Schweinfurt

Jobcenter: Ein Drittel für den Arbeitsmarkt

Das Jobcenter der Stadt Schweinfurt stellte seinen Zwischenbericht für 2019 vor. Viele Kunden brauchen offenbar erhebliche Hilfe, erst einmal für Lebensbewältigung.
Das Jobcenter der Stadt Schweinfurt. Um Vermittlungen in Arbeit zu erreichen, sei viel Aufwand nötig, heißt es im Zwischenbericht für 2019. Foto: Gerd Landgraf

Rund 600 Personen, die das Jobcenter der Stadt Schweinfurt betreut, sind laut Zwischenbericht für 2019 leistungsberechtigt und bedürfen einer vertieften Prüfung der Förderfähigkeit. Geprüft seien aktuell rund 80 Personen, mit denen teilweise Gespräche über deren Vorstellungen und Mitwirkungsbereitschaft geführt wurden, hieß es jüngst im städtischen Ausschuss für Beschäftigung und Soziales.

Panik und plötzliches Verschwinden 

Und weiter: Ein Teil der Kundengruppe sei bereits für eine geförderte Beschäftigung "in einem eigens eingekauften Coaching und teilweise in Arbeitsgelegenheiten oder Praktika aktiviert". Hierbei zeige sich, wie schwierig es für die Teilnehmenden sei, sich auf Anforderungen einzustellen. Jobcenter-Leiter Roland Kotsch sprach im Ausschuss von Panikattacken, plötzlichem „Verschwinden“ und Überforderung auch bei einfachen Anforderungen. Ziel für 2019 sei die Beschäftigung von zehn bis zwölf Kunden idealerweise in einem betrieblichen Umfeld, das einen Verbleib über den Förderzeitraum hinaus ermöglichen kann.

Besonders Menschen mit psychischen und physischen Einschränkungen benötigen laut Kotsch ganzheitliche, bedarfsgerechte Angebote.  Wichtig seien hierbei Angebote, die nicht direkt auf den Arbeitsmarkt zielten, sondern zunächst persönliche und gesundheitliche Zielsetzungen hätten, um die Arbeitsfähigkeit herzustellen. Lediglich ein Drittel der Bezieher von SGB-II-Leistungen stünden dem ersten Arbeitsmarkt überhaupt zur Verfügung. Zwei Drittel der Kunden sind demnach Kinder, Alleinerziehende oder aus sonstigen Gründen nicht erwerbsfähig.

Kotsch: "Man muss sich kümmern"

Grundsätzlich, so Kotsch, sei es ein aufwendiges und langfristiges Vorhaben, bei Kunden im Langzeitbezug Arbeitsfähigkeit wieder oder überhaupt herzustellen. "Sie brauchen einen erhöhten Zeitaufwand; um die muss man sich kümmern." 

Zurzeit zählt das Jobcenter der Stadt 2446 Bedarfsgemeinschaften. Deren Zahl ist – mit Ausnahme der Jahre 2016 und 2017 – seit dem Jahr 2012 von 2810 Bedarfsgemeinschaften auf den jetzigen Wert kontinuierlich gesunken. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsbezieher wird mit 3275 angegeben. Auszahlen wird das Jobcenter an Arbeitslosengeld II heuer rund 16,75 Millionen Euro. Für das nächste Jahr sind 17,5 Millionen Euro geplant.

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