SCHWEINFURT

Kein Rondell für Wohnmobile am Hutrasen

Der städtische Wirtschaftsförderer Hans Schnabel kippte in den Haushaltsberatungen den Bau von zwanzig Stellplätzen für Wohnmobile neben dem Gelände des VfR an der Ludwigsbrücke.
Attraktiv sind sie nicht, die bisherigen Stellplätze für Wohnmobile am Wasserwerk in den Wehranlagen. Foto: FOTO Laszlo Ruppert

Das Bauamt hatte sich dort ein passendes Grundstück für die Wohnmobilisten ausgesucht. Im Bau- und Umweltausschuss überzeugte die Planung, alternative Standorte waren keine gefunden. Ein Rondell mit End- und Versorgungseinrichtungen, durch Münzwurf in Automaten zu aktivieren, sollte es sein. Und an einem Automaten sollten auch die Standgebühren zu bezahlen sein – also keine Personalkosten.

Allerdings war die Investition von über 400 000 Euro von Anfang an umstritten. Baureferent Jochen Müller speckte den Entwurf ab und kam mit einer Kostenrechnung von 250 000 Euro in die Haushaltsberatungen.

Kassen klingeln nicht

Doch die Planung, die bislang einhellig begrüßt worden war, stieß auf heftigen Widerspruch. Der Wirtschaftsförderer sprach von einem Draufzahlgeschäft. Wohnmobilisten würden vielfach nur eine billige Übernachtungsmöglichkeit suchen, keine Kaufkraft in die Stadt bringen, so Schnabel.

Müller führte dagegen aus, dass immer mehr Leute mit Wohnmobilen tourten, diese Klientel nicht arm sein könne, koste doch so ein Gefährt eine stolze Summe. Richte Schweinfurt einen ordentlich Platz her, dann werde die Stadt auch in den Katalogen von ADAC und anderen Reiseführern auftauchen. Touristen würden nach Schweinfurt gelockt, war sich Müller sicher. Bei einer Standgebühr von fünf bis zehn Euro würde auch Geld in die Kasse kommen.

„Viel zu wenig“, konterte Schnabel. Die Bewirtschaftung des Platzes sei niemals durch die Gebühren abzudecken. Zudem lasse sich mit einer Investition von 250 000 Euro an anderer Stelle weit sinnvoller der Tourismus fördern.

Quer durch die Parteien argumentierten die Stadträte für einen Stellplatz für Wohnmobile, bis Schnabel eine Kostenrechnung aufmachte. Danach lässt sich mit Einnahmen in Höhe von jährlich gut 7000 Euro nicht einmal der Fäkaltank in einem ordnungsgemäßen Intervall leeren. Zusatzkosten für Begrünung und weiteren Unterhalt gingen voll auf die Stadt. Das Defizit werde bis zu 30 000 Euro jährlich betragen, so Schnabel.

Zu einem klaren Nein konnten sich die Stadträte nicht durchringen. Jetzt soll die Verwaltung nach einer anderen Lösung suchen, fahnden nach etwas, was sie schon vor Monaten nicht aufgespürt hat.

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