Drittel in unserer Region seien männlich, rund die Hälfte jünger als 35 Jahre.

41 Prozent der von November 2017 bis Oktober 2018 arbeitslos gemeldeten Geflüchteten im Agenturbezirk hätten keinen Schulabschluss, rund ein Viertel Hauptschulabschluss/Mittlere Reife und ein gutes Fünftel gebe an, Abitur oder die Fachhochschulreife zu besitzen. Bei 14,4 Prozent sei der Schulabschluss nicht abschließend geklärt. Sowohl in der Region Main-Rhön als auch im bayrischen Durchschnitt besäßen mehr als 80 Prozent keine abgeschlossene Berufsausbildung.

60 Prozent streben in den Helferbereich

Nach den Zahlen der hiesigen Arbeitsagentur streben zurzeit 60 Prozent der geflüchteten Arbeitslosen eine Anstellung im Helferbereich an, zwölf Prozent suchten eine Tätigkeit als Fachkraft. Höherwertigere Tätigkeiten würden von 4,9 Prozent dieser Menschen gesucht. Bei 22,2 Prozent sei das Anforderungsniveau einer möglichen Beschäftigung noch offen.

Von August 2017 bis Juli 2018 wurden in der Region Main-Rhön 2108 Teilnahmen an Qualifizierungs- und Weiterbildungskursen der Agentur für Arbeit sowie der Jobcenter gezählt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seien dies rund 300 Teilnahmen mehr (Bayern: rund 400 weniger). Laut Stelzer werden sich Geflüchtete mangels ausreichender Sprachkenntnisse nur schrittweise in den Arbeitsmarkt integrieren lassen. Vorrangig müssten durch geeignete Fördermaßnahmen ihre Sprachkenntnisse verbessert werden.

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