Dittelbrunn

Innenentwicklung: Gemeinsam Nachhaltigkeit schaffen

Ein Nahwärmenetz mit einer Pelletanlage versorgt am sanierten Hambacher Dorfplatz das Pfarrhaus und Pfarrheim (links) sowie die Kirche und das alte Rathaus mit Musikschule (Mitte). Foto: Silvia Eidel

"Die Gemeinde muss vorangehen". Davon ist Dittelbrunns Bürgermeister Willi Warmuth überzeugt, wenn es um Innenentwicklung, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz geht. Für einige Gebäude-Komplexe in seiner Gemeinde gibt es bereits Nahwärmenetze, die nächsten sind schon in Planung.

Zukunftsgerichtet denken, das ist Ziel und Aufgabe der Allianz Oberes Werntal, die die Wiederbelebung der Ortskerne 2008 zum Schwerpunktthema erklärt hat und laut der Evaluierung, der Überprüfung und Bewertung, auch erfolgreich umsetzt. Nachhaltig ist es dabei, alte Bausubstanz und –materialien wieder zu verwenden und damit die Produktion neuer Baustoffe zu vermeiden. Wenn beim Bauen und Sanieren im Innenbereich auch noch der effiziente Einsatz umweltfreundlicher Energie erfolgt, ist ein weiteres Ziel erreicht.

Innerhalb der Allianz hat der Dittelbrunner Bürgermeister die Sprecherrolle für den Bereich Energie und Nachhaltigkeit übernommen. Weil er das als Zukunftsthema sieht und weil in seiner Gemeinde schon viel läuft: Es gibt eine Bürgerenergiegenossenschaft Marienbachtal, es gibt Photovoltaikanlagen auf und Blockheizkraftwerke in gemeindeeigenen Gebäuden, der Schulkomplex in Dittelbrunn mit Grund- und Hauptschule, Schwimmbad und Turnhalle ist mit einem Biomasseheizwerk mit Holzhackschnitzel versehen.

Die Zentrale des Nahwärmenetzes ist im Keller des Pfarrhauses untergebracht. Bürgermeister Willi Warmuth (rechts) und Ba... Foto: Silvia Eidel

Mittendrin in Hambach wurde 2014 ein weiteres Nahwärmenetz geschaffen: Beim Umbau des Pfarrhauses wurde ein gemeinsamer Verbund mit dem Pfarrheim, der Kirche und dem gemeindlichen Alten Rathaus, das die Musikschule beherbergt, geschaffen. Eine Pelletheizung mit 150 Kilowatt Nennleistung sorgt in den vier Gebäuden für Wärme. Die Zentrale und das Pelletlager sind im Keller des Pfarrhauses untergebracht.

In zwei großen Speicherkesseln wird das Wasser erwärmt und über hochgedämmte Rohre unter der Straße von der Zentrale im Pfarrhaus zur Musikschule und Kirche geleitet. Die Arbeiten geschahen im Zuge der Umgestaltung und Sanierung des Dorfplatzes – mit Förderung aus der Dorferneuerung – , als die Straße sowieso aufgegraben war. In jedem angeschlossenen Gebäude ist eine Übergabestelle, jedes Haus ist autark.

Gut gefüllt ist das Pelletlager im Keller des Hambacher Pfarrhauses, wie Bürgermeister Willi Warmuth feststellt. Foto: Silvia Eidel

"Die Anlage hat genug Kapazitäten und ist erweiterungsfähig", erklärt Willi Warmuth, "aber die Bürger sind noch nicht so weit", meint er angesichts der bislang mangelnden Bereitschaft der privaten Hausbesitzer, ihre Gebäude anzuschließen. "Im Altort sieht man vor allem den Installationsbedarf".

Der Bürgermeister unterstreicht die "hervorragende Wirtschaftlichkeit" und die ökologische Sinnhaftigkeit des Nahwärmenetzes mit dem nachwachsenden Rohstoff Holzpellet. Die Heizanlage könne kontinuierlich und daher wirtschaftlicher gefahren werden, eine Wartung müsse nur an einer Anlage erfolgen und nicht an vier. Zudem könnten für die Pellets auch Käferholz verwendet und Restholzbestände aufgearbeitet werden. Und: "Pellets sind klimaneutral", so Warmuth.

Unterdessen plant die Gemeinde ein weiteres Nahwärmenetz für Hambach: Schule und Kindergarten sind bereits mit einem gasversorgten Blockheizkraftwerk ausgestattet, bei der Erweiterung um einen viergruppigen Hort und eine Turnhalle 2021 sollen alle Gebäude entweder mit Pellets oder Biogas versorgt werden.

Über gut gedämmte Rohre wird das heiße Wasser in die ans Nahwärmenetz angeschlossenen Gebäude geleitet. Foto: Silvia Eidel

Eine Machbarkeitsstudie lotet zudem derzeit für Dittelbrunn aus, ob vom Baugebiet Grund bis zur Schule ein Nahwärmenetz installiert werden könnte. Die gemeindlichen Gebäude, also Kindergarten, Feuerwehr, alte Schule – das neue Bürgerhaus – und die Schule könnten damit noch effizienter beheizt werden können. "Weil die Gebäude auf einer Linie liegen", erklärt Warmuth. Und da die Straße Marienbach sowieso saniert werde zwischen Grund und Kindergarten, biete sich das an. "Das macht Sinn".

Man müsse das den Leuten erklären, sie mit ins Boot nehmen, weiß der Bürgermeister. Angesichts der Energiewende und der Klimaschutz-Diskussion hofft er darauf, dass die Akzeptanz solcher moderner Energieformen künftig besser wird.

Die Anstrengungen der Allianz Oberes Werntal zur Wiederbelebung der Altorte zeigen Wirkung. Ziel ist es, sogenannte Krapfendörfer zu schaffen, deren Inneres gut gefüllt ist, und Donut-Dörfer zu vermeiden, die in ihrem Kern leer sind. Die verschiedenen Aspekte dieser Innenentwicklung mit Vorbildcharakter beleuchten wir in unserer Serie.

Rückblick

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