Dürrfeld

Kirchturmspitze wieder geradegerückt

Gelungenes Werk (von links): Martin Schmitt, Siegfried Köhler, Helmut Hemmerich, Christian Fischer, Martin Fischer und Thomas Burkhard freuen sich über die gelungene Sanierung der Kirchturmspitze und der Turmkapsel der Dürrfelder Pfarrkirche Mariä Geburt. Foto: Volz

"Martin, deine Kirchturmspitze hängt schief!" - so wurde Martin Schmitt, Mitglied der Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat, Anfang Dezember auf der Straße angesprochen. Die Fahnenstange hoch oben als Abschluss über der goldenen Kirchturmkugel stand tatsächlich gefährlich schräg. Ein Blick hoch genügte - und allen war klar: Es muss schnell gehandelt werden.

Der Kontakt zu Bürgermeister Ewald Vögler war schnell hergestellt, denn die Gemeinde trägt die Baulast für den Kirchturm. Ein Kran war schnell bestellt und schon wenige Tage später konnte der Bürgermeister persönlich im Kran mit hochfahren und nachsehen. Fahnenstange und Kugel wurden abmontiert. Die hölzerne Maststange, die weit in das Kirchturmdach hineinragt, war morsch, musste ersetzt werden.

Zwischenzeitlich machte sich ein bewährtes Helferteam aus dem Ort an die Arbeit und versah die goldene Kugel mit einem neuen Anstrich, ebenso wie die Fahnenstange, die ganz oben ein Bildnis des heiligen Georg ziert.

Erst im neuen Jahr wagte sich die Truppe daran, die Kupferröhre im Inneren der Kugel aufzusägen. Das war ein Gefühl wie beim Auffinden eines Schatzes, blickt Martin Schmitt zurück. Gefunden haben Thomas Burkhard, Christian Fischer, Martin Fischer, Helmut Hemmerich, Siegfried Köhler und Martin Schmitt nicht nur eine große Anzahl an Münzen und Geldscheinen aus vielen Zeitepochen, sondern auch zwei Festschriften aus dem Jahr 1965 zum Jubiläum "400 Jahre Rathaus Dürrfeld" und von der Fahnenweihe im Jahr 1966 sowie eine Tageszeitung vom 19. Mai 1935. Außerdem fand sich die Fortschreibung der Dorfchronik von 1967 bis 1988, verfasst von Dr. Maria Dorda, Historikerin und Gemeinderätin von Grettstadt.

Der Ort hat sich in dieser Zeit vom Bauerndorf zur Wohngemeinde entwickelt. Im Jahr 1945 zählte man noch 60 bäuerliche Familien und fast die gleiche Zahl Arbeiterhaushalte bei rund 500 Einwohnern. Im Jahr 1992 zählte der Ort nur noch sieben Vollerwerbslandwirte, die ihr Auskommen in der Landwirtschaft fanden. Heute, 28 Jahre später, zählt man 448 Einwohner. Es gibt nur noch einen landwirtschaftlichen Betrieb im Haupterwerb sowie vier Landwirte im Nebenerwerb.

Die Kupferröhre wurde am Samstag von Helmut Hemmerich neu verlötet. Am Montag wurde die neue Turmstange samt goldener Kirchturmkugel wieder montiert. Befüllt wurde die Röhre mit neuen Dokumenten und Euro-Münzen, dazu eine aktuelle Tageszeitung und die neu verfasste Fortschreibung der Ortschronik (1988-2019), zusammengestellt von Ruth Volz.

Beide Ortschroniken können auf der Internetseite des historischen Arbeitskreises der Gemeinde unter www.grettstadt.eu gelesen werden. Dort sind auch weitere hinterlegte Schriftstücke aus der Turmkapsel der Kirche Mariä Geburt Dürrfeld zu finden. Die ältesten noch handschriftlich verfassten Schriftstücke stammen aus dem Jahr 1769.

Die Sanierungskosten belaufen sich auf rund 3500 Euro.

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