Schweinfurt

Kinderbetreuung: Schweinfurts Linke fordert mehr Krippenplätze

Das Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren ist in der Stadt Schweinfurt knapp. Bis 2025, so die Forderung der Fraktion Die Linke, sollte es verdoppelt werden. Foto: Siegfried Farkas

Damit im Jahr 2025 zwei Drittel der Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz haben, reicht nach Ansicht der Stadtratsfraktion Die Linke das bisherige System nicht aus. Die Stadt müsste freie Träger wie die Kirchen und Wohlfahrtsverbände nicht nur beim Bau und bei der Ausweitung von Betreuungsangeboten finanziell unterstützen, sondern selbst einsteigen. "Städtische Kinderbetreuungsangebote" nennt sie ihren Vorschlag zu den Haushaltsberatungen 2020.

Drei Tage lang hat der Haupt- und Finanzausschuss vergangene Woche das Etat-Paket der Stadt für 2020 geschnürt. 56 Anträge der Stadtratsfraktionen wurden diskutiert, viele angenommen und einige abgelehnt. Wie eben dieser Antrag der Linken auf den Einstieg der Stadt in die Kinderbetreuung. Darin gehen die Linken davon aus, dass bis zum Jahr 2025 1000 Krippenplätze gebraucht werden. Damit wären zwei Drittel der Kinder versorgt; deren Eltern im Übrigen einen Rechtsanspruch auf solch ein Betreuungsangebot haben. 250 dieser Plätze sollte die Stadt selbst anbieten; den Rest die Betreiber der Krippen aufstocken. Ihre Arbeit, so Sinan Öztürk, sei wichtig. Doch alleine könnten die freien Träger die Aufgabe nicht stemmen. Aktuell gebe es nur 400 bis 500 Plätze. Das heißt, so Öztürk: Nur für jedes dritte Kind unter drei Jahren stehe ein Betreuungsplatz zur Verfügung.

Sieben Millionen fließen in die Kindergärten

Städte wie Nürnberg oder München würden ebenfalls selbst Kindertagesstätten betreiben, um den Bedarf abdecken zu können. Ziehe Schweinfurt ebenfalls nach, könnte man sehr viel besser auf steigenden Bedarf reagieren. Für Sozialreferent Jürgen Montag ein Vorstoß, den er als "zu viel des Guten" betitelte. Der Ausbau der Krippenplätze gelinge noch mit dem bisherigen Konzept; noch fänden sich freie Träger, die die Betriebe auch stemmen könnten. Die aktuelle Betreuungsquote für die unter Dreijährigen liege bei 27 Prozent; mit den geplanten 106 zusätzlichen Plätzen in naher Zukunft erhöhe man dies auf 40 Prozent. Sieben Millionen Euro gebe die Stadt in der nächsten Zeit für diese Einrichtungen aus, damit sei man für die nächsten Jahre vernünftig aufgestellt.

Sinan Ötztürk sah das anders, verwies auf die Kita am Spitalseeplatz. In dem Fall habe die Stadt doch gezeigt, was man leisten könne. Die Stadt sollte vorbereitet sein, falls der Bedarf einmal nicht mehr allein durch freie Träger gedeckt werden könne; sollte das jetzige Konzept zum Ausbau der Betreuungsangebote entsprechend erweitern. Doch mehr als ein "Wir werden das beobachten", gab es vonseiten der Verwaltung nicht. Auch die Mehrheit im Haupt- und Finanzausschuss stimmte gegen den Vorschlag: Allein fünf Stadträte (Linke, SPD und Grüne) waren dafür.

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