SCHWEINFURT

In Schweinfurt summt es

Umweltstation Reichelshof hat auf dem Dach der Sparkasse ein Bienenvolk aufgestellt. Es geht um Aufmerksamkeit für die bedrohten Insekten und um ihren Schutz.
Bienenstock       -  Ein Bienenstock auf dem Dach der Schweinfurter Sparkasse
Ein Bienenstock auf dem Dach der Schweinfurter Sparkasse Foto: Anand Anders

Was hat ein Bienenvolk mitten in der Stadt verloren, weit weg von seinen natürlichen Futterquellen in Wald, Feld und Flur? Diese Frage mag sich mancher stellen, der von der Aktion „Schweinfurt summt“ und vom Bienenvolk auf dem Dach der Sparkasse hört.

Für die Verantwortlichen ist die Antwort eindeutig: Bienen finden gerade in der Stadt unbelastetes, also pestizidfreies Futter – in Balkonkästen, auf begrünten Dächern und in Parks. Außerdem wollen die Initiatoren so auf die Bedrohung der Insekten aufmerksam machen und für deren Schutz werben.

Initiatorin ist Angelika Imgrund, die Leiterin der Umweltstation Reichelshof. Sie hat Stadt und Landkreis Schweinfurt und einige Mitstreiter wie Bund Naturschutz, Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, Imkervereine und Sparkasse für ihre Aktion gewonnen – als Teil der bundesweiten Initiative „Deutschland summt“.

Ihren Ausgangspunkt hatte die Idee vor Jahren in Berlin. Corinna Hölzer von der Stiftung Mensch und Umwelt las einen Bericht über einen Hobby-Imker in Paris, der 1982 heimlich ein Bienenvolk auf das Dach einer Oper stellte – als kurzfristige Notlösung, bevor er die Bienen aufs Land umsiedeln wollte. Bis er sah, wie wohl sich die Insekten mitten in der Stadt fühlten. Längst hat sich die Aktion auf sieben deutsche Großstädte ausgeweitet und nun Schweinfurt erreicht.

Der Startschuss fiel vor kurzem auf einer Wiese nahe der Umweltstation Reichelshof. Am Donnerstag wurde vor den Augen der Kooperationspartner und der regionalen Medienvertreter das erste Bienenvolk in der Stadt angesiedelt.

Die Sparkasse unterstützt „Schweinfurt summt“ mit einer Anschubfinanzierung und stellt die nicht genutzte Dachterrasse neben dem Schrannensaal zur Verfügung. Vorstandsvorsitzender Johannes Rieger musste nicht lange überzeugt werden. Sein Vater hatte Bienenvölker und er liebte es als Kind, vom frischen Honig zu naschen.

Betreut wird das Volk von Imker Thomas Wolf, Mitarbeiter am Reichelshof, der dort für 15 Stöcke verantwortlich ist. Nachdem Bürgermeisterin Sorya Lippert und Landrat Florian Töpper ein rotes Band durchgeschnitten hatten – ein bisschen Show gehört offensichtlich dazu – öffnete Wolf vorsichtig das Flugloch und ebenso vorsichtig erkundeten die ersten Bienen ihre neue Umgebung.

Während die Gäste der Veranstaltung von Honigbrot und Bienenstich kosteten, informierte Angelika Imgrund über weitere Aktionen von „Schweinfurt summt“. Am 19. Juli beispielsweise ist ein Bienenfest am Reichelshof geplant.

In der Umweltstation können sich Schulklassen und Kindergärten den sogenannten „Bienenkoffer“ mit Unterrichtsmaterial ausleihen oder das Schau-Bienenvolk besichtigen. Exkursionen bietet Wildbienen-Experte Klaus Mandery aus Ebern an.

Er hatte vor Jahren die Weiden-Sandbiene Andrena sericata in der Nähe von Schweinfurt wiederentdeckt. Ihr letzter Nachweis stammte aus den 1960er Jahren aus Bamberg. Außerdem hoffen die Initiatoren auf möglichst viele Paten, die ein Bienenvolk auf ihrem Dach aufstellen.

Die Umweltstation bietet außerdem Informationen über den Schutz von Honig- und Wildbienen an und hilft, Firmengelände oder Balkone bienenfreundlich zu gestalten.

Mehr Informationen auf: www.schweinfurt-summt.de

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