Schweinfurt

Klarer Wahlsieger: Sebastian Remelé bleibt OB in Schweinfurt

Der CSU-Kandidat gewann in Schweinfurt mit 58,4 Prozent im ersten Wahlgang und geht in seine dritte Amtszeit. Was für seinen Wahlsieg ausschlaggebend war.
Sebastian Remelé siegte für die CSU bei der OB-Wahl in Schweinfurt und geht damit in seine dritte Amtszeit.
Sebastian Remelé siegte für die CSU bei der OB-Wahl in Schweinfurt und geht damit in seine dritte Amtszeit. Foto: Anand Anders

Keine Überraschung gab es bei der Oberbürgermeister-Wahl in Schweinfurt: Amtsinhaber Sebastian Remelé (CSU) siegte im ersten Wahlgang mit 58,4 Prozent. Für ihn stimmten 10 118 Schweinfurter. Die SPD-Kandidatin Marietta Eder holte mit 4589 Stimmen 26,5 Prozent, Grünen-Kandidat Holger Laschka erhielt 15,1 Prozent (2613 Stimmen).

Sebastian Remelé geht somit in seine dritte Amtszeit als Oberbürgermeister Schweinfurts. Er ist seit zehn Jahren OB, im Jahr 2014 siegte er ebenfalls im ersten Wahlgang mit 66,92 Prozent der Stimmen. Erneut auf niedrigem Niveau war bei der von der Sorge um die Ausbreitung des Coronavirus geprägten Kommunalwahl die Wahlbeteiligung in Schweinfurt. Sie betrug 45,1 Prozent, etwas mehr als vor sechs Jahren. Aus Gründen des Gesundheitsschutzes hatte die Stadt die öffentliche Präsentation der Wahlergebnisse wie sonst üblich im großen Sitzungssaal des Rathauses am Sonntag kurzfristig abgesagt.

Sebastian Remelé zeigte sich in einem ersten Statement sehr zufrieden mit dem Ergebnis: "Ich bin sehr erleichtert, glücklich und für heute entspannt", erklärte er mit Verweis auf die zahlreichen Sitzungen im Moment wegen der Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus auf das öffentliche Leben, die auch am Montag mit zahlreichen Sitzungen der Task-Force der Stadtverwaltung im Vordergrund standen.

Aus Remelés Sicht sei es gelungen, den Wählern zu zeigen, dass "Schweinfurt eine gute Perspektive hat, dass die Stadt gut dasteht und wir auf gutem Kurs sind." Den Wahlkampf empfand Remelé insgesamt als fair, geärgert habe ihn aber zum Schluss Kritik an der Schließung des Theaters und der Museen, die unter anderem von Marietta Eder geäußert wurde. Sie hielt diese Maßnahme deutlich früher als angeordnet für geboten.

Mit 45 Prozent war die Wahlbeteiligung in Schweinfurt bei der OB-Wahl ein wenig höher als 2014.
Mit 45 Prozent war die Wahlbeteiligung in Schweinfurt bei der OB-Wahl ein wenig höher als 2014. Foto: Anand Anders

SPD-Kandidatin mit ihrem Ergebnis sehr zufrieden

Marietta Eder war mit ihrem Ergebnis sehr zufrieden, da es sehr deutlich über dem bayernweiten Trend ihrer Partei lag, in dem die Sozialdemokratie zuletzt nur neun Prozent der Stimmen hatte. Sie bekam mit 4589 auch deutlich mehr Stimmen als 2014 der damalige SPD-Kandidat Stephan Kuserau. Für Eder war dieses Ergebnis insofern wichtig, da sie gemeinsam mit der SPD-Vorsitzenden Julia Stürmer-Hawlitschek und SPD-Fraktionschef Ralf Hofmann den Wahlkampf führte und dieses sehr achtbare Ergebnis dazu führt, dass der begonnene Prozess der Verjüngung und Erneuerung der Schweinfurter Sozialdemokratie offensichtlich von den Wählern mitgetragen wird.

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"Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden, vor allem wie das ganze Team angepackt und sich eingesetzt hat", resümierte Eder, die aber zugab, dass der Tag der Wahl mit der Bekanntgabe der Ergebnisse in einem leeren Rathaus "ein komisches Gefühl" hinterlassen habe. Holger Laschka hat sein Ziel, besser als die momentane Grünen-Landesprognose von rund 20 Prozent abzuschneiden, klar verfehlt. Er war hörbar enttäuscht über das Ergebnis, "mein Ziel habe ich nicht erreicht." Positiv sei gewesen, dass sich viele Menschen für die drei Kandidaten und ihre Positionen interessierten. "Wir haben uns respektiert und können auch weiterhin gut zusammen arbeiten", so Laschka.

Spannung gab es bei der Bekanntgabe der Ergebnisse kaum

Spannung kam am Sonntag im Rathaus kaum auf, zu schnell war klar, dass der Oberbürgermeister auch ab 2. Mai Sebastian Remelé heißen würde. Der CSU-Amtsinhaber führte von Anfang an mit Werten relativ deutlich über der 50-Prozent-Grenze. Gegen 19 Uhr stand das Endergebnis fest, die Gegenkandidaten gratulierten Remelé zum Sieg.

Der Wahlkampf in der Wälzlagerstadt war ungewöhnlich lang, Gut ein Jahr vor der Wahl hatte als erster Kandidat Holger Laschka bekannt gegeben, dass er für die Grünen kandidiert. Im Hintergrund hatte es schon im Herbst 2018 Gespräche der Oppositionsparteien gegeben, möglichst einen gemeinsamen Gegenkandidaten zu Remelé aufzustellen. Diese Gespräche aber waren mit der Kandidatur Laschkas beendet.

Der alte und neue OB Remelé gab seine Kandidatur im Frühjahr 2019 bekannt. Er wurde damals mit 100 Prozent der Delegiertenstimmen gewählt. Erst im September 2019 nominierte die SPD die Gewerkschaftssekretärin Marietta Eder, die vor wenigen Wochen auch von den Linken unterstützt wurde, was offenbar auch dafür sorgte, dass Eder bei der Wahl nun einen deutlich höheren Prozentsatz an Stimmen erzielte als die Sozialdemokraten im Moment im Bayerntrend haben.

Im Wahlkampf sah man zwischen den Kandidaten bei mehreren Podiumsdiskussionen zwar durchaus ein klares Profil des einzelnen, große Streitthemen aber gab es nicht bei dieser Wahl. Am meisten diskutiert wurde über die Weiterentwicklung des ÖPNV in Schweinfurt, auch das Thema Wohnen war eines insbesondere im Zusammenhang mit dem Bürgerbegehren "Bezahlbar Wohnen in Schweinfurt."

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