KREIS SCHWEINFURT

Keine Empfehlung für Stichwahl

In fünf Gemeinden dürfen am Sonntag etwa 19 700 Wahlberechtigte nochmal über ihren künftigen Bürgermeister abstimmen. Die besten Zwei des ersten Urnengangs stellen sich erneut. Die unterlegenen Kandidaten indes haben bislang keine Wahlempfehlungen für die noch im Rennen befindlichen Bewerber abgegeben.

Die spannendste Stichwahl wird in Niederwerrn erwartet. Dort liegt Bettina Bärmann (Freie Wähler) mit 34,4 Prozent vor Maximilian Schnös mit 27,9 Prozent. Fast 40 Prozent der zuletzt abgegebenen Stimmen sind nach dem Ausscheiden von Thomas Wohlfahrt (SPD) und Norbert Hart (CWVO) freigeworden. Hinter Harts CWVO steht der CSU-Ortsverband Oberwerrn, Maximilian Schnös tritt für die CSU Niederwerrn an. Da wäre eine Wahlempfehlung Harts naheliegend. Sie gibt es aber nicht.

Das liegt an einem Flugblatt der „ominösen AG Abwasser“, so Hart. Dahinter stehen Niederwerrns CSU-Chef Martin Pensel und Fraktionsvorsitzender Willi Gößmann – erbitterte Gegner des damaligen Beitritts der Gemeinde zum Abwasserzweckverband (AZV). Sie haben in der angesprochenen Wurfsendung erneut die Gebührenpolitik des AZV thematisiert. Die CWVO habe ihrerseits die Bürger informiert, keine Wahlempfehlung abzugeben, so Hart. Auch Thomas Wohlfahrt und die SPD verzichten darauf, sich für Bärmann oder Schnös auszusprechen.

Gemeinsam gute Politik machen

Auch in Geldersheim ist mit Spannung zu rechnen: In der ersten Runde lag Oliver Brust (Freie Wähler, 36,9 Prozent) mit 36 Stimmen vor Thomas Hemmerich (Junge Liste, 34,3 Prozent), der gleichzeitig CSU-Mitglied ist. Die offizielle CSU-Kandidatin Annemarie Schuler, die 398 Geldersheimer wählten, will keinen von beiden empfehlen. Sie verweist vielmehr darauf, dass alle drei auf ihren Gemeinderatslisten als Beste abgeschnitten haben; dies sei Verpflichtung, gemeinsam gute Politik zu machen.

In Grafenrheinfeld liegt Amtsinhaberin Sabine Lutz (36,2 Prozent) mit 165 Stimmen hinter dem CSU-Mann Christian Keller (44,4 Prozent). Neu ins Spiel kommen nun die 389 Kreuzchen, die der unterlegene Michael Niklaus (FBL) im ersten Durchgang eingesammelt hatte. Er äußerte sich bislang aber nicht über eine Wahlempfehlung.

Fleischer ist Favoritin

Als klare Favoritin geht in Gochsheim Helga Fleischer (SPD) in die zweite Runde. Ihr haben vor knapp zwei Wochen nur 47 Stimmen zur Mehrheit gefehlt. Gabi Geyer (CSU) muss für einen Erfolg über 17 Prozentpunkte aufholen, die es aus dem Lager von Stefan Lutz (Freie Wähler, 20,8 Prozent) oder bei den Nichtwählern zu akquirieren gilt. Lutz verwies wegen einer Wahlempfehlung auf die FW-Vorsitzende Margarete Königer, die am Mittwoch jedoch nicht zu erreichen war.

Mit 22 Prozentpunkten hat in Schwebheim Volker Karb (CSU) den deutlichsten Vorsprung aller Stichwahlkandidaten. Er zog am 16. März 47,9 Prozent der Wähler auf seine Seite und verfehlte mit 48 Stimmen die Mehrheit nur knapp; als Zweiter kam Thorsten Grimm (SPD) mit 25,8 Prozent ins Ziel, der eine große Aufholjagd starten muss, um das Bürgermeisteramt für seine Partei zu halten.

Von den drei ausgeschiedenen Bürgermeisterkandidaten äußerten sich Wolfgang Bleicher und Kerstin Weingart. Bleicher wollte „selbstverständlich“ keine Wahlempfehlung abgeben. Die Person des Bürgermeisters sei nicht so entscheidend, sondern vielmehr wie sich Schwebheim in sechs Jahren positioniert habe. Auch Kerstin Weingart von den Freien Wählern gab keine Empfehlung ab: „Wir bleiben unserem Grundsatz der Unabhängigkeit treu. Es ist hier so viel Wahlkampf gemacht worden, und wir gehen davon aus, dass unsere Anhänger wissen, wer für Schwebheim das Beste bewirken kann.“

Schlagworte

  • Josef Schäfer
  • Bettina Bärmann
  • CSU
  • Freie Wähler
  • Helga Fleischer
  • Norbert Hart
  • Oliver Brust
  • SPD
  • Sabine Lutz
  • Thomas Hemmerich
  • Thomas Wohlfahrt
  • Wahlberechtigte
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!