NIEDERWERRN

Kandidatengrill im Jugendhaus

Kandidatengrillplatz: Bei der Jugendwahlinfo ging es um die nächste Generation, mit den Bürgermeisteranwärtern Maximilia... Foto: Uwe Eichler

Das öffentliche „Grillen“ der Kandidaten bei Podiumsdiskussionen, es gehört mittlerweile vielerorts zu Bürgermeister-Wahlkämpfen. Ein möglicher Wern-Grillplatz war dann auch Thema bei der (durchaus anspruchsvollen) Erstwählerinfo im Jugendhaus Niederwerrn, neben dem Erhalt des beliebten Septemberfestes in Oberwerrn.

Eingeladen hatten die beiden Leiter der Jugendtreffs in Nieder- und Oberwerrn, Gemeindejugendpfleger Andreas Kaiser und Ideengeber Ralf Weißenberger. Die mahnenden Eröffnungsworte gebührten dem „Noch-Hausherrn“, Peter Seifert, der Anfang Mai seinen Bürgermeister-Sessel räumen wird. Seifert erinnerte an junge Gemeinderäte, die „U30“ angefangen haben, appellierte an den wahlberechtigten Nachwuchs unter den knapp 50 Anwesenden: „Geht wählen! Ihr seid die Zukunft, die Hoffnung. Irgendwann muss es weitergehen, mit dem Jugendtreff und der Gemeinde.“

Es folgte ein Crashkurs von Ralf Weißenberger zum gültigen Wählen, zu Kumulieren und Panaschieren, mit fiktiven Parteien. 20 Stimmen dürfen auf 79 Gemeinderatskandidaten verteilt werden, mit maximal drei Stimmen pro Bewerber. Beim Kreistag sind es insgesamt 60 Stimmen, für 295 Kandidaten. Bürgermeister(in) kann nur eine(r) werden, hier nur ein Kreuzchen geben. Briefwahl-Unterlagen, sie können auch per Internet geordert werden.

Bettina Bärmann beginnt die Vorstellrunde, die Kandidatin der Freien Wähler steigt mit dem schweren Thema Konversion ein, die Umgestaltung der US-Kaserne Conn Barracks zur zivilen Nutzung: Gewerbeansiedlung bedeute zugleich Arbeitsplätze für die nächste Generation, der iCampus könnte, sollte eine Verbesserung des Jugendangebots bringen: „Ich kann an Schweinfurt appellieren, dass sich diesbezüglich etwas tut.“

Neben der Förderung des Vereinslebens geht es ihr um einen Grillplatz hinter der B303 – zu dem Projekt hat sie Bilder dabei. „Ich will immer ein offenes Ohr haben, meine Tür wird immer offen stehen.“

„Ich habe als Personalratsvorsitzender (im Landratsamt Würzburg) gelernt, zu zu hören“, sagt Nobert Hart von der CWVO. Auch er habe ein offenes Ohr, viel mit jungen Menschen zu tun, sich beim Oberwerrner Sportverein für die Jugendarbeit eingesetzt, vor allem beim Fußball, später war er Vorsitzender der Lebenshilfe.

„Wir haben viele Dinge, die wir noch machen müssen für die 18- bis 29-Jährigen“, meint Maximilian Schnös. Der 27-Jährige CSU-Kandidat steht als gelernter Lehrer vor dem Publikum. Das Angebot sei hier wie im Landkreis nicht so gut, er selber habe im Rathaus vergeblich nach einer Skaterbahn gefragt. „Ich will Euch die Möglichkeit geben, Euch zu entwickeln und hier zu bleiben.“ Ein Flexibus nach Schweinfurt ist Schnös ein besonderes Anliegen.

„Der Begriff Wohlfahrt ist in der Jugend ein bisschen aus der Mode gekommen“, sagt Thomas Wohlfahrt (SPD). Der Jugendtreff, die Jugendarbeit sei dem Gemeinderat aber immer wichtig gewesen, in Oberwerrn müsse man vielleicht am Gebäude nachbessern. Außerdem gehe es darum, die Auflagen bei Festen in erträglichen Maßen zu halten, in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt.

Der Bercher Fasching sei so zerstört worden, kritisiert Schnös, beim Septemberfest könne vielleicht ein kompletter Ortswechsel helfen.

Vor allem die Oberwerrner Dorfjugend will, dass sich die Politik für das (gemeinnützige) „Fest von der Jugend für die Jugend“ einsetzt. Es gebe Probleme mit dem Festplatz, hier fehle es an Unterstützung durch den Gemeinderat.

„Wir werden alles tun, um Eure Auflagen so gering wie möglich zu halten“, gelobt Norbert Hart, auch Bettina Bärmann will sich für den Erhalt stark machen. Man könne nur bestehendes Recht „dehnen“, sagt Maximilian Schnös, gewisse Auflagen müssten sein, mit Blick etwa auf die Love Parade.

„Ich finde es traurig, dass in anderen Landkreisen mehr geht als bei uns“, kritisiert Thomas Wohlfahrt. Gefragt wird auch nach bestehenden Freizeitanlagen in den Conn Barracks. Hier müssen die Kandidaten auf die Erst-Zuständigkeit des Bundes, der BIma, verweisen, es werde wohl alles länger dauern.

Schlagworte

  • Bettina Bärmann
  • Freie Wähler
  • Jugendhäuser
  • Jugendtreffs
  • Norbert Hart
  • Peter Seifert
  • Podiumsdiskussionen
  • SPD
  • Thomas Wohlfahrt
  • Wahlkampf
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!