Stadtlauringen

Kaminkehrer in Unterfranken: Elf Gesellen und ein Meister

Der goldene Boden des Handwerks wurde gleich mehrfach betont bei der Freisprechungsfeier der Kaminkehrer-Innung Unterfranken. Elf Gesellen aus ganz Unterfranken wurden freigesprochen und ein Meister in seinen neuen Berufsstand erhoben. Mit Philipp Heller aus Theinfeld wurde ein Auszubildender der Innung Unterfranken sogar zweiter Bundessieger.
Große Stunde bei der Kaminkehrer-Innung: Im Bild die freigesprochenen Gesellen mit Prüfungsvorsitzendem Harald Schuldes (links), Berufsschullehrer Georg Setz (Sechster von links), Staatssekretär Gerhard Eck (Fünfter von rechts) und Obermeister Benjamin Schreck (rechts.) Foto: ner

Der goldene Boden des Handwerks wurde gleich mehrfach betont bei der Freisprechungsfeier der Kaminkehrer-Innung Unterfranken. Elf Gesellen aus ganz Unterfranken wurden freigesprochen und ein Meister in seinen neuen Berufsstand erhoben. Mit Philipp Heller aus Theinfeld wurde ein Auszubildender der Innung Unterfranken sogar zweiter Bundessieger.

Obermeister Benjamin Schreck hieß neben Würdenträgern des Berufsstandes auch Landrat Florian Töpper und als Festredner Innenstaatssekretär Gerhard Eck willkommen. Dieser wies auf die vielfältigen Aufstiegsmöglichkeiten hin. Gerade auch in Zeiten gestiegenen Umweltbewusstseins komme den Kaminkehrern eine besondere Bedeutung zu, so Eck. Würden sie heutzutage doch weit mehr leisten, als Kamine zu reinigen. Gerade das Kaminkehrerwesen habe in den vergangenen Jahren große Veränderungen durchlebt, was für alle Seiten große Anstrengungen bedeutet hätte.

Die schöne Feier im Stadtlauringer Schüttbau zeige, dass alles in geordneten Bahnen verlaufe und auch der Kaminkehrer-Nachwuchs stolz auf seinen Berufsstand sei. Eck erinnerte an die Herkunft des Wortes "freisprechen", das aus dem späten Mittelalter stamme, als die Auszubildenden noch in die Familie des Lehrherren aufgenommen wurden, und nach bestandener Prüfung frei gesprochen wurden. Nun standen sie auf eigenen Füßen und konnten ihr Leben selbst bestimmen. Auch heute noch öffne der Gesellenbrief viele Türen für die Zukunft. Der "stabile Boden", den das Handwerk biete, sei gerade durch den Fachkräftmangel noch stabiler geworden.

Ein Beruf, der auch Frauen Spaß machen kann

In bewegten Worten verabschiedete sich Georg Setz, Leiter der Außenstelle Mühlbach der staatlichen Berufsschule Neumarkt/Opf., von "seinen" Berufsschülern. Besonders stolz sei er auch auf eine Schornsteinfegerin, ein Beweis, dass dieser Beruf auch Frauen Spaß machen könne. In einer Talkrunde betonten HWK-Präsident Walter Heußlein und Kreishandwerksmeisterin Margit Rosentritt die Bedeutung einer fundierten Ausbildung. Kaminkehrer seien heute ganz eng am Umweltschutz dran. Sie würden die Theorie von "Schreibtischtätern" in die Praxis umsetzen. Stadtlauringens Bürgermeister Friedel Heckenlauert wurde von Moderator Johannes Keppner gefragt, wie Stadtlauringen Umweltschutzvorgaben umsetzt. Der Bürgermeister sah in mehreren Nahwärmetzen in seiner Gemeinde eine geeignete Möglichkeit, Energie zu sparen. Bei allen Vorhaben werde Energiesparmöglichkeiten Priorität eingeräumt.

Prüfungsvorsitzender Harald Schuldes überreichte mit Obermeister Benjamin Schreck die Gesellenbriefe an: Lukas Behling (Oberleichtersbach), Florian Dinkel (Bischofsheim), Philipp Flechsenhar  (Großheubach), Jonas Glückert (Sulzfeld), Markus Halbig (Lohr), Philipp Heller (Theinfeld), Pascal Jörg (Hettstadt), Maximilian Klauer (Eltmann), Anna Lesch (Güntersleben), Jonas Rottmann (Walsdorf), Kilian Schmidt (Alzenau) und Lius Wangler (Würzburg).

Nico Härter bekam von Ernst Richter, dem Vorsitzenden des Meisterprüfungsausschusses, seinen Meisterbrief überreicht. Den Schmuck des Festsaales mit allerlei Werkzeugen rund um das Kaminkehrerhandwerk hatte Harald Schuldes gestaltet.

Der neue Kaminkehrermeister Nico Härter (Zweiter von links) mit (von links) dem Prüfungsvorsitzenden Harald Schuldes, Obermeister Benjamin Schreck, und Ernst Richter (Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses). Foto: ner

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