Schweinfurt

Kirschblütenfest: BN fordert ökologische Nachhaltigkeit

Als hainartige Allee ist die Carus-Allee in der ehemaligen Ledward-Kaserne geplant. Der BN fordert möglichst hohen ökologischen Nutzen bei der Bepflanzung und wendet sich gegen Georg Wiederers Vorschlag für ein Kirschblütenfest. Foto: Quelle: Stadt Schweinfurt Repro: Oliver Schikora

Im Sommer beginnt der Bau der neuen Carus-Allee in den Ledward-Kasernen. Die 600 Meter lange und 30 Meter breite hainartige Allee zieht sich schnurgerade von Osten nach Westen durch das frühere Kasernen-Gelände, in dem unter anderem die Fachhochschule ihren neuen i-Campus baut und die Landesgartenschau 2026 geplant ist.

Kürzlich stellte FDP-Stadtrat Georg Wiederer den Antrag, möglichst viele japanische Kirschbäume zu pflanzen, um einen mittlerweile weltweit zu beobachtenden neuen touristischen Trend, Kirschblütenfeste, auch in Schweinfurt zu ermöglichen. Behandelt wurde der Antrag noch in keiner öffentlichen Sitzung, der Bund Naturschutz hat aber Stellung bezogen.

BN-Kreisvorsitzender Edo Günther schreibt: "Rein optisch wäre das sicherlich beeindruckend, doch die Entscheidung, mit welchen Bäumen die Allee zu bepflanzen ist, sollte auch andere Gesichtspunkte berücksichtigen, zum Beispiel die Förderung der urbanen Insektenvielfalt." Laut Günther würden viele Sorten der japanischen Blütenkirsche mit Schwerpunkt auf gefüllte Blüten gezüchtet, die aber Insekten nicht anfliegen. Aus BN-Sicht seien Prunus-Arten mit guten Nektar- und Pollenwerten zu empfehlen.

Artenvielfalt und Nutzen für das Stadtklima wichtig

Der BN verweist auch auf eine aktuelle Untersuchung zum Thema „Stadtklimabäume“, in der die  Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau erklärt, zur Förderung der urbanen Insektenvielfalt sollten Misch-Alleen – auch mit südosteuropäischen Baumarten – mit Pflanzstreifen angelegt werden. Die Pflanzstreifen seien neben der Baumart besonders wichtig, da sie für viele Insektenarten einen Teil ihres Lebensraumes darstellen. Unter gemischten Baumbeständen sei eine größere Artenvielfalt nachweisbar.

Edo Günther hält im Zusammenhang mit der Bepflanzung der Carus-Allee, die bereits eine Fachfirma plant, die Punkte Bindung von Kohlendioxid, Beschattung und Kühlung, Feinstaubfilterung und nicht zuletzt Lebensraum für die urbane Tierwelt für wichtiger als die Ausrichtung auf ein Kirschblütenfest – die ohnehin in der bisherigen Planung nicht vorgesehen ist. Natürlich, so Günther, könnten "auch in einer ökologisch empfehlenswerten und wertigen Misch-Allee einige Kirschbäume mit ungefüllten Blüten zur Freude für alle Kirschblütenfans stehen."

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