OBERSCHWARZACH

Jagdabschluss und Winterzauber

Symbolische Strecke: Einige der bei der gemeinsamen Drückjagd des Ebracher Forstbetriebs und des Gemeinsamen Bürgerwalds Gerolzhofen-Dingolshausen erlegten Tiere wurden im Innenhof von Schloss Oberschwarzach verblasen. Foto: Guido Chuleck

Kerzen wiesen von der Kirche aus den Weg ins Schloss Oberschwarzach, dessen Innenhof ein farbenprächtiges Spektakel bot. Mit wechselnden Farben erstrahlten die von unten angeleuchteten Bäume, den Eingang in die Scheune und den Haupteingang ins Schlossgebäude, und ein offenes Feuer wärmte die Besucher des Winterzaubers von außen. Von innen durften sich diese Besucher mit Glühwein, Kinderpunsch und Wildschweingulasch und -würstchen erwärmen.

Gefühlt war es ganz Oberschwarzach, das sich diesen Winterzauber inklusive Besuch des Nikolauses nicht entgehen ließ. Zuvor genossen die Oberschwarzacher ein Adventskonzert in der Kirche, und noch vor diesem musikalischen „Lichterklang“ war unter den Klängen der Jagdhornbläser Gerolzhofen und Umgebung (Leitung Johannes Neumann) der erste gemeinsame Jagdabschluss des Forstbetriebs Ebrach und des Gemeinsamen Bürgerwaldes Gerolzhofen-Dingolshausen seit zehn Jahren gefeiert worden.

Noch länger als diese zehn Jahre ist es her, dass es im Schloss Oberschwarzach, einst Sitz des Revierförsters, wieder einen Jagdabschluss gab, sagte Dietmar Herold, der Vorsitzende des Fördervereins Schloss Oberschwarzach.

Mit dem Jagdabschluss im Schlosshof sei also wieder ein Stück Geschichte hierher zurückgekehrt. Als symbolische Strecke hatten die Jäger neun erlegte Tiere im Schlosshof ausgelegt, und die Jagdhornbläser verbliesen diese Strecke – begleitet vom Jaulen und Bellen des Jagdhundes eines Bläsers.

Ulrich Mergner, Forstbetriebsleiter vom Forstbetrieb Ebrach, bezeichnete das Ergebnis der Drückjagd, die gemeinsam mit dem Bürgerwald durchgeführt wurde, als „sehr erfolgreich“. Ziel sei es, durch diese Art der Jagd, Flächen der Landwirtschaft und des Waldes vor Verbiss zu schützen. Außerdem seien die erlegten Tiere hochwertige Lebensmittel, „sie werden weder gemästet noch mit irgendwelchen Medikamenten gefüttert, sondern leben von dem, was ihnen die Natur bietet“.

Volker Conrad, Revierförster des Bürgerwaldes, sprach vor allem den zur Strecke gebrachten Fuchs an. Normalerweise würden Füchse bei solchen Jagden nicht oft erlegt. Um so besser sei es, „wenn wir einen Fuchsbalg haben, um ihn in der Ausbildung der Jagdhunde einzusetzen“.

Seine Jäger haben insgesamt 14 Wildschweine, neun Rehe und gleich vier Füchse zur Strecke gebracht, „bei 400 Hektar Wald ist das eine gute Strecke“.

Am Rand des Winterzaubers versicherte Mergner: „Bei uns sind nur Profis am Werk, und nach jeder Drückjagd sind ,Nachschauer‘ mit Hunden unterwegs, um angeschossene Tiere von ihrem Leid zu erlösen“. Das musste nach der Drückjagd am Samstag zweimal gemacht werden, „und wir haben 33 Wildschweine und 33 Rehe erlegt, da sind zwei Nachschauen eine gute Quote“, so Mergner.

„Die Tiere, die bei der Jagd nicht erlegt wurden“, ergänzte Förster Conrad ebenfalls am Rand des Winterzaubers, „haben jetzt bis nächstes Jahr Dezember wieder ihre Ruhe, weil wir unterm Jahr normalerweise nicht jagen“.

Dass der Forstbetrieb Ebrach und der Bürgerwald zum ersten Mal zehn Jahre lang keinen Jagdabschluss begangen haben, begründet Conrad mit dem „Fehlen eines Organisators“. In Dietmar Herold vom Förderverein „haben wir erstmals wieder jemanden gefunden, der das sehr gut organisiert hat“.

Noch länger als diese zehn Jahre, sagte Herold, liege es zurück, dass es einen Jagdabschluss in Oberschwarzach gegeben hat, „nämlich gefühlte 50 Jahre“. Der diesjährige Jagdabschluss soll daher nicht der letzte sein, den der Förderverein organisiert hat.

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