Röthlein

Kandidaten-Porträt: Martina Braum für Röthlein

Bürgermeisterkandidatin Martina Braum will Dienstleisterin für die Röthleiner Bürgerschaft sein. Sie kandidiert für die SPD.
Der Platz unter dem Einheitsbaum in Heidenfeld hat für Martina Braum eine ganz besondere Bedeutung. Foto: Daniela Schneider

Seit fast 20 Jahren lebt SPD-Bürgermeisterkandidatin Martina Braum in Heidenfeld und hat da natürlich einige Lieblingsplätze. Doch einer hat für sie eine ganz besondere Symbolik: Der Einheitsbaum hinter dem Heidenfelder Kloster.

Dazu muss man wissen, dass Martina Braum aus der ehemaligen DDR, aus Erfurt, stammt. Trotz einiger Repressalien im Frühjahr 1989, wie sie im Gespräch erzählt, wächst sie dort sehr glücklich auf, und so ist der Besuch des Erfurter Weihnachtsmarkt für sie bis heute eine liebe Tradition. Ihre erste Reise nach der Wende geht nach Paris – ihre absolute Traumstadt.

1991 beginnt sie die Ausbildung bei der Bundespolizei in Hessen, 1999 kommt sie als Fachlehrerin für Recht und Verwaltung ans neue Aus- und Fortbildungszentrum in Oerlenbach, agiert dort als Personalrätin und Personalratsvorsitzende, aktuell ist sie Personalleiterin. Beim FC Schweinfurt spielt sie Fußball und lernt dort 1999 ihre spätere Frau, Elisabeth Braum aus Heidenfeld kennen – in der Kaffeebar, wie beide erzählen und grinsend feststellen: "Was für ein Klischee".

Die Liebe entsteht erst später, als Martina mit den sogenannten "Golden Girls vom FC" anrückt, um Elisabeth in einer schweren persönlichen Zeit zu helfen. 2005 lassen sie ihre Lebenspartnerschaft eintragen, erinnert sich Martina Braum, übrigens bekennender Mönchen-Gladbach- und Harry Potter-Fan, wenn man sich so im Haus umschaut.

Doch zurück zum Lieblingsplatz: Oft gehen die Braums am Einheitsbaum spazieren, sitzen auf der Bank und genießen den Blick Richtung Kloster. Irgendwann studieren sie die Inschrift auf der Stele und stellen fest: Der Baum wurde in ihrem "Hochzeitsjahr" 2005 gepflanzt, zum Tag der Deutschen Einheit zwischen Ost und West – mehr Symbolik geht fast nicht. Egal ist da auch, dass die CSU den Baum gepflanzt hat und die Bundespolizistin ja für die SPD antritt. Der ist sie 2015 beigetreten; der Antrag, in Berlin auf eine Serviette gekritzelt, geht noch am gleichen Abend direkt an Sigmar Gabriel.

Die kommunalpolitische Karriere

Von da an nimmt Braums kommunalpolitische Karriere schnell Fahrt auf: 2016 übernimmt sie den SPD-Ortsvorsitz, 2018 wird sie stellvertretende Kreisvorsitzende. Nun ist sie Bürgermeisterkandidatin für Röthlein, dazu führt sie auch die Gemeinderatsliste an und steht als erste Frau hinter Landrat Florian Töpper auf der SPD-Kreistagsliste. Seit 2019 ist die Polizeihauptkommissarin Vorsitzende der örtlichen Eigenheimer und fühlt sich in Heidenfeld, für das sich die Braums vor vielen Jahren ganz bewusst entschieden haben,  angekommen und "pudelwohl" - auch wenn der Weg manchmal schon steinig war.

Mittlerweile ist Martina Braum für Elisabeths Kinder die Mapa, eine Mischung aus Mama und Papa, und für die Enkel sogar die Ompa, berichtet sie und zeigt stolz ein Handyfoto mit dem krakeligen Bildbeweis.

Als Bürgermeisterin möchte die 48-Jährige ihre personalverantwortlichen, beruflichen Erfahrungen für die Großgemeinde einbringen. Sie sieht sich als Dienstleisterin, eine etwas nüchterne Formulierung, mit der die Kandidatin verdeutlichen möchte, dass sie als höchst sozialer Mensch die Bürgerinnen und Bürger aller drei Ortsteile in den Mittelpunkt stellt und dafür ihre eigenen Belange nach hinten rückt; eine typische Charaktereigenschaft, wie ihre Frau bestätigt. Sie sucht das Bürgergespräch und ist dafür  unermüdlich unterwegs.

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3 Fragen an: Martina Braum / Bürgermeisterkandidatin Röthlein

"Menschlich, fair und zielorientiert" lautet deshalb ihr kommunalpolitisches Motto, gemeinsam mit der Bürgerschaft will sie etwas verändern, den Ausbau von Grundschule und Kindergarten vorantreiben, lösungsorientiert und transparent verwalten und dabei für Sicherheit und Sauberkeit sorgen. Die "WELT" hat ihr und anderen Bürgermeisterkandidatinnen kürzlich einen Artikel gewidmet unter dem Titel "Politik wird auf dem Männerklo gemacht". Mal sehen – schmunzelt Martina Braum – ob sich demnächst daran nicht etwas ändern lässt.

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