Schweinfurt

Jugendrotkreuz wirbt für Menschlichkeit

Weltweite Krisen und wachsende soziale Kälte: Seit 2017 läuft eine Bundeskampagne des Jugendrotkreuzes - dieses Jahr stehen Kinderrechte im Vordergrund.
BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Lindörfer, Andreas Wirth und Lisa Sterzinger vom JRK-Bezirksausschuss, Martin Bätz vom Kreis-JRK, Landrat Florian Töpper, JRK-Landesvorstandsmitglied Luisa Bätz sowie BRK-Bezirksgeschäftsführer Harald Erhard warben für Menschlichkeit (von links). Foto: Uwe Eichler

Symbolisch passt das Wetter irgendwie, zur derzeitigen weltweiten Lage der "Menschlichkeit". Kühler Regen schauert herab, als Jugendrotkreuz (JRK) und Stadtjugendring (SJR) in die Wehreinlagen einladen, zum Rotkreuz-Picknick und einem "Tag der Menschlichkeit". Die neue Multifunktions-Hüpfburg des SJR wird vorsichtshalber unter einer Plane aufgepumpt. Die Picknick-Decken werden erstmal wieder eingerollt.

Rotkreuzler auf historischem Boden

Martin Bätz, Leiter der Kreis-Jugendarbeit beim "Bayerischen Roten Kreuzes" schaut nach oben: Ist irgendwo der berühmte Silberstreif am Horizont zu sehen? Seit 2017 läuft eine Bundeskampagne des Jugendrotkreuzes, unter dem Motto "Was geht mit Menschlichkeit?" Verwiesen wird auf weltweite Krisen und wachsende soziale Kälte. Wie steht der Einzelne dazu? Im dritten Kampagnenjahr soll es ums große Ganze gehen, um Kinderrechte und die internationale Arbeit von Rotem Kreuz oder Rotem Halbmond.  

Die Schweinfurter Rotkreuzler stehen dabei auf historischem Boden: Auf der Maininsel hatten die bayrischen Truppen gelagert, vor dem Abmarsch in den "Deutschen Krieg" von 1866, in dessen Verlauf es zum ersten aktiven Rotkreuz-Einsatz überhaupt gekommen ist. Drei Jahre zuvor hatte der Schweizer Humanist Henri Dunant seine übernationale Hilfsorganisation gegründet. Im August 1864 wurde die erste "Genfer Konvention" beschlossen, um das Verwundetenelend im Krieg zu lindern. Heute ist das Rote Kreuz auch aus den Sozialdiensten oder der Unfall- und Katastrophenhilfe nicht mehr wegzudenken.

Die Jugend will flexibel sein

"Menschlichkeit" ist eines der sieben Grundprinzipien, neben Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität, im Sinne einer weltweiten Organisation: die mal mit rotem Kreuz, mal mit islamischen Halbmond, mal mit dem Roten Löwen des Iran oder dem Roten Kristall mit israelischem Davidstern auftritt. In Bayern werden 106 000 Kinder, Teenager und junge Erwachsene zum JRK gezählt, im Alter zwischen 6 und 27 Jahren. 9876 Mitglieder gibt es in Unterfranken. Eine Zahl, die stagniert, mit dem allgemeinen Problem, Nachwuchs zu finden, der dem Ehrenamt treu bleibt.

"Die Jugend will heute flexibel sein", sagt Stefan Fischer, Beauftragter des JRK in Unterfranken. "Uns fehlen vor allem Betreuer", bestätigt Martin Bätz, der in Grettstadt selbst eine Gruppe leitet, die gerade 50 Jahre alt geworden ist.  Eine weitere Gruppe gibt es in Gerolzhofen. Tochter Luisa Bätz ist als Mitglied der Landesleitung vor Ort.

Nicht nur Pflaster kleben

Das Jugendrotkreuz wolle nicht nur Pflaster klebende Nachwuchsorganisation sein, betonen seine Vertreter, sondern frühzeitig zur Beschäftigung mit gesellschaftspolitischen Themen anregen, wie dem Klimaschutz. Vermittelt werden sollen Werte wie Humanität, Respekt und achtsames Miteinander.

Landrat Florian Töpper schaut vorbei, kraft Amt Mitglied im BRK-Kreisvorstand, ebenso Bezirksgeschäftsführer Harald Erhard und Kreisgeschäftsführer Thomas Lindörfer. Zu sehen gibt es eine Demo-Puppe, an der die Reanimierung per Defibrillator geübt wird (ein Anliegen, das verstärkt in die Schulen getragen werden soll). Ebenso Kinderbilder zur Arbeit von Bergwacht und Wasserwacht. Am Nachmittag wird das Wetter freundlicher – dann dürfen sich die Besucher Gedanken machen, was sie unter "Menschlichkeit" verstehen.

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