Wipfeld

Kandidaten-Porträt: Tobias Blesch für Wipfeld

Tobias Blesch tritt zum zweiten Mal an. Er hat keinen Gegenkandidaten. Vor welchen Herausforderungen er und seine Gemeinde Wipfeld stehen.
Tobias Blesch an seinem Lieblingsort, dem Kirchberg in Wipfeld. Er tritt für CSU und Unabhängige Wählergemeinschaft zur Wiederwahl an.  
Tobias Blesch an seinem Lieblingsort, dem Kirchberg in Wipfeld. Er tritt für CSU und Unabhängige Wählergemeinschaft zur Wiederwahl an.   Foto: Anand Anders

Bürgermeister sein – das ist so, wie ich es mir gedacht haben", sagt Tobias  Blesch.  Seit 2014 ist er Bürgermeister von Wipfeld. Er will gerne weitermachen.  Er ist kein Mann der vielen Worte, eher ruhig und überlegt. Er sieht gerne das Ganze, ohne die Details aus den Augen zu verlieren.

Wahrscheinlich ist deswegen der Wipfelder Kirchberg sein Lieblingsplatz. "Schöner Ausblick", sagt er. Links St. Ludwig, dann die Weinberge und die Dachlandschaft von Wipfeld mit dem herauslugenden historischen Rathaus und vorne die Mainfähre. Schön hier. Doch hinter den Kulissen der Idylle wartet eine große Herausforderung: Einwohnerschwund. Es gibt wenig Bauplätze, vor allem wenige, die der Gemeinde gehören. Ein kleines Baugebiet mit sieben, acht Plätzen soll entstehen. Das wäre schon mal ein Anfang, sagt Blesch.

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3 Fragen an: Tobias Blesch / Bürgermeisterkandidat Wipfeld

Stadtlauringen als Vorbild für Innenentwicklung 

"Wir müssen behutsam mit den Flächen umgehen", sagt er. Und mit Vernunft bei Projekten vorgehen. "Wir können nicht bei gleichbleibenden oder sinkenden Einwohnerzahlen ständig Leitungen und Straßen renovieren", meint Blesch. Die Kosten werden ja umgelegt auf die Bürger. Neubauten sind eine Sache, Wohnungen im Altort eine andere Sache, um Leute zu verleiten nach Wipfeld zu ziehen. Oder erst gar nicht weg zu gehen. Neuerschließung und Innenort-Entwicklung verbinden: "Dann habe ich keine Bedenken für die Zukunft", meint Blesch, der in Sachen Innen-Entwicklung Stadtlauringen als Vorbild sieht.  

Was brauchen die älteren Einwohner? 

Wipfeld ist ein attraktiver Wohnort, allein schon wegen der Landschaft, meint Tobias Blesch. Wipfeld muss sich aber nicht nur um Zuwachs kümmern – wichtig ist auch, dass die Älteren und Alten hier weiter leben können. Auch das hat Blesch auf seiner Agenda. Eine Idee: Den Zehntgraf, das Gasthaus, das seit zehn Jahren mitten im Ort leer steht, zum Mehrgenerationen-Wohnhaus zu machen.  "Da wünschen wir uns eine neue Nutzung." Zumal das Gebäude stark das Ortsbild prägt. "Mal schauen, wie wir das spielen", sagt er. Denn das Wir ist ihm wichtig, nicht nur, was den Gemeinderat angeht.  Die Bürger will er auch mit einbinden, fragen, wie der Bedarf ist. Angebote für Tagespflege schaffen, eventuell mit einem Investor. Auch ein Gedanke, um Senioren die Möglichkeit zu geben, weiter im Ort wohnen zu können, wenn sie nicht mehr ganz alleine klar kommen.  

Blesch ist ehrenamtlicher Bürgermeister. In Gemeinden unter 5000 Einwohnern ist der Rathauschef nicht hauptamtlich, regelt das Gesetz. Den Begriff ehrenamtlich findet er nicht so glücklich. Egal, ob große oder kleine Gemeinde: Die Verantwortung, die ein Bürgermeister trägt, ist genauso groß, sagt er.  In der Theorie soll ein ehrenamtlicher Bürgermeister weiter vollumfänglich seinem Beruf nachgehen. Das sei aber kaum möglich, angesichts der vielen Aufgaben. Seine Verwaltung sei wie ein mittelständischer Betrieb, betont er. 

Tobias Blesch, im Landratsamt mit der Konversion beschäftigt, hat seinen Hauptberuf jetzt auf 20 Stunden reduziert. Er ist froh, dass er mit Maria Lindner eine Stellvertreterin hat, die vor Ort ist, einspringen kann. "Sie ist immer da, wenn sie gebraucht wird." Und er ist dankbar, dass er als Bürgermeister von den Erfahrungen seines Jobs im Landratsamt mit dem Komplex Kreisentwicklung profitieren kann.  

Besucher neugierig auf den Altort machen.  

"Im Bereich Tourismus gibt's ein paar Baustellen", sagt Blesch. Radler, Spaziergänger, Fährenbenutzer wüssten oft gar nicht, wie schön der Ort ist. Da könnte man sich überlegen, wie man auf Rathaus, Kirchberg, die Weinberge aufmerksam macht. Konkret stehen demnächst die Wohnmobilstellplätze an, sie werden im Frühjahr mit Stromsäulen ausgestattet. 

"Es gibt viel zu tun", sagt Tobias Blesch. Man hat den Eindruck, er freut sich darauf. Barrierefreiheit im Altort ist ein großes Thema. "Wir mit unserem Kopfsteinpflaster." Gezielt auf  Städtebauförderung will er hier setzen, damit man einen bezahlbaren Weg findet, einen Teil des Pflasters besser begehbar oder befahrbar für Rollstühle zu machen. Dafür wäre ein ganzheitliches Konzept gut, meint Blesch.  

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