Schwebheim

Kita trifft Tagespflege: Warum alle davon profitieren

Hochkonzentriert und hoch erfreut fertigen Senioren der Tagespflege und die Kinder des Schlosskindergartens ihre Salzteig-Kunstwerke. Foto: Ursula Lux

"Danke, für diesen guten Morgen", singen die Gäste der Tagespflege der Arbeiterwohlfahrt gemeinsam mit den Kindern des Schlosskindergartens. Die Senioren haben das Lied extra eingeübt. Dann muss noch gratuliert werden: Hannelore Wagner wird 85, auch sie bekommt ein Liedchen. Es ist inzwischen ein fester Termin geworden. Jeden ersten Freitag im Monat bekommen die Gäste der Tagespflege Besuch von den Kindern. Dann wir gemeinsam gesungen, gebastelt, werden Bilderbücher angeschaut, wird erzählt.

Stella hat gerade aus Salzteig eine kleine Schnecke geformt. Günter Hofmann ist begeistert. "So was Schönes kann ich nicht mehr", lobt er seine kleine Freundin – und die strahlt. Es sei halt mal was anderes, wenn die Kinder kommen, erklärt Hofmann und freut sich, denn "die machen keine Widersprüche". Kindergartenleiterin Angelika Wolz kennt das. "Selbst Kinder, die sonst eher unruhig sind, werden hier wie die Lämmer", stellt sie fest. Und sie kann sich das auch erklären. Die Kinder genössen es, einen Ansprechpartner zu haben, der zuhört, geduldig ist und nicht wegläuft, meint sie und lacht: "Die blubbern die Senioren teilweise ganz schön zu."

Einrichtungsleiterin Monika Müller begrüßt diese regelmäßigen Besuche. So werde den Kindern schon früh die Hemmschwelle genommen, meint sie. Hemmschwellen erlebt Wolz allerdings längst nicht mehr. Sie nimmt immer nur zehn Kinder mit und "die reißen sich darum, mit kommen zu dürfen", erzählt sie. Allein diesmal wollten 17 Kinder unbedingt mitgehen.

Wie Alt und Jung voneinander lernen

Alt und Jung genießen nicht nur die Zeit miteinander, sie lernen auch voneinander. Die vierjährige Skyla beispielsweise hört von ihrer Partnerin Hannelore Wagner, dass die das Geformte gar nicht mehr sehen kann, weil ihre Augen zu schlecht sind. Aber fühlen geht und so einigen sich die beiden darauf das Kunstwerk mit den Händen zu betrachten. Hannelore Schreiber kann sich über die Kinder nur wundern: "Die sind ja so gelehrt", sagt sie. "Bei uns war das noch ganz anders, die Kinder heute sind viel weiter." Dann denkt sie zurück an die Zeit, als alle Generationen noch unter einem Dach wohnten und die Bomben fielen.

Ludmilla Geer und Jutta Memmel von der Tagespflege denken schon weiter. Auch der andere Kindergarten kommt ab und an, und die Grundschüler würden sie ebenfalls gerne einladen. Bei Festen und Feiern gibt es ohnehin ein Miteinander, aber das alles ließe sich sicher noch mehr ausbauen.

Die Treffen genießen Senioren und Kinder gleichermaßen. Foto: Ursula Lux

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