Schweinfurt

Klimaschutz: So behandeln Schweinfurter Schulen das Thema

Seit Monaten demonstrieren Schüler regelmäßig für den Klimaschutz. Aber wie wird das Thema eigentlich im Unterricht behandelt? Fünf Schweinfurter Schulen berichten.
"Auf einem toten Planeten gibt es keine Bildung mehr." Aber wie wird Klimaschutz eigentlich im Unterricht thematisiert? Symbolfoto einer Demonstration im Januar. Foto: Daniel Peter

Klimaschutz, Fridays for Future und Unterricht – Themen die seit Monaten kontrovers diskutiert werden. "Ihr nehmt uns die Zukunft, für die wir lernen sollen" oder auch "Auf einem toten Planeten gibt es keine Bildung mehr" steht auf den bunten Plakaten der jungen Demonstranten. Sie sollten lieber in die Schule gehen und etwas lernen, ist hingegen häufig der Vorwurf in den Kommentarspalten des Internets. Doch was lernen die Schüler eigentlich zum Thema Klimaschutz in der Schule?

Alexander-von-Humboldt-Gymnasium: Debattenkultur und Umwelt-AG

"Klimaschutz und Umwelt werden im Unterricht ausführlich behandelt, dies ist auch im Lehrplan so vorgesehen", sagt Klemens Alfen, Schulleiter des Schweinfurter Humboldt-Gymnasiums. Klimaschutz werde nicht nur in den Fächern Bio, Chemie, Physik thematisiert, sondern auch in den Sprachen. So würden die Schüler etwa im Fach Deutsch zum Thema Klima debattieren. Für die Klassen Q11 und Q12 stelle das Thema Klimaschutz in den Fächern Englisch und Französisch ein eigenes Kapitel dar. Somit solle sichergestellt werden, dass die Schüler in den jeweiligen Sprachen über das Thema sprechen könnten. Zudem habe sich dieses Jahr eine Umwelt-AG an der Schule gegründet, die interessierten Schülern auch im kommenden Jahr offen stehe.

Wilhelm-Sattler-Realschule: Klimaschutz durch Wettbewerb

"Wir haben bei dem Thema immer schon mehr gemacht, als wir machen müssten. Das Thema ist bei uns integriert." Laut Georg Harbauer,Schulleiter der Wilhelm-Sattler-Realschule, wird Klimaschutz dort großgeschrieben. Die Auseinandersetzung mit dem Thema erfolge vor allem über themenverwandte Wettbewerbe, an denen sich die Schule schon lange beteilige. So etwa beim "Balance of Trade"-Wettbewerb, bei dem die Schule vergangenes Jahr den Bundeshauptpreis des Europäischen Sozialfonds für Deutschland gewonnen hatte. Laut Marianne Walcher, Bio-Verantwortliche der Schule, hat das Thema aber auch in den regulären Fächern einen festen Platz. Die zehnten Klassen würden etwa im Fach Biologie ein benotetes Projekt zum Thema Kunststoffproblematik durchführen.

Olympia-Morata-Gymnasium: Mit Projektarbeit zum Umweltschutz

Das Olympia-Morata-Gymnasium (OMG) behandelt das Thema Klimaschutz vor allem bei Aktionen und Projekten. Etwa beim Projekt "Gegen die Lebensmittelverschwendung" der sechsten Klassen, bei einer Klassenfahrt zum Zentrum für angewandte Energieforschung der achten Klassen oder bei einer Ausstellung zum Thema Nachhaltigkeit der neunten Klassen. Für die Klassen Q11 und Q12 gibt es laut stellvertretender Schulleiterin Christine Höger die Vortragsreihe "Globale und regionale Ausprägungen des anthropogenen Klimawandels". "Als ausgezeichnete Umweltschule fühlen wir uns dem Gedanken des Umwelt- und Klimaschutzes schon seit mehreren Jahren verpflichtet", betont Thomas Kreutzmann, Schulleiter des OMG. So solle etwa eine Projektgruppe beim diesjährigen Sommerfest Vorschläge für zukünftige Umweltprojekte erarbeiten.

Walther-Rathenau-Gymnasium: Kritisches und eigenständiges Denken

"Natürlich wird ein derart wichtiges Thema im Unterricht thematisiert", sagt Ulrich Wittmann vom Rathenau-Gymnasium. So würden in Physik "Ressourcen und verantwortungsbewusster Umgang mit Energie" sowie "Umweltfragen und Zukunftsperspektiven" besprochen. Auch Solartechnik und Treibhauseffekt seien Thema. In den Fächern Ethik und Religion würde die Verantwortung des Menschen für die Umwelt thematisiert, im Fach Wirtschaft verantwortungsbewusster Konsum behandelt. In Geographie würde die Notwendigkeit einer internationalen Umweltpolitik besprochen. Hier würden auch Maßnahmen gegen Umweltkatastrophen diskutiert. "Wichtig ist mir in diesem Zusammenhang, dass die Schülerinnen und Schüler mit zunehmendem Alter zu kritischen und eigenständig denkenden jungen Erwachsenen heranreifen", so Wittmann.

Celtis-Gymnasium: Stoffkreislauf und Energiefluss

Laut Birgit Weiß vom Celtis-Gymnasium wird Klimaschutz hier vor allem in Biologie thematisiert. So würden die fünften Klassen erste Zusammenhänge von Verbrennung und Treibhauseffekt kennenlernen. In den folgenden Schuljahren würde dies vertieft. In der zehnten Klasse käme das große Kapitel "Ökologie" hinzu, das die Themengebiete Stoffkreislauf und Energiefluss sowie deren ökologische und wirtschaftliche Bedeutung erläutere. Im aktuellen Schuljahr habe eine Exkursion zur Ausstellung "Klimafaktor Mensch" stattgefunden. Mit Hilfe ökologischer Modellvorstellungen würden die Schüler der elften Klasse lernen, ökologische Auswirkungen menschlicher Eingriffe abzuschätzen. "Weiterhin versuchen wir zu vermitteln, dass Ressourcenschonung und Verzicht gute Beiträge zum Umweltschutz leisten."

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