SCHWEINFURT

Jägerwiese: Neuer Treffpunkt für Jung und Alt

Ganze Generationen sind auf diesem Spielgerät rumgeturnt, das aber noch saniert wird. Foto: Hannes Helferich

Die Freizeitanlage der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Zeller Grund wird aus dem Dornröschenschlaf geweckt und zu einem allumfassenden AWO-Treffpunkt umgebaut. Der Anbau ist bereits abgerissen, das Obergeschoss wird noch abgenommen. Die neue „Jägerwiese“ besteht künftig noch aus dem Erdgeschoss, mit der Option, eines Tages bei Bedarf wieder aufzustocken. Statt des Pultdachs gibt es künftig ein neues Satteldach.

Auch an einen Verkauf der Jägerwiese wurde gedacht

Vorsitzender Ralf Sander und Vorstandskollege Uwe Lehm bestätigen, dass der Stadtverband an einen Verkauf von Haus und Grundstück (5000 Quadratmeter) gedacht hat. Bei den Mitgliederversammlungen habe man aber gespürt, dass viele und gerade diejenigen, die auf einer der Stadtranderholungen wunderbare Tage verbracht haben, an der „Jägerwiese hängen“. Man entschied sich deshalb zum Umbau, wozu die Bauzinsen beitrugen. „Wann, wenn nicht jetzt“, sagte Sander.

Seit einem Jahr ist die AWO-Führung „intensiv dran“, musste den Architekten wechseln, es gab Probleme mit der Baugenehmigung. Vor kurzem nun startete der Umbau mit dem Teilabriss und Tiefbauarbeiten. Die nicht mehr zulässige Zweikammergrube wird durch eine kleinbiologische Abwasseranlage ersetzt. Der Brunnen wird zugemacht, den Anschluss an die Trinkwasserleitung bauen die Stadtwerke Schweinfurt.

Vielfältige Nutzungen in der Regie der AWO

Die Toiletten (bisher Nebengebäude) befinden sich für die Kinder künftig im nach dem schweren Wasserschaden trockengelegten Keller des Gebäudes, das für die Erwachsenen-Toiletten und die Garderobe um zirka drei Meter verlängert wird. Nach massiven Regenfällen war das Wasser auf dem abschüssigen Gelände ins Haus eingedrungen.

Der gesamte Umbau ist „selbstverständlich behindertengerecht“. Er soll im November/Dezember beendet sein. Die Außenarbeiten folgen im Frühjahr, so dass es mit der Eröffnung im Mai 2018 klappen dürfte.

Die AWO wird ihre Natur-Adresse so nah an der Stadtgrenze vielfältig nutzen. Zunächst für die AWO-Kindertagesstätten für Wald- und Wiesentage. Das sind die Schweinfurter Kindergärten an der Auenstraße und am Bergl sowie der in Gochsheim mit insgesamt 360 Kindern. Die gehen nicht immer alle auf einmal zur Jägerwiese, sondern werden das Haus mitten in der Natur wochenweise nutzen.

In Planung ist ein Naturlehrpfad auf dem Waldgelände

Übernachtet wird natürlich nicht mehr. Möglicherweise kommt bald ein dritter Stadt-Kindergarten der AWO dazu, entsprechende Gespräche mit der Stadt laufen. Mittelfristig ist ein Naturlehrpfad auf dem eigenen Gelände geplant.

Zweite große Nutzergruppe sind die Senioren. Es werden Freizeiten auch für die Mitglieder der AWO Land angeboten. Eine Nutzung auch durch den Bezirksverband ist laut Sander noch offen, was heißt, dass man in Kontakt steht.

Drittens: Nutzung für die allgemeine Vereinsarbeit. Die Vorstandssitzungen werden dort ebenso stattfinden wie künftig Betriebsversammlungen und -feiern für die 50 AWO-Beschäftigten. Eine kleine (nicht gewerbsmäßige) Küche macht das möglich. Bildungsmaßnahmen sind Nutzung Nummer vier. Die Kosten für alles liegen bei 700 000 Euro. Zum Bedauern der AWO-Verantwortlichen gibt es für die geplanten Aktivitäten keine Förderung. Möglich wurde das finanzielle Engagement nur durch Aufnahme einer Hypothek über 250 000 Euro.

Stadtranderholung bleibt in guter Erinnerung

Anfang der 1960er Jahre begann die Zeit der Stadtranderholung auf die Jägerwiese. Die Schweinfurter AWO, allen voran die legendäre Amanda Käß, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den kleinen Städtern in der Ferienzeit ein Ausgleichs-Angebot mit gesundem Essen und Nähe zur Natur zu schaffen. Das Thema Stadtranderholung ist schon geraume Zeit Vergangenheit. Jetzt geht es mit neuen AWO-Elan aber weiter.

Die AWO Schweinfurt Stadt zählt 250 Mitglieder. 1923 wurde sie gegründet. Eine Historikern ist damit beauftragt, die 100-jährige Geschichte bis zum großen Jubiläum 2023 zu erforschen.

Der Schuppen im hinteren Teil des 5000 Quadratmeter großen AWO-Areals Jägerwiese. Foto: Hannes Helferich
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Archivbild von 2004 von der Stadtranderholung, die es auf der Jägerweise nicht mehr geben wird. Damals gab es den Anbau noch. Foto: Waltraud Fuchs-Mauder
Ein Blick von draußen auf viel Natur. Foto: Hannes Helferich
Der Anbau ist schon abgerissen. Foto: Hannes Helferich

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