WERNECK

Kläranlage kommt auf den Prüfstand

Damit das gereinigte Abwasser der Kläranlage in Mühlhausen weitere 20 Jahre in die Wern abgeleitet werden darf, braucht Werneck eine Verlängerung der „gehobenen wasserrechtlichen Erlaubnis“. Hierfür fordern Landrats- und Wasserwirtschaftsamt bis Ende des Jahres eine verfahrenstechnische Bemessung nach heutigem Stand der Technik, die auch die Besonderheiten der Stickstoff-Denitrifikation berücksichtigt.

Mit anderen Worten soll damit nachgewiesen werden, dass die Kläranlage auch die nächsten 20 Jahre gut arbeitet, wie Geschäftsleiter Erich Göbel dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung erklärte. Verwundert zeigte sich Roswitha Ziegler, dass bei der Kläranlage „alle paar Jahre etwas Neues kommt. Ich dachte, das ist einmal abgeschlossen“.

Wie Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl sagte, befinde sich die Kläranlage „in sehr gutem Zustand“, was auch an der geringen Abwasserabgabe, die Werneck zahlen müsse, deutlich werde. Trotzdem müsse immer wieder Geld in die Hand genommen werden, um die Anlage auf dem Stand der Technik zu halten.

Das vor einigen Jahren eingerichtete Prozessleitsystem habe zwar die Daten der Kläranlage erfasst und dokumentiert, sagte Bautechniker Karl-Heinz Röhrich. Diese Daten müssten aber jetzt ausgewertet und überrechnet werden. Eingegangen waren hierzu drei Firmenangebote. Stimmig beschrieben waren die erforderlichen Leistungen vom Ingenieurbüro Auktor. Als Pauschalangebot für knapp 12 000 Euro biete es auch Preissicherheit, hieß es in der Beschlussvorlage.

Ein weiteres korrektes Angebot, allerdings auf Zeithonorarbasis, belief sich auf fast 17 000 Euro. Nicht gewertet werden konnte das günstigste Angebot für knapp 6000 Euro, da die Leistungen nur grob umrissen und der Zeitaufwand im Dunkeln blieb. Aus Sicht des Bauamtes sei deshalb mit Nachforderungen zu rechnen.

„Warum kann man kein Pauschalangebot verlangen“, monierte Jürgen Niesner das „überhaupt nicht durchsichtigen“ Angebotswirrwarr. Dazu sagte Bautechniker Röhrich, dass selbst das Wasserwirtschaftsamt nicht genau sagen konnte, welche Leistungen für die verfahrenstechnische Bemessung gebraucht werden. Ersichtlich wurde dies erst aus den Angeboten der Fachfirmen. Vom Rat einstimmig beauftragt wurde schließlich das Büro Auktor.

Deutlich teurer kommt die ebenfalls erforderliche Anbindung der Phosphatfällmittelstation und der Heizungssteuerung an das Prozessleitsystem der Kläranlage, wofür 80 000 Euro im Haushalt eingestellt sind. Bezüglich der Heizung der Faul- und Klärkammern erklärte Bautechniker Röhrich, dass dies momentan noch manuell gesteuert werde, was nicht effizient sei. Genutzt werde die Abwärme des Blockheizkraftwerkes.

Der Rat vergab die Arbeiten einstimmig an das Planungsbüro MSRplan. Die Kosten fließen wie immer in die Abwassergebühren ein.

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