Üchtelhausen

Kein Turm als Höhepunkt auf dem höchsten Punkt

Der Ausblick von der "Feldherrenhalle" auf dem Brönnhof. Foto: Gerd Landgraf

Den Vorschlag der CSU, auf der etwa 300 Hektar großen Freifläche des Naturerbegebiets Brönnhof (mit Waldungen 1250 Hektar) einen Aussichtsturm zu errichten, lehnt die Kreisgruppe Schweinfurt im Bund Naturschutz ab. Vorsitzender Edo Günther befürchtet eine Konzentration der Besucher auf nur einen Punkt. Auch sei der Aussichtsturm unnötig, denn von die "Feldherrnhalle" biete sich den Besuchern schon jetzt ein grandioser Blick.

Für den Bund Naturschutz kam der Vorschlag von Kreisrat Friedel Heckenlauer im November gleichsam "überraschend wie auch voreilig". Noch wird unter Federführung des Bundesforstamtes Reußenburg (Hammelburg) und mit Beteiligung der Naturschutzbehörden, der Naturschutzverbände und der Eigentümer (Bundesrepublik, Stadt Schweinfurt, Waldschutzgemeinschaft) am Entwicklungskonzept für den Brönnhof (von 1960 bis 2016 Truppenübungsplatz der US Army) gearbeitet. Das nächste Treffen ist am 14. März. 

Dann wird es auch um das Besucherlenkungskonzept gehen, das im Entwurf keinen Aussichtsturm vorsieht. Erst nachdem sich nun alle Parteien im Kreistag für die Anregung von Friedel Heckenlauer erwärmt haben, wird der Turm auch die Projektgruppe beschäftigen.

Drei Themenwanderwege sind im Gespräch

Aktuell befasst sich Besucherlenkungskonzept mit drei Parkplätzen und drei Themenwanderwegen, wobei die Planung die besonders empfindsamen Biotope des Naturerbes ausspart. Der zehn Kilometer lange "Brönnhofweg" soll vom Parkplatz im Lauerbachtal bei Hambach über die Heeresstraße zu einem Rundkurs über das offene Land führen. Der "Koppelweg" beginnt am Parkplatz bei Pfändhausen (Sportplatz) und führt auf 7,4 oder 8,3 Kilometern zum und über das Weideland der Wildpferde (Koniks – osteuropäische Ponyrasse), der Angusrinder (erstmals 1870 in Ostschottland gezüchtet) und der Schafe. Am Waldrand oberhalb von Weipoltshausen soll der Parkplatz für den "Jeusingweg" befestigt werden. Auf diesem geht es zu der mittelalterlichen Wüstung im Nordosten der Rodungsinsel Brönnhof (4,3 oder 4,9 Kilometer).

An der bisherigen Planung vermisst Edo Günther Angebote im Bereich der Umweltbildung, aber "bestimmt keinen Aussichtsturm".  Die 400 000 Euro seien weit besser für das Kennenlernen und das Verstehen der Natur als in den Weitblick in die Rhön von einem über 20 Meter hohen Turm zu investieren, so der Kreisvorsitzende.

Der "Koppelweg" soll zu den Weiden der Wildpferde führen. Foto: Gerd Landgraf

Nachdem jetzt ein zweites Monitoring nachgewiesen hat, dass sich auf dem größten Naturerbegebiet in Bayern die Wildkatze dauerhaft angesiedelt hat, stuft Günther einen Besuchermagneten als kontraproduktiv zum anvisierten sanften Tourismus ein. Auch bezweifelt er, ob der Turm, der sich von den drei Parkplätzen nur nach gut einer Stunde Fußmarsch erreichen lässt, auf großes Interesse stößt.

Auf Zustimmung der Kreisgruppe trifft das Vorhaben, die bislang geteerte Heeresstraße auf dem Gebiet des Naturerbes zurückzubauen und am südlichen Zugang zur Freifläche in Nachbarschaft zu den ehemaligen Bunkern auf einen Parkplatz zu verzichten. Sofort notwendig ist für Edo Günther ein Leinenzwang für Hunde – auch und gerade wegen der Wildkatze.   

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