Schweinfurt

KAB Schweinfurt lehnt mehr verkaufsoffene Sonntage ab

Aus Sicht der KAB heißt das wichtigste Mittel, um den Einzelhandel in Schweinfurt zu stärken Solidarität. Der Verband hat eine andere Ansicht als Axel Schöll.

"Was dem Schweinfurter Einzelhandel in seiner extrem schwierigen Situation aufgrund der Corona-Schließungen hilft, ist nur die Solidarität der Bürgerinnen und Bürger in der Region, nicht mehr verkaufsoffene Sonntage!" Mit diesem Satz fasst die Vorsitzende des KAB-Stadtverbandes, Barbara Mantel, in einer Pressemitteilung zusammen, was ihr Verband von der Idee hält, bis zum Jahresende zahlreiche verkaufsoffene Sonntage zu veranstalten. Das hatte Axel Schöll, Kreisvorsitzender des Handelsverbandes Bayern in einem Interview mit dieser Redaktion als Beitrag zum Aufschwung des Einzelhandels nach der Corona-Krise ins Spiel gebracht.

Der Einzelhandelsverband wolle bundesweit die schwierige Situation, die durch die Pandemie entstanden sei, ausnutzen, um seine Uralt-Idee von mehr verkaufsoffenen Sonntagen durchzusetzen, so Peter Hartlaub, Betriebsseelsorger in der Region, laut Pressemitteilung. Dieses Rezept sei aber gleich aus mehreren Gründen untauglich, um das Problem zu  lösen.

"Entscheidend für die Kaufentscheidung der Menschen ist, wie viel Geld sie zur Verfügung haben. Und da gilt erst recht nach der Krise, dass jeder Euro nur einmal ausgegeben werden kann. Was am Sonntag in die Kassen wandert, fehlt während der Woche. Das wissen wir schon lange und das gilt in konjunkturell schwierigen Zeiten erst recht!", fasst Hartlaub einen Kritikpunkt zusammen.

Gerade angesichts der Corona-Pandemie sei darüber hinaus fraglich, ob die Menschen überhaupt sich in großen Gruppen dichtgedrängt durch die Innestadt schieben wollten. Viele würden vorsichtig sein und sich von solchen Massenveranstaltungen fernhalten. "Es kommt also darauf an, trotz der Corona-bedingten Beschränkungen ein Einkaufserlebnis zu schaffen. Das kann nur über die kompetente Beratung der Beschäftigten gelingen.", so Peter Hartlaub weiter.

Und damit die Beschäftigten unter diesen Bedingungen ihre Arbeit gut und kompetent leisten könnten, bräuchten sie Phasen der Erholung. Das habe sich in der Zeit der Ausgangsbeschränkungen gezeigt. "Und genau deswegen haben die Einzelhändler, die öffnen durften, den Sonntag gar nicht genutzt, obwohl sie die Erlaubnis dazu hatten.", so Mantel. "Die  Mitarbeiter im Einzelhandel haben in der Krise zu Recht große Wertschätzung als Leistungsträger in unserer Gesellschaft erfahren. Sie jetzt mit zahlreichen verkaufsoffenen Sonntagen belasten zu wollen, deren Erfolg zweifelhaft ist, ist da genau das falsche Zeichen."

Aus Sicht der KAB heißt das wichtigste Mittel, um den Einzelhandel in Schweinfurt zu stärken: Solidarität. "Wir  Verbraucher haben es selber in der Hand, eine lebens- und liebenswerte Innenstadt in Schweinfurt zu erhalten. Geben wir unser Geld von Montag bis Samstag in Schweinfurt aus und stärken so den örtlichen Einzelhandel."

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