Kreis Schweinfurt

Jahresrückblick 2019: Glücksgefühle und fliegende Strohsäcke

Während Bauern auf ihren Traktor stiegen, um zu protestieren, hatte in Grafenrheinfeld einer einen ganz besonderen Grund zum Feiern.
Augenblick des Triumphs: Christian Keller gewinnt im September die Bürgermeisterwahl in Grafenrheinfeld. Foto: Josef Lamber

Auch wenn es einigen Kommunalpolitikern zu langsam voran geht, so schreitet der Umbau der ehemaligen Conn-Kaserne zwischen Niederwerrn und Geldersheim Schritt für Schritt voran. Auch wenn die Wegstrecke noch lang ist. Im August ist geklärt, dass der künftige Gewerbepark eine separate Zufahrt (vor allem für die Bauphase) bekommen soll, um Fahrtwege von der Zufahrt zum dortigen Ankerzentrum für Flüchtlinge zu trennen.

Zumindest vor dem Bau des Baumwipfelpfads war er einer der Magnete im Steigerwald: der Zabelsteinturm bei Donnersdorf. Die Aussichtsplattform ist morsch geworden und über Monate gesperrt. Im September beginnt der Abbau der 20 Jahre alten Holzkonstruktion. Für eine halbe Million Euro baut der Landkreis bis Ende 2020 einen neuen Turm.

Mitglieder des THW legen den morschen Aussichtsturms auf dem Zabelstein ein. Foto: Klaus Vogt

Aus ganz Deutschland kommen Hobbyschauspieler im September in Sömmersdorf und Geldersheim zusammen: Sie richten das dritte Volkstheaterfestival "Wurzelwerk" aus.  Mit dabei auch eine Diskussion rund um den Dialekt. Zeitgleich beginnen in Stadtlauringen die unterfränkischen Kulturtage, die 760 Veranstaltungen im Programm haben: Lesungen, Märkte, Konzerte, Theater und vieles mehr. 

Die deutsch-russische Kinder- und Jugendtheatergruppe "Skomorochi" begeistert beim 3. Volkstheaterfestival in Sömmersdorf mit "Alice Fantasieland" Foto: Daniela Schneider

Auch das gibt es. Beim Tag des Friedhofs im September in Gochsheim geht es um Tod und Trauer und wie man der Verstorbenen gedenkt.

Am 29. September erfüllt sich für Christian Keller (CSU) ein Traum. Mit einem überraschend deutlichen Ergebnis von 66,9 Prozent gewinnt er die vorgezogene Bürgermeisterwahl in Grafenrheinfeld und wird Nachfolger der im Juni zurückgetretenen Sabine Lutz. Ursula Weidinger und Michael Niklaus landen bei der Wahl weit abgeschlagen hinter Keller. Dessen erster Muskeleinsatz: Bieranstich bei der Kirchweih.

Zum zweiten Mal nehmen Nordmänner Schonungen ein: Das Wikinger-Spektakel zieht im September eine Menge Besucher in die Stadtrandgemeinde – zu Met, Fladenbrote und Strohsack-Weitwurf. Ein anderes Extrem erreicht Wochen später das Hallenbad der Gemeinde: das 24-Stunden-Schwimmen.

Nordmänner in Röcken werfen in Schonungen Strohsäcke. Das gehört beim Wikinger-Spektakel dazu. Foto: Martina Müller

Das atomare Zwischenlager in Grafenrheinfeld hat seit Jahresbeginn einen neuen Betreiber: die staatliche Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung. Sie will Offenheit demonstrieren und den Bürgern erklären, was dort eigentlich gemacht wird. Zum Streitthema wird der Brandschutz, wenn die Werkfeuerwehr des benachbarten Atomkraftwerks verkleinert wird.  Unterdessen geht der Rückbau des stillgelegten AKW weiter. Im November informierte Werkschef Bernd Kaiser ausgewählten Politikern und Behördenvertretern den Stand der Dinge.

Auch wenn man von außen nichts sieht: Der Rückbau des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld geht weiter. Foto: Johannes Kiefer

Eines der großen Ziele der Politik ist der Region ist der Wunsch der Gebietskörperschaften im nördlichen Unterfranken, dem Nahverkehrsverbund Mainfranken beizutreten. Ziel: ein Netz, ein Ticket. Im Landkreis Schweinfurt sollen dann die neuen Hauptbuslinien stündlich fahren, beschließt im Oktober der Kreistag.

Es ist eine der wenigen Kliniken, die einer Gemeinde gehört. Werneck setzt weiterhin auf sein Krankenhaus und investiert im Oktober fünf Millionen Euro in Patientenzimmer und den Brandschutz.

Eine neue Feuerwehrzufahrt wird von der Parkplatzseite aus aufs Wernecker Krankenhausgelände angelegt. Foto: Silvia Eidel

Etwas ruhig ist es 2019 um das Schloss Mainberg geworden. Dennoch ist die Gefahr für das  markante Bauwerk noch nicht gebannt. Im Oktober erklärt Architekt Friedrich Staib, wo die Probleme sind: Risse bedrohen die Vorburg, die gesamte Statik könne das Schloss regelrecht "zerreißen". Zurückliegende unsachgemäße Umbauten im Innern verschärften die Situation.

Das Dachstuhl-Trio ist instabil: Architekt Friedrich Staib erläutert die Schäden hinter den Stufengiebeln der Hauptburg von Schloss Mainberg Foto: Uwe Eichler

Für bundesweites Aufsehen sorgen im November Landwirte aus Unterfranken, die sich in Geldersheim treffen, um in einer Traktorkarawane nach Berlin zu fahren. Dort protestieren sie zusammen mit tausenden Landwirten aus dem Bundesgebiet gegen die aus ihrer Sicht verfehlte Agrarpolitik und eine Gängelung ihres Berufsstands. 300 Bauern kommen zusammen, von denen aber nicht alle die mehrtägige Reise in die Hauptstadt auf sich nehmen.

Schier endlos: Geldersheim ist einer der Ausgangspunkte einer Traktor-Demo von Landwirten in Richtung Berlin. Foto: Anand Anders

Mit einem Jahr Verzögerung ist im Dezember der Neubau der Schraudenbach-Brücke auf der A 7 beendet. Dort war es 2016 zu einem tödlichen Unfall gekommen, nachdem ein frisch betoniertes Teilstück in die Tiefe gestürzt war. Zeitgleich zum Bauende läuft in Schweinfurt der Prozess gegen drei Ingenieure, die für das Unglück verantwortlich sein sollen. Der Prozess wird aber vor Weihnachten ausgesetzt.

Nach viereinhalb Jahren fertig: die Schraudenbach-Brücke auf der A 7. Foto: Anand Anders

Während eine Baustelle auf der A 7 beendet ist, ist die nächste schon in Reichweite: Das Verfahren zum Neubau der Brücke bei Stettbach sowie der Umbau des Dreiecks Werneck ist in Gang. Beim Erörterungstermin erfahren die Stettbacher Näheres. Sie befürchten, dass sie beim Lärmschutz zu kurz kommen könnten.

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