Sennfeld

Keine Legalisierung von Schwarzbauten

Keine Befreiung vom Bebauungsplan, keine Legalisierung von Schwarzbauten: Mit seinem einstimmigen Beschluss lehnte der Gemeinderat Sennfeld einen Sammelantrag von zehn Grundstückseigentümern ab, die entgegen den Vorschriften des Bebauungsplans Terrassenüberdachungen errichten wollten.

Ausgangspunkt für eine ausführliche Diskussion im Gemeinderat war der im November abgelehnte Antrag eines Hausbesitzers in der Konrad-Wagner-Straße auf Errichtung einer Terrassen- und Hauseingangsüberdachung gewesen. Begründet worden war diese Ablehnung mit den engen Festlegungen des Bebauungsplanes "3. Änderung Hinter der Dachsgrube", der Nebengebäude untersagt und die kleinen Grundstücke von weiteren Bebauungen frei halten soll. Auch die Baugrenzen wären durch eine Terrassenüberdachung überschritten worden.

Überdachungen ohne Genehmigung

Angeschrieben hatte die Verwaltung daraufhin zwei Hauseigentümer, die in dem betroffenen Bereich bereits Überdachungen über ihren Terrassen errichtet hatten – ohne Genehmigung. Zeitgleich erklärten die zehn Grundstückseigentümer in diesem Bereich bei der Gemeinde ihre Absicht, solche Überdachungen errichten zu wollen und gegenseitig die vorgeschriebenen Abstandsflächen zu übernehmen. Verbunden war dies mit der Bitte einer Befreiung vom Bebauungsplan.

Die Gemeinderäte, von denen Steffen Reichert wegen persönlicher Beteiligung nicht mitberiet und nicht mit abstimmte, waren aber dagegen. Helmut Heimrich formulierte für die SPD-Fraktion, dass sonst erhebliche Abweichungen vom Bebauungsplan erfolgten, dass die Geschossflächenzahl überschritten und eine Versiegelung vorgenommen werde. Und dass zwei Überdachungen schwarz gebaut worden seien. Der Gemeinderat dürfe keine Präjudiz schaffen, er habe auch im Rempertshag auf die Einhaltung des Bebauungsplanes gedrungen.

Auch Stefan Eichhorn und Jürgen Bandorf waren gegen eine Legalisierung der "Schwarzbauten". Helmut Büschel befürchtete bei einer Genehmigung des Antrags eine Bevorteilung der zwei Grundstückseigentümer.

Ebenfalls abgelehnt, und zwar zum zweiten Mal, wurde der Bauantrag für ein Mehrfamilienwohnhaus in der Sonnenstraße. Das 16 mal elf Meter große Gebäude war vom Rat im vergangenen April vor allem als zu groß bezeichnet worden, es füge sich nicht in die Umgebung ein. Das Landratsamt sah dies anders und verwies den Antrag zurück.

Der Bauherr plante daraufhin um, änderte die Anzahl der Wohneinheiten von sechs auf fünf und änderte die Dachform.

Bedenken wegen der Stellplätze

Bedenken hatten die Gemeinderäte weiterhin vor allem wegen der Stellplätze auf dem schmalen Grundstück und in punkto Ein- und Ausfahrt in die enge Sonnenstraße. Zudem hatte keiner der Nachbarn zugestimmt, was laut Bürgermeister Oliver Schulze beim Vorbescheid auch nicht zwingend notwendig sei. Schließlich beschloss der Gemeinderat mehrheitlich, gegen die Stimme von Gerold Schömig, seine ursprünglichen Bedenken aufrecht zu erhalten. Begründung: Die nachgewiesenen Parkplätze würden dem realen Besucherverkehr nicht standhalten.

Einverstanden zeigte sich das Gremium dagegen mit dem Umbau eines Wohnhauses inklusive Dachsanierung mit Erweiterungsbau für eine zweite Wohneinheit in der Schweizerstraße. Auch gegen die Errichtung einer Hauseingangs- und Hofüberdachung in der Reichelshofer Straße hatte es nichts einzuwenden. Gemeinderat Steffen Reichert war dabei wegen persönlicher Beteiligung von Beratung und Abstimmung ausgeschlossen.

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